Die Alte Donau ist immer überlaufen und warm, der Geräuschpegel von Freibädern unerträglich und deine Eltern haben leider keinen Infinity Pool. Ergo, du musst zum Baden aus Wien rausfahren. Null Problemo, die Donau fließt auch außerhalb Wiens und wir sagen euch, warum sich ein Ausflug ins nostalgische Strombad Kritzendorf immer auszahlt.


Anfahrt

Mit der S-Bahn bist du – je nachdem, wo du in Wien wegfährst – in circa 45 Minuten am Bahnhof Kritzendorf. Von dort spazierst du eigentlich nur mehr circa 10 Minuten eine Zufahrtsstraße zur Donau entlang.
Klosterneuburg und Umgebung ist außerdem ein klassisches Radler*innenparadies und für Sportliche empfiehlt sich die Anfahrt mit dem Rad. Auch dafür brauchst du nicht wirklich länger als eine Stunde und es gemütlich eben die Donau entlang.


Baden

Das Strombad Kritzendorf hat seinen Namen nicht von irgendwo, es ist wirklich ein Dorf – mit einem kleinen Marktplatz in der Mitte mehrerer Rondeaus, wo du einen klassischen Campingplatz-Greißler sowie ein Kiosk findest. Außerdem kann man Boote, SUP usw. ausborgen. Das Strombad war eines der ersten Freiluftbäder Österreichs und man fühlt sich auch ein bisschen zurückversetzt in der Zeit.

Der Zugang zur Liegewiese (und auch zu den Toiletten!) ist gratis und wird hauptsächlich von den vielen Schrebergartenbewohner*innen der Donausiedlung bevölkert. Da rücken drei Generationen mit Planschbecken, Liegestühlen, Campinggarnitur und Minikühltruhen an. Wer hier sein Handtuch auf der Wiese ausbreitet fühlt sich daneben immer etwas spärlich ausgestattet, aber ganz ehrlich – mehr braucht es nicht (außer vielleicht Gelsenspray zu späterer Stunde). Im Shop kannst du alles kaufen, von Getränken über Eis und sogar Magazine, Kaffee, Konserven und Schnorchelausrüstung.

Pro-Tipp: Leg dich nicht direkt auf die Wiese (außer es ist ein Platz direkt unter der großen Trauerweide frei), sondern geh den Radweg ein Stück entlang und folge dann den ausgetretenen Pfaden zum Ufer runter. Je nach Wasserstand kannst du dich dort an den (Stein-)Strand legen, geschützt von den Bäumen dahinter mit Blick auf das Wasser. Wenn ein Boot vorbeifährt und Wellen verursacht fühlst du dich sogar kurz wie am Meer. Außerdem ist es sehr unterhaltsam den Badegästen beim Reinklettern in ihre Schlauchboote oder andere Wassergefährte zuzuschauen. Irgendwer landet immer in der Donau und die ist ganz schön kalt. Nichts für Warmduscher*innen (wie mich), aber dafür richtig erfrischend.

 

Häuser schauen

Wenn du genug in der Sonne gelegen bist, mach dich auf zu einem kleinen Spaziergang. Am einfachsten du gehst die Donaulände entlang vom Villenstrand bis zum Ulmenweg und bewunderst dabei die süßen Häuschen. Von der klassischen Schrebergartenhütte über rote Schweden-Holz-Häuschen bis zu modernen, stylischen Glaskonstruktionen findest du alles.
Aber auch direkt im Strombad gibt es Badekabinen, die man Mieten kann. Die Warteliste dafür ist allerdings lang.

 

Essen gehen

Wer vom gegen den Strom kraulen hungrig geworden ist, hat auch einiges zur Auswahl. Von Pommes bis Würstel und Schnitzelsemmel ist das Angebot im Kiosk zwar klassisch für einen Badetag, aber wer sich gönnen will, sollte die Donaulände entlang spazieren und bei der Fischerin einkehren (Unbedingt reservieren!). Hier gibt es – anders als du vielleicht erwartest – ziemlich leiwandes Thai Essen. Außerdem sitzt man ganz cute auf der Terrasse gleich neben der Donau.

Wenn du schon in der Gegend bist, kannst du beim Rückweg auch gleich einen Stopp in Klosterneuburg einlegen. Hier alle Infos dazu!