Grau in Grau – so scheint derzeit nicht nur das Wetter, sondern auch unser Alltag. Die Museen sind geschlossen, die Kaffeehäuser zu – zu Hause bleiben lautet die Devise. Doch eines, das dürfen wir auch in dieser Zeit: Spazierengehen.
Und weil die immer gleiche Runde um den Block dann doch irgendwann langweilig wird, haben wir für euch vier ganz spezielle Spazier- und Wanderrouten am Rande Wiens herausgesucht. Also Mütze auf, Daunenjacke an und ab ins Freie. Hier kommen vier Ausflugsziele am Wiener Stadtrand, die nur darauf warten entdeckt zu werden und euch versprochen jede Menge Abwechslung in euren Alltag bringen.

 

Burg Liechtenstein/Naturpark Föhrenberg 

Die Tour für Architektur- und Burgenliebhaber

Anreise: Von Siebenhirten (U6) müsst ihr mit dem Bus Linie 270 nur eine Viertelstunde Richtung Mödling fahren und bei der Station Maria Enzersdorf Franz-Josefstraße aussteigen.

Nicht weit entfernt vom Großstadttrubel kann man im Naturpark Föhrenberg entspannen und die Natur auf zahlreichen Wanderrouten genießen. Durch Stock, Stein und Wald kann man hier einiges entdecken und hat einen traumhaften Ausblick über Perchtoldsdorf und Brunn am Gebirge, bis nach Wien.
Dabei gibt es einige antike Schätze zu bewundern: Vom Husarentempel, über den Schwarzen Turm bis zum absoluten Highlight: die märchenhafte Burg Liechtenstein. Die Burg, die auf einem Felsen gebaut wurde, zieht normalerweise zahlreiche Touristen an – derzeit habt ihr den Ausblick auf das prachtvolle Anwesen aber mehr oder weniger für euch allein. Das architektonische Meisterwerk entstand bereits im Jahr 1135 und ist die einzige Stammburg eines regierenden Fürstenhauses, dem – ja wie sollte es anders sein – Fürst von Liechtenstein.
Ein Ausflug, der euch also bestimmt märchenhaft verzaubert.

 

Von den Steinhofgründen zur Ottakringer Jubiläumswarte

Die Tour für den Perspektivenwechsel

Anreise: Ihr fahrt am besten mit den Bussen 46A oder 46B von Ottakring (U3) bis zur Haltestelle „Feuerwache am Steinhof“. 

Gestartet wird hier im idyllischen Erholungsgebiet „Steinhofgründe“, wo ihr neben viel Natur auch meisterhaft architektonische Bauten bewundern könnt. So könnt ihr bei eurem Spaziergang beispielsweise die Kirche am Steinhof bestaunen, die euch vor allem durch ihre große goldene Kuppel in ihren Bann ziehen wird, denn die Jugendstilkirche ist ein echtes Architekturjuwel. Anschließend spaziert ihr weiter, vorbei an der Otto-König Warte über die Kreuzeichenwiese, bevor ihr nach ungefähr einer halben Stunde die Ottakringer Jubiläumswarte auf dem Gallitzenberg (480 Höhenmeter) im 16ten Wiener Gemeindebezirk erreicht.
Zwar kann man im Winter nicht auf die Warte, dennoch ist sowohl sie selbst als auch der Rundumblick über Wien, der euch bei diesem Spaziergang öfters erwartet, einen Besuch wert. Wer Kitsch und Romantik liebt, sollte die Route zudem gegen Abend entlang spazieren, um die Sonne langsam hinter den Hügeln verschwinden zu sehen. Aussichtsreicher Perspektivenwechsel garantiert!

 

Donau-Auen/Josefsteg 

Die Tour zum Abschalten direkt durchs Schilf

Anreise: Am besten fahrt ihr mit der U2 bis zur Donaustadtbrücke und von dort 5 Minuten mit dem Bus 92b bis zur Station Raffinierstaße/Biberhaufenweg, innerhalb von 5 Minuten gehen seid ihr dann am Eingang des Nationalparks.

Ihr habt eine stressige Woche hinter euch und braucht unbedingt Natur und Ruhe? Dann nichts wie hin in die Lobau und den Nationalpark Donau-Auen. Mehr Idylle und magische Ruhe geht fast nicht. Ob zu Fuß oder mit dem Rad, hier seid ihr zwischen Wald, kleinen Seen und jeder Menge Natur komplett abgeschottet von der oft so hektischen Stadt.
Highlights, die es hier zu sehen gibt, sind auf jeden Fall die kleinen im Dickicht versteckten Seen wie die Dechantlacke, die ihr bald zu Beginn des Spaziergangs umrunden könnt und etwas tiefer im Nationalpark, der neu gebaute Josefsteg, ein 150 Meter langer Holzsteg, der sich durch das im Winter oft verschneite Schilf zieht. Zudem könnt ihr zahlreiche Vögel beobachten, die hier ihren Winter verbringen. Mit etwas Glück seht ihr sogar Seeadler stolze Kreise über das gefrorene Wasser ziehen. Der perfekte Abstecher ins (bestenfalls verschneite) Grün!

 

Hohe Wand 

Die Tour für alle die hoch (weit) hinaus wollen und Alpakas lieben

Anreise: Diese Tour ist etwas weiter weg (ihr braucht ungefähr eine Stunde mit den Öffis) aber die Fahrt lohnt sich! Vom Wiener Hauptbahnhof fährt stündlich ein Zug bis Grünbach am Schneeberg, ihr müsst dabei einmal in Wiener Neustadt umsteigen. 

Während man in Wien tagelang im Nebel sitzt, herrscht auf den Bergen meist strahlender Sonnenschein. Also nix wie raus aus Wien und hinauf auf die Hohe Wand Vitamin C tanken. Ob ambitionierte Wanderer*Innen oder gemütliche Spazierer*Innen, hier gibt es für jede(n) die richtige Tour.
Die Routen führen durch den hügeligen Wald des Naturparks bis zur Aussichtsterrasse und dem atemberaubenden Skywalk. Zudem gibt es am Parkplatz, an dem ihr entweder die Tour startet oder am Ende der Route vorbeikommt, zuckersüße Lamas zu bestaunen. So kann der Tag doch nur gut werden! On Top ist die Hohe Wand im Winter der Rodelhotspot schlecht hin. Winterzauber ist hier also vorprogrammiert!

 

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