Wer schon einmal mitten auf dem See auf der Suche nach Abkühlung von Bord des Segel- oder Tretboots sprang und dann knöcheltief im Schlamm steckte, der findet das Meer der Wiener nicht mehr ganz so toll. Aber so leicht lassen wir uns abschrecken und geben dem Neusiedler See eine zweite Chance. Hier ein paar richtig schöne Badeplätze, idyllische Orte und herzallerliebste Heurige im Uhrzeigersinn.

 

Jois 

In 45 Minuten fährst du mit dem Zug vom Hauptbahnhof bis Jois. Mit dem Radl brauchst du rund zweieinhalb Stunden. Jois ist ein hübscher, kleiner Ort mit jeder Menge Weinbauern, bei denen du um wenig Geld ein Zimmer, exzellente Jausen und literweise Wein bekommst. Highlight ist aber das Strandbad am Joiser Hafen: Hier wurde extra eine Badegrube ausgehoben und der schlammige Boden mit Kies bedeckt.  Aus einem alten Wohnwagen werden kühle Getränke, Eis und Snacks verkauft.

Wem die Beachbar zu billig ist, der findet nebenan die schicke Seejungfrau als Insider-Alternative zur Mole West. Hier kann man am Abend auf der Seeterrasse sitzen und der Sonne beim Untergehen zuschauen. Maximal romantisch. 

 

Neusiedl

Die erste Bezirk Schickeria wechselt im Sommer vom Fabios an die Mole West. Praktisch, weil Neusiedl mit dem Porsche in 30 Minuten erreichbar ist und sehr schön, weil man sich hier beinahe fühlt wie am Meer. Das San Tropez am Meer der Wiener sozusagen. Von der schicken Terrasse lässt sich das Ende des Sees nur erahnen, das Essen ist ausgezeichnet und weil man im Burgenland ist, darf man bezahlbaren Wein dem Champagner vorziehen. 

Ebenfalls in Neusiedl: Der beste und sympathischste Fischhändler am See. In der Fischerei darfst du dich einmal durchs Sortiment kosten und bekommst nach dem Einkauf ein Glaserl Wein in die Hand gedrückt. 

 

Weiden

Auch Weiden ist ein netter Ort mit großem Seebad. Heißer Tipp für alle, die nach dem Baden nicht hungrig heimfahren möchten: Die gegrillten Makrelen im Gasthaus Steckerlfisch kommen zwar nicht aus dem Neusiedlersee, schmecken aber trotzdem hervorragend. Das kann einem auch der mürrische Chef nicht vermiesen.

Und noch eine Alternative zur Mole West: Die Strandbar im Seebad Weiden. Zwischen Segelschiffen und Schilflandschaft bekommt man hier gute Drinks auf der Strandliege serviert. Am Abend wird dann im dazugehörigen Club 119 weitergefeiert. Also am besten mietet man sich hier gleich ein Appartment.

Auf dem Rückweg unbedingt einen Abstecher nach Gols zum Weinkulturhaus machen, denn die haben die größte Auswahl an Ab-Hof-Weinen.

 

Podersdorf

Nach Podersdorf kommt man eigentlich nur, um Surfen oder Kitesurfen zu lernen oder sich eine/n SurferIn oder KitesurferIn aufzureißen. Wenn du weder das eine noch das andere willst und trotzdem hier gestrandet bist, dann haben wir ein Alternativprogramm zu billigen Shots in Surferbars für dich: 

Jeden Mittwochabend gibt’s eine romantische Schifffahrt inklusive Weinverkostung. Die Fahrt im Sonnenuntergang dauert eine Stunde und kostet 14 Euro für Erwachsene inkl. Wein. 

Noch besser: Das urige Gasthaus zur Dankbarkeit. Hier verarbeitet die Familie mit viel Liebe Fische aus dem See, Steppenrinder, Mangalizaschweine und Weidegänse aus der Umgebung. Dazu darf man sich in der Weinstube oder im idyllischen Heurigengarten einmal durch die Karte kosten. 

Foto: Steve Haider

Und während die anderen tagsüber surfen, kannst du im Strandbad mit Sandstrand (!) baden gehen, dir den Leuchtturm anschauen, von dort mit dem Schiff nach Rust fahren und ein Selfie mit den tausenden Möwen machen, die hinter dem Boot herfliegen. Klingt doch gar nicht so schlecht!

 

Illmitz

Den Badetipp für Illmitz gibt's zwei Abschnitte weiter unten, die Heurigen- und Weintipps gleich hier: Der Heurige zur Hölle direkt neben dem Stinkersee ist die optimale Jausenstation einer Radtour oder eines ausgiebigen Spaziergangs durch den Nationalpark. Das Weingut produziert seinen eigenen Welschriesling und bietet gute Heurigenkost - von der großen Terrasse hat man einen schönen Blick auf den Neusiedlersee. 

Von der Hölle in den Himmel sind es im Bu-Land nur wenige Meter. Winzer Christian Tschida produziert laut unserem Insider den besten Wein des Burgenlandes (wenn nicht der Welt): Süffig und biodynamisch mit dem klingenden Namen "Himmel auf Erden". Den kann man dann gleich in der Burschenschank Gowerl-Haus verkosten. Der Familienbetrieb züchtet außerdem freilebende Mangaliza-Schweine, die man erst streicheln und dann essen darf. Dementsprechend gut schmecken die Wurst- und Bratenspezialitäten.

 

Haus im See am Ende der Hauptmole in Fertörákos 

Das Haus im See ist schon lange kein Geheimtipp mehr und deswegen ist es im Sommer auch jedes Wochenende ausgebucht. Glück für Studierende und Urlauber: Unter der Woche bekommst du noch ein Zimmer (mit drei Personen um 58 Euro pro Person und Nacht), außerdem gibt’s ein zusätzliches Gästehaus. Aber auch der Tagesausflug lohnt sich. Denn hast du den Weg durchs Schilf einmal gefunden, erwartet dich ein kleines Paradies mit gegrilltem Fisch, Fleisch und Gemüse am Badesteg. Es empfiehlt sich einen Tisch zu reservieren. 

 

Mörbisch

Magdalena war vor zwei Jahren bei den Seefestspielen in Mörbisch. Wir möchten nicht zu viel verraten, aber es war skurill. 

 

Schotterinsel zwischen Rust und Illmitz

Rust ist schon etwas weiter von Wien entfernt. Mit dem Bus brauchst du rund eine Stunde und 45 Minuten. Hier mietest du dir am besten ein Boot und fährst raus auf den See. Zwischen den beiden Inseln „Fünf Schoppen“ und dem Ostufer ist der Boden fest und sandig. Bei Niedrigwasser bilden sich sogar kleine Schotterinseln, also aufpassen mit Segelbooten. Ca. einen Meter vor der Küste von Illmitz solltest du weiter Richtung Podersdorf schippern, hier entdeckst du im Naturschutzgebiet schöne versteckte Buchten.

 

Purbach

Die Purbacher Kellergasse mit über 80 Weinkellern ist so idyllisch, dass man am liebsten eine Woche hier bleiben möchte, um sich von Heurigen zu Heurigen zu trinken.

Keller in Purbach von Corradox - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Kulinarisches Highlight ist das Gut Purbach, das zwar alles andere als günstig ist, dafür aber hervorragend kocht. Im Zweifelsfall isst man Grammelknödel um 15 Euro in dem wunderschönen Innenhof. Auch sehr schön (und bezahlbar) ist die Kellernschenke Strommer mit eigenem Wein, ausgezeichneten Heurigenspeise wie Schweinsbraten oder Grammelschmalzbrot und einem sehr hübschem Heurigengarten. 

Auch schön: Bei der Kanutour entlang des Purbacher Seekanals kannst du noch richtig was lernen und dich im Schilfgürtel wie Humbold am Amazonas fühlen. Die Tour gibt‘s nach Voranmeldung jeden Freitag von 10-12 Uhr für 20 Euro. 

 

Alle unsere Ausflugstipps findest du hier: Raus aus der Stadt!

 

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