Das Studium an der Uni ist nicht nur eine Möglichkeit die Gehirnzellen zu trainieren, sondern auch die physische Verfassung. Ab sofort sind auf dem Universitäts-Sportinstitut (USI) die Anmeldungen für zahlreiche Sportkurse im Wintersemester offen.

Doch wer begeistert seine Freunde schon, wenn er ihnen erklärt, man gehe jetzt in den Kurs Bauch-Beine-Po oder spiele Handball? Bei diesen Standardsportarten ist die einzige sportliche Genugtuung wohl gepflegtes Gähnen. Wer jedoch mit etwas außergewöhnlichen punkten will, sollte es vielleicht hiermit versuchen:

 

Dodgeball

Nein, damit ist nicht der Ben-Stiller-Film gemeint, und ja, diese Sportart gibt es wirklich. Die schrägen Outfits sind natürlich optional und im Kern ist Dodgeball dem klassischen Schulsport Völkerball sehr ähnlich. Der große Unterschied ist, dass Dodgeball mehr Bälle verwendet und weniger Spieler. Sollte man dort nicht gerade auf Ben-Stiller-Fans in bunten Outfits treffen, dann zumindest auf Seelenverwandte, die vielleicht nicht allzu viel laufen wollen, aber sich doch irgendwie bewegen. Eine Sportart also für alle, die gut werfen können oder zumindest wissen, wie sie einem Ball ausweichen müssen.

 

Tischfußball

Ein klassisches Partyspiel, aber nicht jeder meistert es bravourös. Auch bekannt unter den Begriffen „Wuzzeln" oder „Balankan" erfreut sich dieser Sport großer Beliebtheit. Doch nicht jeder ist ein Wuzzlergott, der die Figuren mit einer mühelosen Handbewegung zwanzig Mal in Kreis spinnen lässt (was laut dem internationalen Regelwerk ohnehin verboten ist!). Oder der aus der gegenüberliegenden Ecke so schnell ein Tor schießt, dass man einen Video-Schiedsrichter brauchen würde. Wer also den Ball eher mit der Figur küsst, als mit dem eigenen Fuß, bekommt hier vielleicht die erhoffte Erlösung und muss sein Versagen nicht mehr auf das letzte Bier schieben.

 

Inline-Skating

Auch Inline-Skating ist ein Sport, den viele irgendwie beherrschen, aber wenige wirklich gut. Gerade ausfahren geht ja noch irgendwie, aber Bremsen, drehen oder sonstige Gimmicks? Das wird dann doch ein bisserl zu viel. Wie bewege ich mich auf Rädern, wenn kein Gas und keine Bremsen dabei sind? Ein Kurs für die, die statt laufen oder schwimmen lieber auf Rädern durch die Gegend kurven, aber ohne die nötigen Fähigkeiten eine Gefahr für sich selbst und die Umwelt darstellen. 

 

Eishockey

Wer sein saisonales Bemühen am Eislaufplatz in einen kampfbetonten Spielsport ausweiten will, ist mit diesem Kurs gut bedient. Das Training geht vielleicht nicht so knallhart zu wie bei den Mighty Ducks und man wird auch nicht mit Eiern beschossen oder versetzt ein Kaufhaus in Schrecken, aber es ist definitiv ein Kurs für jene, die auf Geheiß gerne pöbeln und die eine oder andere Aggression am Puck (oder Gegner) auslassen wollen. Oder für Zahnlose, die eh schon nichts mehr zu verlieren haben.

 

Bollywood Dance

Wer kennt sie nicht, die bunten Tänze und aufwendigen Choreographien aus indischen Bollywoodfilmen. Schöne Frauen in bunten Gewändern, die von ihren Liebhabern durch die Gegend gewirbelt werden. Singen kommt natürlich auch vor, aber hier in Österreich muss man es ja nicht gleich mit Multitasking übertreiben. Ein Kurs für alle Slumdog Millionaires oder jene, die vielleicht noch Bollywood Star werden wollen.

 

Capoeira

Teils Tanz, teils Kampf ist Capoeira und der Nationalsportart Brasiliens (Ok, nach Fußball vielleicht). Capoeira ist möglicherweise nicht der richtige Weg, um Samba-Königin am Karneval zu werden, aber er ist trotzdem fast mindestens genauso schön anzuschauen. Ein Kurs für jene, die irgendwie gerne kämpfen, aber dann doch nichts auf die Nase bekommen wollen - Ziel ist es nämlich, den Angriffen in einem Bewegungsfluss auszuweichen. Absolut vorstrafensicher.

 

Kickboxen

Will man doch mal zuschlagen, ist Kickboxen eine gute Option. Und wer weiß, vielleicht endet man eines Tages wie Jean-Claude van Damme und darf einen Split zwischen zwei Volvo Trucks machen. Aber bis dahin wird erst einmal auf eine Matte eingeprügelt. Ein Kurs für alle künftigen B-Movie Stars und Leute, die mal Frust ablassen müssen.

 

Pole Dance

Wer nicht mit dem Tanzpartner tanzen will, der kann auch mit einer Stange tanzen. Bisher eher bekannt aus Rotlichtetablissements - oder zumindest dem, was sich die Popkultur darunter vorstellt - wird dieser Sport auch bei einer breiteren Schicht Frauen immer beliebter. Für alle, die an ihrem sexy Schwung arbeiten wollen, gerne mal ein wenig verrucht wären und Muskeln aufbauen wollen, ohne mit den Kerlen gemeinsam Gewichte zu stemmen.

 

Fliegenfischen

Bevor Brad Pitt anscheinend in einem Flugzeug durchdrehte, war er für viele Frauen Mitte der 90er ein Gott. Ein Gott, der in historischen Dramen auch gerne mal an einem Fluss herumsteht und fliegenfischt. Die Ästhetik des ganzen lag dabei nicht nur in seinen jugendlich-symmetrischen Gesichtszügen, sondern auch in der perfekten Wurftechnik des Köders, an den die Fische anbeißen sollten. Gewicht verlieren oder Kondition trainieren wird man bei diesem Kurs nicht. Aber für alle Brad Pitt- oder Passivsport-Fans, die gerne Ästhetik vermitteln wollen, der ideale Kurs. Karten- oder Zaubertricks waren gestern, hier gibt man mit der Angelschnur an. 

Alle USI-Sportstätten und Kurstermine findest du hier.

 

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Kultur, 12.7.16