Vor 30 Jahren begann Robert Horn mit seiner Marke R.Horn’s hochwertige Accessoires aus Leder zu entwerfen. Seit sein Sohn Julian mit an Bord ist, ist es für ihn vor allem eins: lustiger. Und er lernte, das Internet zu schätzen.

Erkennt man den Wiener Künstler, der hinter dem bunten Stoffdesign am Tresen im Geschäft in der Bräunerstraße 7 steckt, scheint man bei Robert Horn schon einen Stein im Brett zu haben. „Original Josef Frank!“, bestätigt er euphorisch. Josef Frank, Adolf Loos und die Wiener Moderne sind für den gut aufgelegten Horn Senior das Höchste, wenn es um guten Stil und zeitloses Design geht. Sie waren es auch, die ihn zu seinen ersten Entwürfen inspirierten und dies auch nach wie vor tun. „Mein Vater versucht, diese Tradition fortzusetzen“, ergänzt der Junior Julian Horn. 

 

Und tatsächlich sind die zahlreichen Modelle an Akten-, Hand-, Reise- und Brieftaschen vor allem schlicht, geradlinig, schnörkellos. Ganz dem berühmten Leitsatz „Form follows function“ des amerikanischen Architekten Louis Sullivan folgend, gibt es sie in diversen Größen, mit kleinen und großen Innenfächern, mit Schnallen, Klappen oder Reißverschlüssen. Je nachdem, was KundInnen in ihrem individuellen Alltag am ehesten brauchen. Sie tragen meist prägnante Namen wie „Alma“, „Cobenzl“, „Thomas Mann“ und „Audrey“ und sind größtenteils einfarbig. „Die meisten Exemplare werden natürlich in Schwarz verkauft. Schwarz ist das Schnitzel, die Farben sind nur die Petersilie“, sagt Robert Horn. Dabei komme das geprägte toskanische Leder, das seit Anbeginn für R.Horn’s Produkte verwendet wird, ja besonders bei kräftigen Farben wie Orange, Grün und Hellblau richtig zur Geltung. 

Am häufigsten verkauft wird eine klassische Herrenbrieftasche mit Münzfach in Schwarz gekauft. 

Als Robert Horn vor 30 Jahren anfing, bestückte er zuerst einige deutsche Herrenausstatter mit seinen Accessoires. Erst zwei Jahre später wurde eine ehemalige Portierwohnung in der Bräunerstraße zum ersten Geschäft mit Auslage umgestaltet. Mittlerweile gibt es auch einen Ableger am Stephansplatz und in der Mahlerstraße. Alle drei befinden sich im ersten Bezirk. „In Wien ist der Markt somit gesättigt, Bäume wachsen ja nicht in den Himmel“, so Robert Horn. Julian Horn widerspricht ihm. „Mit dem Internet schon. Sky is the limit“, sagt er.

 

Als der Junior im November 2013 zum Unternehmen stieß, machte er es sich zu seiner Aufgabe, den mittlerweile auch international gut genutzten Webshop aufzupäppeln und den Social-Media- Auftritt von R.Horn’s entsprechend zu gestalten: „Soziale Medien wie Facebook und Instagram sind ein gutes Vehikel. Wir versuchen, den Bogen zu spannen zwischen der mehrheitlich konservativen Klientel und den jungen Leuten. Wir wollen uns dabei aber selbst treu bleiben.“ Aus diesem Grund sehen Vater und Sohn ihre potenziellen Testimonials eher in Typen wie Grace Kelly, Roger Federer oder Peter Simonischek. Wen sie sich da keineswegs vorstellen können? „Kim Kardashian!“, ruft Robert Horn. Das überrascht nicht, ist er doch merklich kein Freund des Schrillen. Auch privat bevorzugt es Horn Senior elegant-sportiv: Ordentliche Lederschuhe, klassische Chinos, farbige Details am Polo-Kragen und ein Hut für draußen. Die braune Geldtasche entstammt selbstverständlich dem eigenen Haus. Dazu noch eine gute Erziehung und Schmäh. Das „Wienerische“ in Literatur und Sprache zählt neben der Wiener Moderne zu seinen wichtigsten Inspirationsquellen.  

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