Am 10. Mai starten wieder die Wiener Festwochen und damit ein dichtes Programm an Theater- und Opernvorstellungen, Partys und Performances. Der neue Intendant, der Belgier Christophe Slagmuylder, stellt das Festival unter das Motto “Es passiert hier und jetzt. An dieser Zeit, an diesem Ort.” Und “dieser Ort” ist bei den diesjährigen Festwochen immer wieder die Donaustadt - sonst nicht gerade als Hotspot für Kunst und Kultur bekannt. Der Bezirk mit dem höchsten Bevölkerungswachstum und sehr jungen Bewohnerinnen und Bewohnern wurde deshalb heuer bewusst als Schauplatz für viele Programmpunkte ausgewählt.

Das Eröffnungskonzert findet aber traditionellerweise am Rathausplatz statt. Am 10. Mai wird dort bei freiem Eintritt für alle ein Konzert geboten, dass vor Frauenpower nur so strotzt. Künstlerinnen und Musikerinnen aus den Bereichen Pop, Chanson, Wienerlied und Rap, darunter Clara Luzia, Birgit Denk und Soap&Skin, werden auftreten. Unterstützt, oder besser angefeuert, werden die Performerinnen von den “Fearleaders Vienna”, Wiens erster rein männlicher Cheerleader-Truppe.

Am 11. Mai wird dann noch einmal so richtig das Donaustadt-Kick-off in der Erste Bank Arena gefeiert. Auch bei der Festival Opening Party bei freiem Eintritt liegt der Fokus auf weiblichen Acts. Die Party wird vom ersten „All Black Female“ DJ & MC-Kollektiv, Bad & Boujee, aus Wien gehostet. BBZ, kuratorisches Kollektiv aus London, bringen queeres Club-Feeling in den 22. Wiener Gemeindebezirk und die DJ-Sets von Bad & Boujee eignen sich perfekt um in Tanzekstase zu verfallen. 

Alle unter 30 zahlen bei telefonischer Bestellung und an den Tageskassen 30% ermäßigten Eintritt! Alle Infos zu den Ermäßigungen hier. 

 

Zum Programm:

Diamante von Mariano Pensotti und Grupo Marea

Wo & Wann? Erste Bank Arena, 11. - 19. Mai, 18 Uhr

Der argentinische Regisseur und Autor Mariano Pensotti hat mit seinem Stück “Diamante” etwas außergewöhnliches geschaffen. Inspiriert von Siedlungen, die Unternehmer in Argentinien vor rund 100 Jahren für ihre Mitarbeiter im Dschungel gebaut haben, ähnlich wie heute im Silicon Valley, stehen am “Set” von “Diamante” in der Erste Bank Arena (ehemals Albert-Schultz Eishalle), elf solche Häuser beziehungsweise Schauplätze. Über eine Dauer von rund fünf Stunden kann das Publikum herumgehen und immer wieder Szenen an den Schauplätzen beobachten. Aus der einstigen Idylle und einer heilen Welt wird im Laufe der Zeit Angst und Abschottung. 

 

Beat House Donaustadt von Anna Witt

Wo & Wann? Alfred-Klinkan-Hof, 11. Mai 2019, 16 Uhr

Die in Wien lebende deutsche Performance-Künstlerin Anna Witt hat gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Alfred-Klinkan-Hofs, einem typischen Wiener Gemeindebau im 22. Bezirk, ein Stück Performancekunst konzipiert. Bei “Beat House Donaustadt” werden am 11. Mai um 16 Uhr die Fenster im Alfred-Klinkan-Hof geöffnet und für 20 Minuten wird der aufgezeichnete Herzschlag der Bewohnerinnen und Bewohner zu hören sein. Als Grundlage für das Projekt dienten Fragen wie “Wie viel Gemeinschaft ist in unserer Gesellschaft noch vorhanden? Was verbindet Bewohner eines Gemeindebaus heute noch miteinander?”

Der Eintritt ist frei.

 

3 Episodes of Life von Markus Öhrn

Wo & Wann? Studio Molière, Episode 1: 12. / 17. / 24. / 31. Mai, 20.30 Uhr, Episode 2: 13. / 18. / 25. Mai, 1. Juni, 20.30 Uhr, Episode 3: 14. / 19./ 26. Mai, 2. Juni, 20.30 Uhr

Der schwedische Künstler und Theatermacher Markus Öhrn hat schon in der Vergangenheit mit seinen Arbeiten bei den Festwochen Aufsehen erregt. In seinem neuen Stück wird, ausgehend von den Entwicklungen um #metoo, Missbrauch im Arbeitsumfeld thematisiert. An drei aufeinanderfolgenden Abenden wird in “Three Episodes of Life” nachgezeichnet, wie eine alltägliche Arbeitssituation kippt und im Gerichtssaal endet.

 

Time has fallen asleep in the afternoon sunshine von Mette Edvardsen

Wo & Wann? Erste Bank Arena, Foyer Halle 2+3, 11. & 12. Mai, 14 bis 19.30 Uhr und Hauptbücherei am Gürtel, 13. - 17. Mai, 13 bis 18.30 Uhr, 18. Mai, 11 bis 16.30 Uhr

In der Geschichte ist es immer wieder zu Bücherverbrennungen gekommen um die darin festgehaltenen Ideen und Ideale zu vernichten - meistens ohne Erfolg. Das Auswendiglernen von Büchern, sowie im Sci-Fi-Roman “Fahrenheit 451”, wird damit zum Akt der Rebellion und der Mensch zum lebenden Buch. Dieser Gedanke war es auch, der die norwegische Performance-Künstlerin Mette Edvardsen zu ihrem Projekt “Time has fallen asleep in the afternoon sunshine” inspiriert hat. In ihrer 2010 gestarteten “Bibliothek der lebenden Bücher”, befüllt durch Performern aus aller Welt, die die Bücher auswendig lernen, kann man sich diese “ausleihen” und 30 Minuten lang in ihnen “lesen”. Bei den Wiener Festwochen kann man auf diese Art unter anderem Goethes Faust (deutsch) oder Orlando von Virginia Woolf (englisch) erleben.

Anmeldung nötig!

 

Fúria von Lia Rodrigues

Wo & Wann? Odeon Theater, 1., 2. & 3. Juni, 19 Uhr

Die brasilianische Choreografin Lia Rodrigues zeigt, wie man als Gemeinschaft Handlungsmacht übernimmt und aus eigener Kraft seine Welt aufbaut. Fúria bedeutet Hetze oder Wut, was sowohl an den neuen, mit faschistischen und gewaltverherrlichenden Aussagen schockierenden Präsidenten Brasiliens als auch an den ohnmächtigen Ärger der Bürger denken lässt. Was könnte eine Gruppe aus solchen Emotionen entstehen lassen? Gleichzeitig Marsch, Parade und Prozession wirft diese kraftvolle, fesselnde Performance einen hoffnungsvollen Blick darauf, wofür Menschen zusammen einstehen können.

 

Weitere Infos auf einen Blick findest du hier!

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Kultur, 12.10.16