Im Jahre 2004 habe ich dank des YOU & ME Textbooks im Englischunterricht eine wichtige Lektion für mich und mein Leben gelernt: Fast food is not always Junk food. Als Besserwisserin sondergleichen war es mir von diesem Tag an möglich jeden X-Beliebigen, der diese Wortkombination in falschem Kontext verwendet hat, zurechtzuweisen und ihm etwas Besseren zu belehren – ein großartiges Gefühl! Als ich nun von „Slow Food“ erfahren habe, war ich Feuer und Flamme herauszufinden, worum es sich hier genau handelt. Mein Wissen will ich mit euch teilen, damit wir ab heute gemeinsam Unwissende in die Schranken weisen und uns dadurch besser fühlen können. What a good time to be alive! 

 

Slow food

Slow Food ist mehr als eine Gegenbewegung zum Junk Food. Es beschreibt das genussvolle und bewusste Essen regionaler Produkte. Austria first sozusagen! 

Die Slow Food Bewegung kommt ursprünglich aus Italien. Sie wurde 1989 als Non-Profit-Organisation gegründet, um dem Verschwinden lokaler Traditionen entgegenzuwirken. Wichtig war und ist für die Gründer des Vereins, dass die Menschen ihr Essen wieder bewusster wahrnehmen und wissen, woher es kommt. 

 

Gut, sauber, fair

Wichtig beim Slow Food ist, dass die Lebensmittel frisch und saisonal sind und obendrein auch noch richtig gut schmecken. Im Sommer gibt’s also frische Früchte, wie Marillen und Erdbeeren, die eine kräftige Farbe haben, weil sie von der Sonne geküsst werden. Im Winter wird darauf verzichtet. Da stehen die erdigen Gemüsesorten, wie Erdäpfel, Rote Rüben oder Pastinaken auf dem langsamen Speiseplan. 

Auch die Umwelt wird durch Slow Food geschont. Generell darf weder der Mensch noch die Natur zu Schaden kommen. und auch Tiere sollten gut behandelt werden. Ein drittes Kriterium für Slow Food sind faire Preise für Verbraucher genauso wie faire Bedingungen für die Produzenten. 

Austausch

Die Slow Food Produzenten stehen global miteinander im Austausch. Weltweit gibt es sie in 130 verschiedenen Ländern. Im Zweijahresrhythmus findet die Terra Madre in Turin statt. Hier finden sich dann über 1.000 Aussteller, also Bauern, Züchter, Fischer, Handwerker, Verarbeiter und Köche, 3.000 Delegierte und hunderttausende Besucher zusammen. Gemeinsam wollen sie das Netzwerk der regionalen Kleinproduzenten verfestigen. Auch hierzulande funktioniert dieser Austausch hervorragend. 

 

Alles Walzer! 

Für den Wiener Opernball haben sich somit mehrere Slow Food Produzenten aus dem Land zusammen mit Slow Food Wien verbandelt und gemeinsam ihre Produkte in der Staatsoper angeboten: Der Käse stammte vom Kamptaler Käsemacher Robert Paget. Der Fisch kam aus dem Salzkammergut – frisch g’fangt von den österreichischen Bundesforsten. Gut Kirschen essen konnte man mit den roten Früchten aus den Hängen des Leithagebirges. Die quietschrosafarbenen Frankfurter Mangalitza Würstel waren aus der THUM Schinken Manufaktur, die auch den besten Beinschinken Österreichs produziert. Dazu wurden knusprig-resche Kaisersemmeln von Ströck angeboten. 

Ströck arbeitet schon lange mit dem Slow Food Verein in Wien zusammen. Gemeinsam veranstalten sie Backworkshops in der Alten Mischerei von Ströck. Hier werden den Besuchern die Philosophie von Slow Food nähergebracht und die Ansätze, die dahinter stecken. Allen voran: Nicht Hudeln! 

 

Gut Ding braucht Weile

Das haben sich auch Meisterbäcker Philipp Ströck und Meisterpatisser Pierre Reboul gedacht, als sie den Laurenzio-Wecken entwickelten. Zwei Jahre haben sie getüffelt, um ein Brot zu erschaffen, das ganz genau ihrer Vorstellung entspricht: Außen eine krachende Kruste, innen fluffig weich und großporig ist es geworden, das Meisterstück.

Ein Vollkornbrot, das eigentlich gar nicht so richtig ausschaut wie eines – nicht nur, weil es rund ist, statt – wie sonst die meisten Vollkornbrote – eckig. Das Korn spielt aber bei diesem Brot eine ganz besondere Rolle: Alle Bio-Laurenzio Weizenkörner stammen von einem Feld – Single Origin sagt man dazu. Nach der Ernte wird das Korn sofort gemahlen. Hierfür ist eine Steinmühle aus Osttirol angeschafft worden. Danach wird das Mehl gleich weiterverarbeitet, bevor es schlussendlich in seiner Prachtform gebacken und in den Ströck Filialen verkauft wird.  

 

Wir haben Ströck übrigens bereits im Herbst besucht und darüber berichtet

Fotos: Niko Havranek 

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Ströck. 

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