Die Deadline für die Seminararbeit rückt näher, nächste Woche hast du eine Prüfung und bei der Gruppenarbeit macht auch wieder niemand was? Obwohl du so viel zu tun hast, kannst du dich nicht konzentrieren? Wie schwer kann es sein, einfach mal einen Tag richtig produktiv zu sein? Gar nicht so schwer. Und dazu brauchst du weder Aufputschmittel noch einen Karatekurs im Dachziegel-Zerschlagen: Volle Konzentration und einen starken Fokus kannst du schon mit einer ganz einfachen Technik erreichen – was eine Tomate damit zu tun hat, erfährst du hier. 

 

Die Pomodoro-Technik

Nein, du musst die Tomaten nicht essen (schadet aber sicher nicht – Vitamine sind auch wichtig für die Konzentration), aber sie ist der Namensgeber für eine Fokus-Technik. Erfunden hat diese Francesco Cirilio, ein Italiener, der in den 90er Jahren während seines Studiums auch Konzentrationsschwierigkeiten hatte – also noch bevor es Smartphones und flächendeckende WLAN Zugänge gab. Selbstständiges Zeitmanagement auf der Uni überforderte ihn. Große Stoffmengen sammelten sich an, weil er stets eine neue Ausrede fand, warum er gerade heute nicht lernen konnte – man kennt‘s. Francesco fiel es schwer, sich „zusammenzureißen“ und sich für mehr als ein paar Minuten zu konzentrieren. So blieb er über viele Semester hinweg ein klassischer „Bummelstudent“. 

Die Lösung kam dann so einfach: Er schloss mit sich eine Wette ab und fragte sich, ob er sich 10 Minuten am Stück richtig konzentrieren konnte. Um die Zeit zu messen benutzte er eine Küchenuhr in Form einer Pomodoro (ital. Tomate) Und siehe da – es funktionierte: 10 Minuten volle Konzentration auf eine einzige Aufgabe! Kein Abschweifen, keine Ablenkung – seine Welt schrumpfte zusammen auf eine einzige Tätigkeit. 

Tick-tack-tick-tack: Endlich frei von jeder Ablenkung!

 

Heute ist die Pomodoro-Technik fester Bestandteil von Produktivitätssystemen und auch als (eine Reihe von) Apps verfügbar. Der Erfinder verlängerte das Zeitintervall auf 25 Minuten und schuf eine simple Vorgehensweise, die schnell erklärt ist.

 

Wie funktioniert‘s?

- Schreibe deine To Dos auf! (Zum Beispiel: „Einleitung für die Seminararbeit schreiben“ oder „Aufgabe 2 und 3 lösen“)

- Reihe die To Dos nach Wichtigkeit und Dringlichkeit

- Wähle die wichtigste Aufgabe aus und stell dir auf dem Handy oder einer Uhr einen Timer auf 25 Minuten. 

- Arbeite 25 Minuten hochkonzentriert an der Aufgabe!

- Mach danach fünf Minuten Pause! Steh mal auf, öffne das Fenster, trink ein Glas Wasser oder iss einen Apfel.

- Dann arbeitest du wieder 25 Minuten und pausierst dann wieder fünf Minuten.

- Nach jedem vierten Zeitintervall machst du eine längere Pause von 15 Minuten. Sobald du die jeweilige Aufgabe restlos erledigt hast: Abhaken und die nächste bitte!

 

Die Vorteile auf einen Blick

- In regelmäßigen Intervallen zu arbeiten bringt viele Vorteile, die ich für meine Arbeit als Lektor für wissenschaftliche Abschlussarbeiten nur bestätigen kann:

- Zunächst fällt Stress von dir ab, wenn du dir ein enges Zeitfenster setzt. Irgendwie hat das Ticken des Countdowns eine beruhigende Wirkung, denn du weißt: Jetzt musst du konzentriert bleiben und das Maximum aus deiner Zeit herausholen. Dadurch verhinderst du, dass deine Gedanken abschweifen, du bündelst deine Kräfte wie einen Laserstrahl.  

- Du gelangst in den Flow und verlierst dein Zeitgefühl. Durch die enge Konzentration auf einen einzigen Punkt entwickelst du einen Tunnelblick. Viele erzählen von einer Art Sog, durch den sie regelrecht in jene Aufgabe hineingezogen werden, vor der sie sich zuvor noch so lange geziert haben. 

- Anstrengung wird außerdem belohnt – und zwar schon unmittelbar durch Dopamin, dem körpereigenen Glückshormon. Unser Gehirn schüttet es immer dann aus, wenn wir etwas zu Ende bringen, eine Aufgabe von unserer Liste streichen. Dadurch stellen sich Wohlbehagen und innere Zufriedenheit ein. 

- Du sparst Zeit: Wenn du dich im 25-Minuten-Takt darauf konzentrierst, deine Aufgaben zu erledigen – an der Hausübung zu schreiben, für die Prüfung zu lernen – gelangst du schneller an dein Ziel. Dabei vergisst du auch nicht auf die ebenso wichtigen Erholungsphasen. Dich ständig ablenken und unterbrechen zu lassen, ist nämlich so, als würdest du auf der Fahrt von Wien nach Graz jede Autobahnabfahrt benutzen und dadurch unnötig deinen Weg verlängern. Genau das tun aber viele, die sich regelmäßig wundern müssen, wie aus einer halben Stunde für ihre Aufgabe am Ende ein ganzer Nachmittag werden konnte.

 

Du brauchst trotzdem noch Unterstützung? Dann lass deine Arbeit am besten vom Profi Korrekturlesen. Hier gibt's alle Infos.

 

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