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Ja, das Popfest ist schon länger nicht mehr der ultimative Geheimtipp. Die Zeiten als man gemütlich im brut schunkelte und last-minute in alle Venues hineinkam sind vorbei. Trotzdem ist es das vielleicht schönste Wochenende des Wiener Sommers: Beim Popfest läuft man allen Leuten über den Weg, die man schon ewig endlich mal "auf einen Kaffee" treffen wollte, sitzt stundenlang am Teich bei Bier und Spritzer und lässt sich nebenbei von der heimischen Musikszene begeistern. Zu später Stunde geht es dann in den Prechtl-Saal oder ins Heuer. Fortgehen war noch nie einfacher oder billiger: Der Eintritt zu allen Konzerten rund um den Karlsplatz ist nämlich wie immer gratis.

Und was man sich unbedingt anhören sollte? Hier unsere Tipps:

 

ROBB

Die Truppe rund um den Deutsch-Amerikaner Robert Summerfield macht extrem entspannten Soul-Pop und klingt eher nach London als nach Leopoldstadt. Auf der neuen EP "Heat" sind auch einige sehr tanzbare Uptempo-Funknummern mit Vintageflair zu finden. Kennengelernt hat man sich bei einem Jazz-Jam am Konservatorium Wien - die Kollegen haben ihre musikalischen Hausaufgaben gemacht und sind auch für spontane Einlagen zu haben. Und für die samtig-rauchige Stimme von Frontsänger Rob vergeben wir mindestens fünf Herzemojis.

WANN: Samstag, 30.Juli um 20 Uhr
WO: Seebühne am Karlsplatz

 

Musikarbeiterinnenkapelle 

Blasorchester können viel mehr als Feuerwehrfeste. Für diese Erkenntnis hat es die Musikarbeiterinnenkapelle gebraucht. Man formierte sich um gemeinsam das Trauma der dörflichen Blasmusik zu überwinden. Das Projekt darf als gelungen betrachtet werden: Die Musikarbeiterinnen traten schon mit Gustav und Tanz Baby! auf und sind als Live-Begleitung der legendären Fearleaders tätig. Beim diesjährigen Auftritt am Popfest wird das "feat.-Portfolio" noch einmal ordentlich erweitert. Zahlreiche streng geheime Überraschungsgäste werden erwartet. Maurice und Marko for Seebühne! 

WANN: Donnerstag, 28. Juli um 20 Uhr
WO: Seebühne am Karlsplatz

 

KŒNIG

Lukas König ist Teil des Duos Königleopold und war schon im Vorprogramm von Bilderbuch zu erleben. Seine Solo-Auftritte sind ein besonderes Spektakel: Körper und Instrumentarium mit fluoreszierenden Farben bemalt, bedient der ausgebildete Perkussionist Schlagzeug, Synthie und Stimmverzerrer und mischt munter HipHop, Jazz, Techno und wilde Texte zusammen. Ein Gesamtkunstwerk. 

WANN: Samstag, 30. Juli um 2 Uhr früh
WO: brut 

 

 

VOODOO JÜRGENS

Voodoo Jürgens hat nicht nur den besten Künstlername den wir je gehört haben, er schreibt auch Musik die so klingt, als wäre sie immer schon dagewesen. Mit "Gitti" und "Heite grobn ma Tote aus" hat er Instant-Classics der großen Unbekannten namens "Austropop" geschrieben die nahtlos auf eine Ambros-Platte oder in den Wurlitzer im Café Bendl passen würden. Wer waren nochmal Wanda?

WANN: Donnerstag, 28.Juli um 18.30 Uhr
WO: Seebühne

 

 

JOHANN SEBASTIAN BASS

Schon wieder ein Bandname mit Wortwitz den wir leider ziemlich lustig finden. Und das schon seit letztem Jahr, als JHB knapp gegen "The Makemakes" bei der Endausscheidung für den Euro-Vision-Songcontest verloren. Wie die Chose ausging, ist jedermann bekannt oder - frei nach Matthäus: Die Zweiten werden die Ersten sein. Und somit dürfen wir dieses Jahr die kostümierten Techno-Barockspezialisten in der Karlskirche statt der glattgebügelten "Zero Pointers" erleben. Amen.

WANN: Sonntag, 31. Juli um 22 Uhr 
WO: Karlskirche

Tipp: Früh genug anstellen! Letztes Jahr reichte die Schlange für die Zählkarten bis zum Wien-Museum.  

 

 

KRISTY AND THE KRAKS

Das stylishste Duo seit den White Stripes erscheint beim Wiener Idealistenlabel Totally Wired Record und besteht aus der Gitarristin Kate Kristal und der Schlagzeugerin Ana Threat. Gemeinsam produzieren die beiden Damen feinen 60er-Retrosound mit Grunge-Anleihen. In allen Kritiken wird zudem darauf verwiesen, dass ihre Musik perfekt in einen Quentin-Tarantino-Film passen würden. +1! 

WANN: Donnerstag, 28. Juli um Mitternacht
WO: Prechtlsaal in der TU

Tipp: Im Hof der TU trinkt es sich besonders gemütlich und die Wartezeiten vor den Foodtrucks sind meist erfreulich kurz. 

 

 

Headerbild: Simon Brugner/ theyshootmusic.com

Eher auf der Suche nach Ruhe dieses Wochenende? Dann geht es hier zu den schönsten Wiener Wanderwegen. 

 

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Kultur, 26.7.17