Es ist Dienstag, 17.3.2020, 10 Uhr

Ich zieh´ die Vorhänge auf.

Blick hinaus.

Die Straße draußen sieht verlassen und irgendwie auch etwas gruslig aus.

Die Welt hat sich um 180 Grad gedreht,

ein jeder merkt, dass grad alles drunter und drüber geht,

und bald schon nur mehr kopfüber steht.

Blick nach hinten, Lagecheck:

Meine Wohnung ist 36 Quadratmeter groß,

eigentlich ganz schön, auch nicht ganz so verdreckt,

doch mir ist bewusst: Egal wie´s ist, so schnell komm ich hier nicht mehr los.

Wir müssen drinnen bleiben,

so von offiziellen Seiten,

und von drüben herüber hör´ ich schon die Nachbarn über Hamsterkäufe streiten:

„Ach gib doch a Rua, so schnö geht des scho ned aus!

Wieso glaubst´n des?

Des Klopapierfach im Supermarkt sah heut´ schon wieder leer aus!“

Also: Vorhänge wieder zu, fall´ aufs Bett,

ach, Stimmen in meinem Kopf geht doch endlich weg!

Drum erstmal 4 Stunden Handy gecheckt!

Whatsapp an,

Facetime aus, 

Houseparty sieht sowieso schon ultra überlastet aus,

und auf Instagram sieht es in den Storys sowieso nur gleich aus:

„Quarantäne time

– entweder zu zweit oder allein,

und ein paar wenige wollen mit Sprüchen wie „Warum stresst ihr den alle so, schmeiß jetzt erst mal ne Party“ ultra draufgängerisch sein! 

Erster Gedanke: lol.

Zweiter Gedanke: einfach nein!

Ich scrolle also noch mal durch den Feed 

und siehe da, was mich plötzlich magisch in seinen Bann zieht,

Ein neuer Text, der zur Abwechslung mal etwas Mut und Hoffnung gibt:

 

And the people stayed home. And read books, and listened, and rested, and exercised, and made art, and played games, and learned new ways of being, and were still.

And listened more deeply.

Some meditated, some prayed, some danced.

Some met their shadows.

And the people began to think differently.

And the people healed.

And, in the absence of people living in ignorant, dangerous, mindless, and heartless ways, the earth began to heal.

And when the danger passed, and the people joined together again, they grieved their losses, and made new choices, and dreamed new images, and created new ways to live and heal the earth fully, as they had been healed.

- Kitty O`Meara

 

Einen Moment lang halt ich still,

und dann wird mir klar:

All das was hier steht, ist so verdammt wahr!

Ich raffe mich also nun auf,

los raus aus meinem Bett,

rolle, noch etwas widerwillig, meine Yoga Matte aus,

schick all den Frust und Ärger weg,

denn ab heute gilt: Ich mache jetzt das Beste draus!

Quarantäne hin oder her,

was gestern noch ging, geht übermorgen vielleicht schon nimmer mehr,

drum im Moment leben,

die Sache für sich zum Guten drehen:

Und hey: während ich hier beginn mich mal besser zu fühl´n,

zu lachen, zu tanzen,

und mal so richtig in mich rein zu spür´n,

erwachen in Australien die Wälder zu neuem Leben.

Die Umwelt atmet auf,

das können wir alle miterleben,

und nach dieser, sind wir ehrlich, doch irgendwie ätzenden Zeit,

mit frischem Wissen und Gedanken

vielleicht neue Wege gehen!

Also: i bleib´ dahoam!

 

Text von Magdalena Frauenberger

Jetzt, wo du schon philosophisch gelaunt bist, kannst du dir gleich diese 100 Fragen stellen.

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