Ab sofort berichten hier bekannte und weniger bekannte Wiener von ihrem ersten Clubbesuch. 

Michael Buchinger ist Österreichs erfolgreichster YouTuber (oder zumindest einer davon), in unseren Augen einer der schönsten 18 Männer Wiens und mit seiner "Hassliste" Gewinner des Deutschen Webvideopreis 2015 ausgerechnet in der Kategorie "Lifestyle". Glaubt man seinen Videos trinkt er lieber daheim große Mengen Wein, als sich die Nacht in Wiener Clubs um die Ohren zu schlagen. Vor ein paar Jahren war das anscheinend noch ganz anders...

 

Buchinger in „Funkytown“

An meinem 17. Geburtstag reichte es mir: Die vergangenen drei Jahre hatte ich damit verbracht, meinen Ehrentag in den Dorfdiscos meines heimischen Burgenlandes zu feiern, doch Events wie die „Wahl zur Kirschenkönigin“ oder die „Lümmeltütenparty“ hatten allmählich ihren Reiz auf mich verloren. So beschloss ich, mit zwei Mädchen aus meiner Klasse nach Wien zu fahren, um dort die Nacht in einem Club zu verbringen, in dem ich nicht Gefahr lief, mit einem Mann zu flirten, der sich später als ein entfernter Verwandter entpuppen könnte.

Rückblickend betrachtet war es wohl eine ziemlich schlechte Idee, bereits um 21 Uhr die In-Locations der österreichischen Hauptstadt unsicher machen zu wollen: Obwohl es am Land nicht unüblich für mich war, zu dieser Uhrzeit bereits heimlich in meinen Ärmel erbrechend wieder im Taxi nach Hause zu sitzen, kamen meine beiden Freundinnen und ich in keinen einzigen Club rein, weil diese zu solch früher Stunde noch gar nicht richtig geöffnet hatten.

Ratlos wanderten wir also durch die Wiener Innenstadt, als ich plötzlich aus der Ferne eine vertraute Melodie wahrnahm: „Dancing Queen“ von ABBA! Als riesiger Fan des Musicals „Mamma Mia“, konnte ich sämtliche Disco-Hits aus 100m Entfernung erkennen (womöglich einer der Gründe dafür, warum ich nur zwei Menschen fand, die meinen Geburtstag mit mir feiern wollten) und so folgten wir schnurstracks dem Gesang der schwedischen Pop-Band. Wir brausten am Türsteher vorbei und binnen weniger Minuten fanden wir uns schon mitten auf der Tanzfläche wieder.

Erst, als ich meine Umgebung genauer unter die Lupe nahm, dämmerte mir, warum dieser Club bereits offen hatte: Wir befanden uns irrtümlich auf einer Wickie, Slime und Paiper Party inmitten von Partygehern, die unsere Eltern hätten sein können. Das einzige, was älter war, als die Besucher, waren wohl die roten Samt-Vorhänge des Clubs, welche man vermutlich niemals im Leben mit Schwarzlicht beleuchten sollte. Doch das war uns in diesem Moment egal: Ekstatisch und bis in die frühen Morgenstunden feierten wir meinen Geburtstag zu kultigen Hits wie „Funkytown“ und dem „Time Warp“ unter Menschen, die definitiv nicht mit mir verwandt waren. Ein fantastischer Abend!

 

Letzte Woche erzählte Mario Soldo von seinem ersten Clubbesuch.

 

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Party, 14.12.17