Sie sind überall. Kein Tag an der Donau, kein Abend im Gastgarten, keine Nacht im Bett ohne das lästige Fiepen. Jeder hasst Gelsen. Goodnight.at rät: Lass dich nicht auffressen und wappne dich im Kampf gegen die fiesen Blutsauger.


Die Opfer

Momentan gibt es wohl keinen Wiener ohne Stich. Doch manche mögen sie lieber als andere. Süßes Blut – von wegen! Ausschlaggebend ist die genetische Duftmischung aus Ammoniak und verschiedenen Fettsäuren. Gelsen lieben Schweiß, das Kohlenstoffdioxid in unserer Atemluft und alles, was käsig riecht. Abschreckung durch eine Knoblauchfahne oder die Zufuhr von Vitamin B ist Blödsinn. Auch Geranien und Lavendelduft hilft leider nichts – das haben Mückenforscher längst bewiesen.

Bloody Mary
Gelsen lieben Alkohol. Betrunkene werden häufiger gestochen!



Safty First

Gelsen sind taub. Geräte mit Hochfrequenztönen sind also vollkommen wirkungslos. Aromalampen mit ätherischen Ölen oder Rauch können hingegen im Freien sehr nützlich sein. Indoor helfen Fliegengitter, Moskitonetze und Ventilatoren. Mücken mögen keine Luftbewegung – ein leichter Wind überm Bett hält sie vom Stechen ab. Licht ist nicht so schlimm wie gedacht, Gelsen lieben die Dunkelheit und der Duft des Menschen lockt sie an. Deswegen regelmäßig duschen, frische Kleider tragen und lieber bei offenem Fenster schlafen. Auch Zitronenellenöl hält sie kurzfristig fern. Nach ca. 60 Minuten verfliegt die Wirkung allerdings. Helle luftige Kleidung schützt besser als ein enges dunkles T-Shirt. Wer einen Garten oder Terrasse hat, sollte unbedingt Regenfässer abdecken und ein paar Tropfen Öl in offene Wasserstellen geben, das hält die Weibchen vom Brüten ab.

Stinkbombe
Insektenforscher Claus Zebitz hat einen Spezialtipp: Zur Ablenkung eine stinkende Socke weit weg aufhängen. Käsefuß-Geruch zieht sie magisch an.



Chemische Keule

Anti-Gelsenspray wie Autan oder NoBite verstört zwar Lack und synthetische Stoffe (Achtung Nagellack und Strumpfhose!) hilft aber bewiesenermaßen gegen Gelsenstiche. Je höher die Konzentration des Wirkstoffs Deet, desto besser. Sprays mit 5 Prozent schützen ca. 90 Minuten lang, mit 30% bis zu 6 Stunden. Alles was darüber hinausgeht, ist sinnlos. Von elektrischen Verdampfern mit Insektiziden raten Ärzte ab, die Chemikalie Permethrin reizt Schleimhäute und beeinträchtigt die Atemwege.

 


Erstversorgung

Nicht kratzen, raten vor allen die Klugscheißer, die selber nicht gestochen wurden. Wenns überall juckt hilft Meditation, Kühlung oder Säure. Eine aufgeschnittene Zwiebel, Zitrone oder Essig neutralisiert das Gift direkt nach dem Stich. Durch Kühlung schwillt er ab und der Juckreiz wird zumindest kurzfristig betäubt – kühlende Gele und Salben aus der Apotheke desinfizieren zusätzlich. Auch Speichel wirkt kleine Wunder: Antihistamine bremsen das Histamin.

Heißer Tipp
Hitze über 45 Grad Celsius zerstört die Eiweißproteine im Mückengift. Einfach einen erhitzten Löffel auf den Stich legen ohne die Haut dabei zu verbrennen. Oder einen elektrischen "Stichheiler" kaufen. Klingt komisch, hilft aber tatsächlich.

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