Ihr braucht mal eine Abwechslung vom Donaukanal, dem Nussberg oder dem MuseumsQuartier? Nur eine knappe Stunde von Wien entfernt findet ihr mit Krems ein Ausflugsziel, das Wasser, Wein und Kunst mindestens so gut vereint wie die Bundeshauptstadt. Nur kleiner halt und ein bisschen überschaubarer.

Also nichts wie rein in den Zug (der REX von der Spittelau braucht nur 70 Minuten) und in Windeseile seid ihr da – genügend Zeit, die Kameralinse zu putzen und unsere Ausflugstipps zu studieren. Los geht’s!

  

Eine Runde herzhaft zu Originalen von Haderer, Deix & Janosch lachen

Einfach witzig! Mit einem freundlichen Fassadengesicht inklusive roter Nase und gezacktem Dach lädt das Karikaturmuseum Krems zu Originalen von Manfred Deix, Bruno Haberzettl, Michael Pammesberger, Thomas Wizany und Gustav Peichl in sein Inneres.

In Österreichs einzigem Museum für satirische Kunst kommen aber nicht nur die Fans der österreichischen Karikatur unter euch auf ihre Kosten. Neben der Jubiläumsschau "Schätze aus 20 Jahren" gibt das Haus mit der Ausstellung "Volltreffer!" erstmals in Österreich Einblicke in die hochkarätige Satire-Sammlung Grill. Beispielsweise sind darin Loriot, Saul Steinberg, Tomi Ungerer, Tatjana Hauptmann und Janosch vertreten. Lebensweisheiten to go könnt ihr euch mit den Zeichnungen des Herrn Wondrak von Janosch im Exkurs #6 schnappen. Ein weiterer Exkurs ist Gerhard Haderer (Stichwort: Kurz ohne Herz am Wiener Naschmarkt) gewidmet.

Das Karikaturmuseum Krems feiert heuer übrigens einen runden Geburtstag! Seit nunmehr 20 Jahren weiß es seine Besucher*innen mit satirischen Leckerbissen zu erheitern. Gleichzeitig raten wir euch genau hinzuschauen. Denn was zuerst bloß witzig wirkt, regt beim genauen Blick zum Nachdenken an und offenbart die wahre Pointe.

 

Schräge Architektur und altbekannte Künstler*innen begutachten

Die Landesgalerie Niederösterreich sticht neben dem Karikaturmuseum vor allem durch die markante Architektur ins Auge. Wenn ihr den gedrehten Kubus betretet, habt ihr dann die Qual der Wahl zwischen den vier aktuellen Ausstellungen. Uns hat’s direkt nach oben gezogen, wo wir im 3. OG (nach dem Besuch der Dachterrasse inkl. Blick auf die Donau und die Altstadt von Krems-Stein) die Ausstellung „We Are Everywhere. The Cliffhanger Collection“ von Steinbrener/Dempf & Huber besucht haben. Das Wiener Künstlerkollektiv ist bekannt für seine Installationen der etwas anderen Art im öffentlichen Raum. In Krems werden die Abgründe des Tourismus zusammen mit dem damit einhergehenden performativen Wahnsinn (= das Selfie als kulturelles Phänomen) auf Social Media beleuchtet. Postet eure eigenen Selfies von der Großwildjagd, dem Strandurlaub auf Mallorca oder aus Athen mit dem Hashtag #TheCliffhangerCollection!

Mit „Spuren und Masken der Flucht“ setzt die Landesgalerie Niederösterreich den Fokus auf eines der gesellschaftspolitisch relevantesten Themen unserer Zeit und zeigt Fotografien, Videoarbeiten,

Installationen und Malereien von Künstler*innen, die ihre eigene Fluchterfahrung oder die Fluchterfahrung anderer auf ganz unterschiedliche Weise verarbeiten.

Ein Must-see ist auch die Ausstellung „Wachau. Die Entdeckung eines Welterbes“. Hier wird dieser idyllische Landstrich mit einer eigenen Ausstellung geehrt – zum 20-jährigen Jubiläum der Wachau als UNESCO Weltkulturerbe.

Zudem liefert das neueste Ausstellungshaus auf der Kunstmeile Krems mit „Auf zu Neuem. Drei Jahrzehnte von Schiele bis Schlegel aus Privatbesitz“ einen wunderbaren Mix der österreichischen Kunstgeschichte. Bekannte Namen darunter sind Gustav Klimt, Arik Brauer, Egon Schiele oder Ernst Fuchs und weitere absolut sehenswerte Künstler*innen. Im Frühling haben wir euch schon darüber berichtet! Hier geht's zum Artikel!

 

Marillenknödel im Poldi Fitzka essen

Das atmosphärische Restaurant, das mit seinen Design-Elementen kunstvoll anmutet, befindet sich direkt in der Landesgalerie und ist ideal für eine Stärkung nach den Besichtigungen. Von Frühstück und landestypischen Hauptspeisen bis hin zu Eiskaffee und den obligatorischen süßen Knödeln – die wir natürlich probieren mussten – ist alles auf der Karte zu finden. Klare Empfehlung!

 

Die aktuelle Ausstellung in der Kunsthalle Krems bestaunen

Neben der spektakulären Ausstellung „Patricia Piccinini. Embracing the Future“, die wir bereits im Frühling besucht haben, ist nun auch eine zweite spannende Ausstellung in der Kunsthalle zu sehen: „Christian Helwing. (B)EAST!“. Der Künstler begeistert durch seine präzise ausgearbeiteten Konzepte und seine detaillierte Auseinandersetzung mit den architektonischen Gegebenheiten vor Ort. Eigens für die Dominikanerkirche Krems konzipierte er übrigens eine Installation, die jene in der Kunsthalle ergänzt und eine Verbindung der beiden Ausstellungsorte herstellt. Definitiv einen Besuch wert! (Der Eintritt in die Dominikanerkirche ist im Kunsthallen-Ticket inklusive!)

 

Wenn ihr auch Lust bekommen habt, die Kunstmeile zu erkunden: nichts wie hin! Denn mit der Sommeraktion gibt es gerade -20% beim Kauf eines Online-Tickets bis 31.08.2021 auf das reguläre Eintrittsticket. Die Aktion umfasst die Landesgalerie Niederösterreich, die Kunsthalle Krems und das Karikaturmuseum Krems. Hierzu müsst ihr nur den Promotionscode KREMSURLAUB eingeben! Weitere Infos gibt es hier!

 

Einen Drink im Park genießen

Mitten im Stadtpark gibt es ein wirklich süßes kleines Lokal, das wir euch auch wärmstens empfehlen, zu besuchen. Das Marie wird von sehr nicen jungen Leuten geführt, die immer einen guten Spruch auf den Lippen haben und super gechillt sind. Wer möchte, picknickt direkt im Park oder spielt eine Runde Mini-Tischtennis, direkt in der Wiese davor.

 

Die Innenstadt entdecken

Ein paar hundert Meter weiter, nach dem Stadtpark ist man auch schon in der Altstadt, die viele nette Geschäfte beheimatet und natürlich auch der Marille – dem Wahrzeichen der Stadt – alle Ehre macht. Schließlich bekommt man gefühlt jedes Ding zu kaufen, das man aus der süßen orangen Frucht so machen kann. Alte Burgmauern, bunte Fensterläden und ein Mix aus urigen Beisln und Cafés wie auch neueren Restaurants machen es uns schwierig, einfach schnell durchzugehen.

 

Ein traditionelles Kaffeehaus besuchen

Im Café Hagmann, das bereits seit 1836 besteht, gibt es eine große Auswahl an vielen leckeren Torten und auch guten Kaffee! Da können wir natürlich nicht widerstehen und müssen eine „Wachauer-Torte“ probieren, die mit Schokoladencreme, Nüssen und Marillenmarmelade gefüllt ist. Einfach herrlich gut.

 

Essen im Papas Tapas

Sehr hübsch sieht im Vorbeigehen auch das nette Lokal „Papas Tapas“ aus, das mit einer kleinen aber feinen Speisekarte richtig Lust auf die spanischen Vorspeisenhäppchen macht. Unbedingt die Tortilla und Pimientos de padron probieren!

 

Sich in der Altstadt verlaufen

Jap, das gehört natürlich auch dazu, wenn man die Stadt erleben und auch verwinkelte Ecken sehen möchte! Einfach mal drauflos und schauen, was so kommt? Sicherlich geht das perfekt in Krems. Die süßen kleinen Gässchen, die wunderbar alten Burgmauern, verwachsene Rosengärten, all das findet man ein bisserl abseits des Weges. 

 

Ein Eis von der Eisbiene essen

Mhm... richtig gut ist das Eis hier, auch wegen der ungewöhnlichen Sorten. „Omas Mohnkuchen“ etwa, „Mozart 2021“, „Bienenstich“ oder „Marillenknödel“ haben´s uns einfach angetan und wir probieren uns einmal quer durch das Angebot. Das Geschäft hat übrigens gerade erst heuer aufgemacht!

 

Bootfahren in der Wachau und einen Wein aus der Region trinken

Mit traditionellen Holz-Zillen durch das Herz der Wachau - etwas ganz Spezielles, das man sicherlich nicht so oft macht! Die supernetten Burschen Michael und Gerald von Ahoi Wachau haben hierfür eigens Zillen am Start, mit denen es wahnsinnig viel Spaß macht, übers Wasser zu schippern und die Donau-Luft zu schnuppern. Gerade beim Sonnenuntergang sorgt das etwa für Erinnerungen besonderer Art - ob private Charterfahrt oder ausgeschriebene Veranstaltung - wie Winzertreiben oder Sun-Down-Spritzer – auf jeden Fall einen Ausflug wert! 

 

Durch die Weinberge wandern und einen Heurigen besuchen

Jawohl, eine gscheite Jausn gehört nach dem ganzen Sport natürlich auch dazu. In der Wachau gibt es viele tolle Lokale, wir haben aber den Tipp für den „Strawanzer“ bekommen, der nur einen kurzen Fußweg von der Anlegestelle in Spitz entfernt liegt. Wir werden nicht enttäuscht: Mitten in den Weinreben sind nachts Tische aufgestellt, auf denen kleine Lichterl leuchten – viel perfekter geht’s vom Ambiente her eigentlich kaum.  Als perfekten Abschluss eines grandiosen Tages gibt es ein paar Brote mit Aufstrich und Käse, dazu hausgemachten Traubensaft, den wir lieben. Und den Spritzwein gönnen wir uns dann nach der späten Ankunft in Wien doch noch im MuseumsQuartier ; )

 

Eine feine Symbiose aus Kunst, Kultur & Genuss erwartet dich beim Ausflug nach Krems - hier gibt's alle Infos zur Kunstmeile!