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Spätes Frühstück im Freihausviertel

Klar, der Naschmarkt ist immer einen Spaziergang wert, aber gerade im Sommer auch ziemlich überlaufen. Die besten Schnäppchen auf dem wöchentlichen Flohmarkt am Samstag macht man übrigens frühmorgens kurz nach der Öffnung um 6.30 Uhr, wenn man gerade vom Tanzcafé nach Hause stolpert – mit etwas Glück bringt man dann nicht nur einen Kater, sondern immerhin auch einen arabischen Teppich mit heim. Wer es lieber ruhig angehen lässt, entspannt sich im angrenzenden Freihausviertel: Hier pulsiert gewissermaßen die urbane Hauptschlagader der Kreativszene, und das heißt natürlich, Galerien, Shops, Werkstätten – und viele kleine Cafés für müde (und verkaterte) Künstler.

 

Vollpension

Schleifmühlgasse 16

Das generationenverbindende Oma-Café in der Schleifmühlgasse ist längst eine Institution: Hier trifft Altes auf Neues (wir reden natürlich nur von der Einrichtung), Kuchen auf Käseplatte und auf jeden Morgenmuffel eine Ladung Lebensfreude, der man sich nur schwer entziehen kann. Wer den Sommer in Wien bleibt und seine Oma in Kärnten oder Kuala Lumpur schmerzlich vermisst, kann sich immer in diese gemütliche Stube flüchten – und an heißen Tagen auf die schattige Terrasse.

 

Amacord

Rechte Wienzeile 15

An der Ecke zur Schleifmühlgasse liegt das sympathische Café Amacord, in dem sich man ab 10 Uhr täglich durch die Weltgeschichte frühstücken kann: Vom Wiener Frühstück (Gebäck mit Butter und Marmelade) über das Englische Frühstück (mit Ham & Eggs) oder das Französische Frühstück (Café au Lait und Croissants) bis zum Maghrebinischen Frühstück (pikante Spiegeleier mit gebratenen Fleischtomaten, Jungzwiebel, Knoblauch und Chili) – wie ein Kurzurlaub für den Magen. Wer allein ist, weil alle im richtigen Urlaub auf Ibiza sind, findet außerdem genügend Lesestoff in der breiten Auswahl an internationalen Zeitungen. Und wer lieber allein wäre, lässt sein Gspusi an der Bar und genießt im einladenden Schanigarten die Sonne.

 

Café Anzengruber

Schleifmühlgasse 19

Wer „urwienerisches Beisl“ im Lexikon sucht (das es noch nicht gibt, aber definitiv geben sollte), wird vermutlich schon bei A wie Anzengruber fündig: Hier wird Gentrifizierung einfach mit dem Gulasch weggelöffelt und auf ranzigen Holzmöbeln aus den Fünfzigern Kaffee, Bier und Spritzer gesoffen, wie sich das gehört – überhebliche Cocktails oder Gin-Fizz-Kreationen, die sich für was Besseres halten, wird man hier weniger finden. Das Gulasch ist hervorragend, das Schnitzel legendär. Das ehemalige Kaffeehaus an der Schwelle zum Nachtlokal mit schönem Schanigarten sperrt inzwischen erst um 4 Uhr nachmittags auf – also gerade rechtzeitig zum ersten Frühstück von Kunst- und Kulturschaffenden.

 

Filmreife Sommernächte im Schikaneder

Das zweite Wohnzimmer vieler Bewohnerinnen und Bewohner des vierten Bezirks lädt auch im Sommer zu entspannten Abenden ein. 

schikaneder 

Margaretenstraße 22-24

Die Mischung aus Bar, Kino und Künstlercharme macht die nach Emanuel Schikaneder (ein ganz leiwander Typ, der das Libretto von Mozarts „Zauberflöte“ geschrieben hat) benannte Independent-Institution zur allseits beliebten Auffangstation von Kreativen, Kopflosen und Nachtschwärmern. Im Sommer kann man sich nicht nur im gemütlichen Schanigarten das hippe Tegernseer die Kehle herunterrinnen lassen, das schikaneder lockt auch wieder mit besonderem Sommerkino: 64 Sommernächte lang, vom 25. Juli bis zum 20. September werden 20 ausgewählte europäische Spielfilme gezeigt, „voller Nostalgie, psychedelisch aufgeladenen Bildwelten, schmutzig-süß erotischen Träumen“, wie das schikaneder selbst ankündigt.

Klingt nach dem perfekten Sommer? Klebrige Klassiker wie „La Boum“ und „Call Me By Your Name“, schräge Streifen wie „Nacktschnecken“ oder „Toni Erdmann“ und abkühlender Horror wie „Das Haus an der Friedhofsmauer“ versprechen: Wird es auch. Und das Beste: Seit kurzem wird man dort auch bis 3 Uhr nachts mit leckeren Burgern, Suppen und Snacks versorgt! Eigentlich muss man das schikaneder in lauen Sommernächten also nie wieder verlassen.

Zum vollständigen Programm geht's hier!

 

Sich den Gemüsegarten nach Hause holen

Ein riesen Vorteil vom Sommer? Es gibt Unmengen an frischem Gemüse aus der Region

LGV Gärtnergschäftl

Kettenbrückengasse 20

Keine Lust mehr auf wässrige Tomaten aus dem Supermarkt? Selber anbauen ist eh viel gesünder als kaufen? Für Selbstversorger, Naturfreunde und Balkonbesitzer ist der Besuch im LGV-Gärtnergschäftl beim Naschmarkt gerade im Sommer ein absolutes Muss: Über 100 Gärtnerbetriebe beliefern das einem urbanen Marktstand nachempfundene Geschäft mit Obst und Frischgemüse. Die Produkte sind nicht nur regional – fast alle stammen aus dem Osten Österreichs, die meisten sogar direkt aus Wien –, sondern auch qualitativ hochwertig und fair.

So geben die Macher auch kleineren Produzenten die Chance, ihre Produkte in der Wiener Innenstadt zu vertreten. Außerdem ist das Gärtnergschäftl der LGV ein echter Pionier in Sachen Verpackungsfreiheit: Kleines Gemüse wie Paradeiser kann man in Papierstanitzeln heimtragen, am besten bringt man jedoch ein eigenes Sackerl mit. Und wer sich am Balkon demnächst den eigenen Gemüsegarten anlegen will, kann sich vor Ort beraten lassen.

Headerfotos: Andra Stefan, www.amsterdamming.com

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Freizeit, 22.8.19