Das Konzept dahinter ist nicht mehr ganz neu, aber noch immer sehr zeitgeistig. Essengehen wird zum Abenteuer mit überraschenden Menüs, wechselnden Köchen in extravaganten Locations. Statt dem immer gleichen Schnitzel im Stammbeisl, sind die Tische im Pop-up Lokal streng limitiert und zeitlich begrenzt. Genuss wird zum flüchtigen Augenblick. Glücklich ist der, der dabei ist. 

 

Betonküche

Hinter dem Projekt Betonküche steckt noch ein zweiter Gedanke: Die Belebung Wiener Gassenlokale. So sucht Architekt Jonathan Lutter von den Urbanauts mit größter Sorgfalt leerstehende Geschäfte wie die ehemalige Tapezierer Werkstatt im siebten Bezirk, in der im Mai für Freunde und Fremde gekocht wurde. Um Köche und Küche kümmern sich seine beiden Freunde Martin Fetz und Javier Mancilla. Mancilla ist Betreiber des Morisson Clubs und versorgte unter anderem auch die Kreativen in der Fox Kitchen mehrere Monate mit ausgezeichnetem Mittagessen. Der Vorarlberger Martin Fetz hat ebenfalls Erfahrung in alternativen Gastronomiekonzepten. Seine Feldküche steht an schönen Sommertagen auf den Bregenzer Wiesen. Hier wird mit regionalen Lebensmitteln für ausgewählte Gäste ein kleines Kochtheater vor atemberaubender Naturkulisse inszeniert.

Um dem Behördenstress zu entgehen gründeten die drei den Verein Betonküche – Initiative zur Wiederbelebung brachliegender Stadtflächen. Erst probten sie den Ernstfall an Freunden und als diese satt und glücklich waren, wurden auch fremde Gäste eingeladen. Am improvisierten Herd mit Wasserschlauch statt Waschbecken stehen immer wieder andere Profis aus ganz Österreich, denn ein hohes Küchenniveau und die Qualität der Zutaten haben oberste Priorität. Trotz allem soll der Abend leistbar bleiben, so kostet ein viergängiges Menü zwischen 30 und maximal 38 Euro, selbst wenn befreundete Küchenstars wie Jodok Dietrich vom "Innauer" in Dornbirn zeigen was sie können. 

 

Guerilla Bakery

Vielleicht sind die drei Schwestern der Guerilla Bakery auch dieses Mal wieder zu Gast in der Betonküche. Etwa einmal im Monat tauchen sie auf und versüßen den Wienern für zwei Stunden den Sonntagnachmittag. Ob in Geschäften oder Lokalen, auf Festivals oder Flohmärkten, den Ort des coolen Kaffeekränzchens erfahren die Fans immer erst kurzfristig über Facebook. Seit dem ersten Event 2011 kommen sie in Scharen, mittlerweile vorausschauend mit Alufolie und Tupperware. Denn die Küchleins, Cupcakes und Quiches sehen nicht nur entzückend aus, sie schmecken auch erstklassig. Nach dem Motto „Fuck the Backmischung“ verwenden die Mädels ausschließlich regionale und saisonale Zutaten und stecken jede Menge Liebe in ihre selbstgebackenen, bunt verzierten Seelentröster.

 

feinkoch

Christoph Bergthaler stellt eigentlich Menüs für das feinkoch Geschäft zusammen. Der schön designte Laden in der Theobaldgasse 14 ermöglicht seinen Kunden Einkaufen nach Rezept. Jede Woche gibt es bis zu zehn wechselnde Gerichte für zwei Personen zur Auswahl, die Zutaten müssen nicht mühsam zusammengesucht werden, sondern alle notwendigen Lebensmittel stehen in abgemessener Portionsgröße bereit. Sogar der passende Wein ist dabei. So können auch Kochanfänger ohne Vorwissen in wenigen Schritten die leckersten Menüs zaubern.

 

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