Um die koreanische Küche ist die letzten Jahre ein ziemlicher Hype entstanden. Wer ein Problem mit Kohl oder Schärfe hat, ist hier allerdings nicht richtig. Kaum ein Gericht das ohne den scharfen fermentierten Chinakohl auskommt, den man bei uns unter dem Sammelbegriff "Kimchi" zusammenfasst. Wobei es unzählige Kimchi-Varianten gibt, denn "Kimchi" bezeichnet bloß die Art der Haltbarmachung durch Milchsäuregärung und Salz.

Wie zentral Kimchi in Korea ist, zeigte die "Kimchi-Krise" im Jahre 2010: Nach einer besonders schlechten Erne ließ die koreanische Regierung Chinakohl sowie den in fermentations-Belangen ebenfalls sehr gefragten Rettich von Importzollen befreien um die Versorgung der Bevölkerung zu garantieren. Außerdem wurde auf Staatskosten Kraut aus China zugekauft - alles für die öffentliche Sicherheit. 

Ein anderes Nationalgericht (fast ganz ohne Kimchi!) ist Bibimbap - bei dem allerlei Gemüse und Reis mit einem Spiegelei und ein wenig Fleisch in einer brennend heißen Steinschale serviert wird. Durch rasches Umrühren röstet man das asiatische Bauerngröst´l dann am Tisch selber fertig. Wenn dir die traditionellen Stäbchen aus Edelstahl zu schwer zu manöviren sind, dann greifbeim Koreaner übrigens ganz schmerzfrei zum Löffel. Nichts belustigt das Servierpersonal nämlich so wie ein überambitionierter Westener der mit den letzten drei Reiskörnern verzweifelt Ping-Pong spielt. 

 

Seoul

Praterstraße 26, 1020 Wien

Die Chefin hier ist legendär bösartig - aber nur am Telefon wenn man versucht einen Tisch zu reservieren (was man tun sollte, da es hier meist knackevoll ist). Besonders bekannt ist man hier für das koreanische Barbecue. 

 

Kimchi

Marxergasse 15, 1030 Wien

Trotz des eindeutigen Namens gibt es hier auch thailändische und japanische Küche. Die beiden sollte man rechts und links liegen lassen und sich eine von den fantastischen knusprig-fettigen Omeletten namens "Gyeran Mari" zur Vorspeise teilen, bevor man sich intensiver dem hiesigen Bulgogi widmet. 

 

Bibim

Rennweg 60, 1030 Wien

Als klassisch-wienerische Kaschemmenmasochisten unser Favorit: Das Bibim befindet sich in einem ehemaligen Beisl und es riecht immer noch ein bisserl nach Schnitzel-Hawaii. Macht garnichts: Hier gibt es Next-Level-Koreaküche wenn dir Bibimbap (obwohl hier auch Weltklasse) und Korean BBQ schon aus den Ohren kommt. Die Karte ist riesig und der gegrillte Aal, die Reissuppen oder die Schweinestelze ist gut für ein kulinarisches Abenteuer.

Essen gehen ist grade nicht im Budget? Kein Ding -  Koreanisch selber kochen ist eigentlich ziemlich easy. Die Rezepte bekommst du bei Miss Boulette, und die Zutaten bei den beiden koreanisch geführten Nakwon-Supermärkten im Siebten oder im Zweiten Bezirk. 

 

Yoo

Stumpergasse 27, 1060 Wien

In dem puristischen Lokal gleich bei der Mahü gibt es das knusprigste Bibimbap, auch wenn es mit 13 Euro ein wenig saftig bepreist ist. Dass das Yoo auch Stammsitz älterer Herrenrunden aus der Nachbarschaft ist, spricht zudem für sich. 

 

Yori Korean Dining

Wiesingerstraße 1, 1010 Wien 

Wer einen sanften Einstieg in die koreanische Kulinarik sucht, ist hier richtig: Im zu Akakiko gehörende Yori gibt´s das mildeste Kimchi und die westlichste Atmosphäre. Hier hat's schon Heinz Fischer geschmeckt. 

 

Hanil 

Gumpendorferstraße 14, 1060 Wien

Gut getarnt als etwas höherpreisigen Japaner findest gleich gegenüber vom Café Sperl den ältesten Koreaner Wiens.  (Achtung Falle: Die Hietzinger Filiale serviert tatsächlich nur Sushi.)

 

Noch mehr Lust auf asiatisches Essen? Dann probier dich durch die besten Ramen Wiens.

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