Wenn du vom Karlsplatz die Rechte Wienzeile entlang spazierst, findest du dich bald zwischen Café Amacord und dem Hotel Drei Kronen wieder. Anstatt den verlockenden Angeboten vom gegenüberliegenden Naschmarkt zu folgen, solltest du zwischen Café und Hotel links abbiegen und schon bist du am unteren Ende der Schleifmühlgasse. (Ein Tipp für die, die nicht zu Fuß gehen wollen: Der 59A Bus bleibt direkt in der Schleifmühlgasse stehen.)

 

Steckbrief Schleifmühlgasse 

Das Schönste: die Schanigärten auf der Straße

Das Schirchste: die Fliesen Fassade vom „Nostalgische Mode“ Geschäft

Das musst du probiert haben: den Gugelhupf aus der Vollpension

 

Der schönste Teil der Gasse geht vom Naschmarkt bis zur Kreuzung mit der Margaretenstraße. Dazwischen leben Menschen in Altbauhäusern, wie wir sie aus Wien kennen und lieben. Cafés und Lokale gibt es zur Genüge. 

Gleich zu Beginn ist auf der rechten Seite das Café Amacord, dort gibt es super Kaffee und nicht so super Jazzmusik (vielleicht ist Jazz auch einfach nicht so das meine). Spaziert man die Straße weiter entlang, kommt man zum Otto e Mezzo. Ein Italiener, der nach einem Fellini Film von 1963 benannt ist. Dort gibt’s neben Pizza und Spaghetti auch immer saisonale, ausgefallenere Angebote. Besonders schön ist es hier im Sommer im Schanigarten.

 

Shopping mal abseits von H&M und Co.

Genau gegenüber vom Otto e Mezzo ist das etwas skurrile Mimi Mandl Geschäft. In diesem Laden gibt es alles, was du noch nie haben wolltest, aber sobald du es siehst, unbedingt brauchst. Hier kannst du von Keksausstechern über Bambusgeschirr bis zu Christbaumschmuck wirklich alles kaufen. Seit 2016 bietet Mimi Mandl auch Kochkurse an.

Am Eck liegt das Café Anzengruber – ein richtig wienerisches Beisl. Wenn du wirklich gutes Gulasch essen möchtest oder mit einem Ur-Wiener plaudern, dann bist du hier richtig.

Lust auf ausgefallene Klamotten? Nach dem Kaffee im Anzengruber kommst du auf der rechten Seite zu einer Vintage-Mode Boutique, die „Nostalgische Mode“ heißt. Mit ein bisschen Glück findest du hier beim Stöbern etwas für die nächste 80er Jahre Mottoparty.

 

Alles dreht sich ums Brunchen

Auf der anderen Seite, ein bisschen schräg gegenüber von den Bundfaltenjeans und Schulterpolstern, batteln sich die Vollpension und der Breakfast Club, wer den besten Brunch der Straße bietet. Beide Lokale sind Langschläfer-freundlich und bieten am Wochenende bis 14 Uhr Brunch und Frühstück an. Besonders gut in der Vollpension ist der Kuchen. Gemütlich ist es dort auch, und zwar eher im altmodischen Stil mit ganz viel Kitsch und Drumherum. Zum Glück haben Hipster das „Bei Oma auf der Couch“ Ambiente wieder cool gemacht. 

Update August 2017: In der Vollpension wird statt Brunch am Wochenende nun Frühstück à la carte angeboten, auch sehr super!

Etwas spärlicher, dafür aber multikulturell ist es im Breakfast Club direkt neben der Vollpension. Dort gibt es vom beliebten „Vienna Special“ bis zu amerikanischen Klassikern wie French Toast und Waffeln eigentlich alles. 

Am Ende der Straße befindet sich das Johnny’s. Den Irish Pub gibt es seit 1996. Hier bietet es sich an, den langen Arbeitstag bei einem Guinness ausklingen zu lassen. Geheimtipp: Man sollte auf alle Fälle mal an einem Dienstag vorbeischauen und sein Glück bei dem Pub Quiz versuchen. 

 

Grätzl Food

Frühstück/Brunch/Kaffeepause

Fast die gesamte Schleifmühlgasse besteht aus Lokalen. Die meisten bieten Brunch und Frühstück an. Wer es traditionell wienerisch möchte, sollte ins Café Anzengruber gehen. Eher ausgefallen ist die Vollpension. 

Drinks

After-Work Drinks gibt’s für die Feinen in der Szigeti Sekt Bar und für die Gemütlichen im Irish Pub Johnny’s. 

Dinner

Fehlen tut es in der Schleifmühlgasse nur an Restaurants. Im Otto e Mezzo gibt’s zwar richtig gutes italienisches Essen, aber wenn du mal keine Lust mehr auf Pizza hast, musst du vielleicht doch auf den Naschmarkt zurückgreifen.

 

Judiths Fazit

Die Schleifmühlgasse ist ein belebtes aber dennoch ruhiges Stück im 4. Bezirk von Wien. Sie eignet sich perfekt als Fluchtort vom touristenüberfüllten Naschmarkt und als Brunchparadies am Wochenende.

 

Header- und Einleitungsbild: By Dguendel (Own work) [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons

 

Wenn du schon in dem Grätzl spazieren gehst, schau doch auch in der Operngasse vorbei! 

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