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Meidling könnte man als ziemlich charmanzig bezeichnen – also eine Mischung aus charmant und ranzig. Hier regiert die absolute Wurschtigkeit. Wer statt Pyjama Jogging-Hose trägt, gilt eigentlich schon als overdressed. Die Ankunft der ersten Hipster und Bobos macht sich dennoch bemerkbar, nicht nur weil die laktosefreie Milch beim Spar in der Wolfganggasse verdächtig oft aus ist. Auf dem Meidlinger Markt, dem Juwel von 1120, werden bereits erste Gentrifizierungsversuche spürbar, die der Realness von Meidling aber ohnehin nichts anhaben können. Auf dem kleinen Markt geht es jedenfalls harmonisch zu, Kebap und Quinoa koexistieren problemlos. Das Schönste: Der völlig beliebige Mini-Flohmarkt, bei dem selbst hartgesottene Messies unmöglich etwas Brauchbares finden können.

 

Das Schirchste: Das traurige, kantinenartige Restaurant im Riesen-Spar neben dem Markt.

Das Absurdeste: Frauen müssen auf der öffentlichen Toilette am Markt 50 Cent für ihr Geschäft zahlen, Männer nichts.

 

Saigon Bistro

Stand 77 und 78, Wien 1120

Hier gibt es großartige und authentische vietnamesische Küche zu vertretbaren Preisen. Alles wird frisch zubereitet, die Besitzer sind wahnsinnig freundlich und die Portionen anständig. Für die göttlichen Teigtaschen sollte man aus ganz Wien anreisen!

 

Marktgasthaus Holzhütt’n

Meidlinger Markt 127-130, Wien 1120

Wer’s bodenständig mag, muss in die Holzhütt’n. Die “kleinen” Spare-Ribs mit den perfekten Bratkartoffeln kosten 9,90 Euro und man braucht danach zwei Tage nicht mal an Essen denken. Kein Mensch weiß, wie die Großen aussehen sollen. Auch die andere Speisen sind größentechnisch durchaus bemerkenswert. Schmecken tut die österreichische Hausmannskost mit Balkaneinschlag auch.

 

Milchbart

Meidlinger Markt 6-8, Wien 1120

Das sympathisch-chaotische Bobo-Lokal Milchbart serviert, worauf der Koch gerade Lust hat. Die Zutaten dafür besorgt er direkt am Markt und egal, was er mit ihnen tut, es mundet. Als Gast sollte man allerdings ein bisschen flexibel sein. Wenn das kleine Lokal voll ist, kann es schonmal länger dauern. 

 

Außerdem:

Im MarctStandl gibt es Bio-Produkte und Veganes, im Malefitz Craft-Beer, das Hüftgold verwöhnt mit Süßem und bei Anna am Markt gibt es Delikatessen mit französischem Touch. Am Wochenende findet außerdem ein Bauernmarkt statt.

 

In der Gegend

Weinhaus Pfandler “Zu den seligen Affen”

Dörfelstraße 3a, 1120

Den ehemaligen Transporter-Besitzer hat es gastronomisch nach Meidling verschlagen, wo er das Weinhaus Pitzl übernommen und renoviert hat. Nun heißt es Pfandler und ist besser denn je. Im 50er-Ambiente gibt es prächtige kalte Speisen und Spitzen-Wein. Nur Heimgehen fällt schwer.

 

Gasthaus Stafler

Ehrenfelsgasse 4, 1120

Beim Stafler isst man die beste Südtiroler Küche – macht man ohnehin viel zu selten. Außerdem ist es ein hübsches, gehobenes Wirtshaus, in dem man nie jemanden trifft, den man kennt. Immerhin sind wir in Meidling. Ideal für erste “Schön-Essen-gehen-Dates” also.

 

Café Nahid

Meidlinger Hauptstraße 32

Hätte Meidling sowas wie Hipster, würden sie im süßen Café Nahid abhängen. Auf der einzig wahren Einkaufsstraße Wiens gelegen, der Meidlinger Hauptstraße, versorgt uns die schummrige Wohlfühloase mit Kaffee und Bier bis Mitternacht.

 

Du stehst auf Märkte? Hier geht's zum Kutschkermarkt und zum Naschmarkt.

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