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Die Theater teilen den Unirhythmus: Erst im Oktober geht´s so richtig los. Gerade jagt eine Premiere die nächste. 

Letzte Woche war einiges los im Burgtheater:

In "Calvacade or Being a Holy Motor" von René Pollesch gab sich Birgit Minichmayr mal wieder die Ehre an der Burg. Offiziell immer noch Ensemble-Mitglied liegt ihre letze Premiere hier nun doch schon fast drei Jahre zurück. Auch die Aktuelle muss man sagen, zählt nur halb. In der quasi gleichen Besetzung (Regie: René Pollesch, Bühne: Bert Neumann, Besetzung u.a.: Martin Wuttke und Birgit Minichmayr) hatte nämlich bloß zwei Wochen zuvor ein Stück namens "Glanz und Elend der Kurtisanen" Premiere an der Volksbühne Berlin (wo Minichmayr ebenfalls engagiert ist). Das soll einige am Burgtheater etwas verstimmt haben. Verständlicherweise, muss man sagen. Das Bühnenbild ist spektakulär, das war´s dann auch schon. Das Pulver wurde eben schon verschossen.

Ganz anders der "Hamlet" in der Regie von Andrea Breth der letzen Samstag erstmal gezeigt wurde. Abschreckende sechs Stunden dauert das Spektakel! Keine Sekunde möchte ich missen. (Auch nicht die halbe Stunde Theaterschlaf die ich im ersten Teil eingebaut habe...) August Diehl in der Titelrolle ist ein Ereignis. Ist er verrückt, ist er´s nicht? Diese Frage löste auf der Premierenfeier hitzige Diskussionen aus. Nur einer war enttäuscht: Der gestrenge Theaterkritiker der F.A.Z. Gerhard Stadelmaier, sonst ein großer Fan der Regisseurin diagnostizierte "grandioses Scheitern". Soll sein.

Im brut geht geht unsere kleine Premierenschau weiter: Denn gestern wurde erstmals das neue Projekt der Performancegruppe Rimini Protokoll "Remote Vienna"aufgeführt. Geführt von einer GPS-Stimme (Siri nach dem übernächsten iOS-Update?) wird man auf einen Stadtspaziergang der anderen Art geschickt: Spannende Orte und eine ganz neuer Sicht auf die eigene Stadt und ihre Bewohner erwarten einen. Und am Schluss ein atemberaubender Ausblick. Mehr wird nicht verraten. 

 

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Kultur, 9.6.17