Einer der oft gehörten Vorwürfe an das zeitgenössische Bühnengeschehen lautet "Zu viele Nackerte". In diesem Sinne ist die Tanzperformance "more than naked", die noch bis Samstag im Wiener WUK zu sehen ist (und leider schon ausverkauft ist - vielleicht wird es Zusatztermine geben?!) also ein Paradebeispiel für das Böse. Zwanzig nackte Menschen auf der leeren Bühne. Im rechten hinteren Bühneneck ein DJ-Pult, das von Doris Uhlich höchstselbst bedient wird. Das Konzept ist so simpel wie genial: Menschen bewegen sich zu guter Musik und erforschen nebenbei ihre Körper. Schon nach einigen Songs spürt man Neid auf die Befreiten auf der Bühne und fragt sich wann endlich der FKK-Zwang in heimischen Clubs eingeführt wird. Geht es beim Tanzen denn nicht ohnehin immer darüber seinen Körperbau ins rechte Licht zu rücken? Kleidung stört dabei doch bloß. Vorallem beraubt man sich unzähliger Ausdrucksweisen, wie man bei Uhlich sehen kann: Mit der Hilfe von Mittänzern kann man am Körper zum Beispiel so ziemlich alles zum Wackeln bringen. Kollektives Körper-Klatschen sieht auch ziemlich partytauglich aus. Was für ein Glück, dass man das am Samstag bei der "Let´s party our bodies" -Tanzveranstaltung (und gleichzeitig Dernièren-Feier) gleich ausprobieren kann. 

Ach ja, und weil die Musik so toll war - hier ist die bis auf zwei Nummer rekonstruierte Spotify-Liste zu diesem auch musikalisch äußerst befriedigenden Abend. 

 

Einleitungs- und Headerbild: more than naked, c Andrea Salzmann und Theresa Rauter

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