Hast du dich schon jemals gefragt, welche Schrift die Wiener Linien verwenden? Oder welche Schrift auf deinem Straßenschild zu sehen ist? Nein? Dann bist du nicht Einzige. Aber wie das bei so vielen Themen der Fall ist, wird die Welt viel schöner und bunter, wenn du Dinge benennen kannst – denn sie zu benennen heißt, sie zu sehen. Auch Wien wird schöner, wenn du anfängst, die Schriften der Stadt zu sehen und lieben zu lernen.

 

Die Wiener Melange

Wusstest du, dass die Stadt Wien eine eigene Schrift hat? Sie wurde 2019 extra von der Type Foundry »Dalton Maag« entworfen und nach der einzig wahren Wiener Kaffeekreation benannt. Die Biegungen der Buchstaben sind dem Wien-Wappen nachempfunden – mehr Wien geht nicht!

 

Die Wiener Norm

Das ist die Straßenschilderschrift – also die Schrift, die für die Straßenbeschilderungen verwendet wird.
Sie wurde 1923 entworfen, als viele Straßen neu benannt wurden und die Stadt einheitlichere Schilder haben wollte. So ganz einheitlich sind die Schilder noch immer nicht, aber trotzdem Alles Gute zum fast hundertsten Geburtstag!

 

Die Henriette

Auch, wenn die Straßenschilderschrift gut in die Jahre gekommen ist, gibt es eine moderne Schwester von ihr: die »Henriette«. Sie wurde von den »Type Jockeys« in Wien entworfen und benannt nach dem wunderschönen Henriettenplatz in Wien 1150. 

 

Womit fahren die Wiener Linien?

Auch die U-Bahn will ohne Schrift nicht fahren. Die Schrift, die verwendet wird, ist die »Helvetica« – eine berühmte Schweizer Schrift, die übrigens auch auf den Tschickpackerl prangt und über die Gefahren des Rauchens aufklärt. Auch die New Yorker Subway verwendet die Schrift, da fühlt man sich sicher gleich wie daheim. 

 

Die »New Zelek«

Die Wiener Linien, die Wiener Stadtwerke, Wien Energie – alle verwenden oder verwendeten diese eine zackige Schrift, an der man Wien sofort erkennt, und doch war ihre Herkunft lange ein Rätsel. Die Schrift wurde in den 1970ern vom polnischen Plakatkünstler Bronisław Zelek entworfen und heißt deshalb auch »New Zelek«. Herr Zelek hat allerdings keinen Groschen dafür bekommen. Deshalb verdient er es, dass du an ihn denkst, wenn du das nächste Mal an Zelek’s Buchstaben vorbeispazierst.

 

Die Arnold Böcklin

Die »Böcklin«, wie sie liebevoll genannt wird, ist eine Jugendstilschrift, die du überall entdecken wirst, wenn du sie einmal kennst. Top Spot sind die alten Beisl von Wien, in denen die Plätze von Stammgästen warmgehalten werden und sich die Rauchschwaden der vergangenen Jahrzehnte mit Bierdunst vermischen. Ja, was wär Wien ohne die alten Beisl-Schriftzüge, die uns in dunklen Nächten den Weg weisen?

 

Der Verein Stadtschrift

Manche Menschen sammeln Briefmarken oder Pokémonkarten, dieser Verein sammelt Schriftzüge. Um genauer zu sein: Vintage Schriftzüge von alten Geschäften und Boutiquen in Wien. Manche davon machen sie auf Feuermauern der Öffentlichkeit zugängig, damit sie nicht komplett aus der Stadt verschwinden, wenn die dazugehörigen Geschäfte schließen. Zum Beispiel am Ludwig-Hirsch-Platz in der Leopoldstadt, oder an der Kreuzung Mollardgasse/Hofmühlgasse in Mariahilf.

 

Vienna City Typeface

Achim, der hinter diesem Account steckt, hält seit fast zehn Jahren das Schriftbild von Wien fest. Wenn du also einmal länger weg bist und Wien vermisst, oder deine Beine einfach zu müde zum Spazierengehen sind, dann ist ein Besuch bei Vienna City Typeface Pflicht.

 

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