Die Zukunft ist analog – und wird digital übertragen. Das Supersense ist ein neuer Feinkostladen mit einem Fachgeschäft für Polaroid Fotografie und Musikinstrumente, einem Café und einer Werkstatt. Wer es nicht bis in den 2. Bezirk schafft, kann sich das Ganze auf ihrer Website live von oben anschauen und online genau das bestellen, was andere gerade in der Hand haben. 

Aber zurück zum echten Leben: Da liegt das Supersense im frisch renovierten Dogenhof. Einem 1898 errichteten Palast nach venezianischem Vorbild. Mit seinen Kreuzfenstern und den gold-verschnörkelten Wänden liegt das Bauwerk geschmacklich irgendwo zwischen superschön und superkitischig. Inhaber Florian Kaps, der einst mit Impossible die Polaroid Fotografie rettete und sein Designer Robin Molenaar, der unter anderem das Café Espresso und das Café Menta innenausstattete, machten weit mehr als das Beste daraus: Eine tolle Bar, riesige moderne Luster, Vintage Sessel und selbstgebaute Tische aus Holz und Metall. Zu essen gibt es getoastetes Schwarzbrot mit Stelze & Rucola-Frischkäse Aufstrich, selbstgebackene Kuchen, Kaffee und Wein, exotische Biere, die allerbeste Leberwurst, feinste, frische, regionale und saisonale Bio-Produkte zum Mitnehmen. 

Fotocredit: Gebhard Sengmüller

 

So schnell sollte man aber nicht gehen, denn das Supersense ist ein Abenteuerspielplatz. Im ausrangierten Lift kann man 90 Sekunden lang seine Stimme (oder was auch immer) auf Vinyl aufnehmen, aus dem alten Zigarettenautomaten kleine Kunstwerke ziehen, Karten drucken oder die schönsten Plattenspieler Wiens bewundern. Doch statt eines durchgeplanten Concept Store, verkauft Florian Kaps nur das, was ihm auch wirklich taugt. Und das taugt uns am allermeisten. 

Header- und Einleitungsbild: Supersense, Gebhard Sengmüller

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