Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch! Wenn du dabei bist an deiner Bachelor- oder Masterarbeit zu schreiben, hast du mittlerweile bereits viele erfolgreiche All-Nighter für Prüfungen oder Präsentationen gepulled und sogar nervenaufreibende Gruppenarbeiten überstanden. Es folgen nun eine gute und eine schlechte Nachricht. Good news first: Du bist deinem heiß ersehnten Abschluss und dem Anfang deines Lebens als nun gänzlich „erwachsene Person“ (weil finally ausreichend Kohle) einen großen Schritt näher gekommen. Und die schlechte Nachricht? Naja, bevor du in den Genuss des Akademikerdaseins kommst, musst du noch einmal ganz langsam durch alle Stufen der wissenschaftlichen Hölle wandern und deiner Bildungseinrichtung mit einer zeitaufwändigen Arbeit beweisen, dass du deinen angestrebten Titel auch tatsächlich verdienst.

Die folgenden 6 Tipps helfen dir hoffentlich dabei deine Studienabschlussarbeit mit weniger Panikattacken zu meistern.

 

1. Planen wie das Genie Michael Scofield aus „Prison Break“

 Die Masterplan-Pinnwand von Michael Scofield

Die Masterplan-Pinnwand von Michael Scofield (Prison Break: Staffel 1, Folge 1)

Wer die erste Folge der US-amerikanischen TV-Serie „Prison Break“ gesehen hat, kennt die riesige Pinnwand mit Michaels Flucht-Masterplan, der ihm dabei helfen soll seinen Bruder aus dem Knast zu befreien und ihn damit vor der Todesstrafe zu bewahren. Ok, ganz so dramatisch ist das Schreiben einer Studienabschlussarbeit obviously nicht. Sorgfältige Planung ist aber auch hierbei das absolute A und O. Als erstes brauchst du auf deiner Pinnwand unbedingt einen Zeitplan mit wichtigen Deadlines für die einzelnen Arbeitsschritte. Ob du dich fix daran halten wirst? Natürlich nicht, aber er wird dafür sorgen, dass du bei seinem Anblick ein schlechtes Gewissen bekommst und dich schnell wieder an die Arbeit setzt. Teil deiner eigenen Masterplan-Pinnwand könnten ebenso Termine mit dem Betreuer/der Betreuerin, wichtige Seminar-Notizen, Literaturlisten und Rückgabefristen von Büchern sein. Wer ein bisschen over the top sein möchte kann auch inspirierende Zitate oder konkrete Zukunftspläne nach dem Abschluss an seine Pinnwand heften und sich in den Momenten der absoluten Antriebslosigkeit davon motivieren lassen.

 

2. Dokus & Chill

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Bevor du mit dem tatsächlichen Rechercheprozess beginnst, solltest du dir ernsthafte Gedanken über die Wahl deines Themas machen. Die wichtigste Frage lautet hierbei: Kannst du dir vorstellen, dich über einen längeren Zeitraum mit dem ausgewählten Themenbereich zu beschäftigen, ohne völlig wahnsinnig zu werden? Pack für diese wichtige Entscheidung vorerst alle Sachbücher weg und get some popcorn. Am besten gehst du das Ganze nämlich gemütlich an. Leg dich auf dein Sofa, gönn dir leckere Snacks und schau dir spannende Dokus an, die zu deinem Thema passen. Wenn dabei Fragen aufkommen, wisch dir die Essensreste sorgfältig von den Fingern und check die Beiträge auf „Wikipedia“. Das freie Online-Nachschlagewerk gilt zwar im wissenschaftlichen Bereich als nicht zitierfähig, reicht aber insgeheim trotzdem für oberflächliche Recherchen. Dieser gemütliche Einstieg wird hoffentlich deine Neugier endgültig entfachen und dich mit einem guten Gefühl in den eigentliche Arbeitsprozess starten lassen.  

 

3. Raus aus der Wohnung!

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Die Idee den ganzen Tag im Jogginganzug zuhause am Schreibtisch zu verbringen und dort an deiner Arbeit zu schreiben ist natürlich äußerst verlockend. Der Laptop, alle Bücher und alle wichtigen Notizen liegen bereits im Zimmer. Aber Achtung: In den eigenen vier Wänden lauert eine verdammt heimtückische Gefahr. Ihr Name lautet Ablenkung. Sie ist überall, ob durch die direkte Anwesenheit von Mitbewohnern oder der Familie, sowie durch ständige Anrufe und WhatsApp-Nachrichten. Die Unterbrechungen nehmen dir Konzentration und Zeit. Der wirksamste Schutz dagegen ist das Schreiben in einer Bibliothek deiner Wahl. Die Fahrt und das Bücherschleppen scheinen anfangs vielleicht eher unpraktisch zu sein. Im Endeffekt wirst du in einer Räumlichkeit, in der sich alle auf ihre Bücher und Laptops konzentrieren allerdings viel produktiver arbeiten. Vor allem hält dich der Locationwechsel davon ab, in deinem Zimmer durchzudrehen und den Laptop gegen die Wand zu schmeißen. Deine Jogginghose kannst du hier auch anbehalten, wenn du willst.

Hier geht's zu den besten Bibs und Lernplätzen.

 

4. Wie viel Social Life ist OK?

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Zu Beginn vieler wissenschaftlicher Arbeiten entschuldigen sich die Verfasser bei ihren Familien und Freundeskreisen für die zahlreichen Absagen der letzten Wochen oder Monate. Vor allem bei Abschlussarbeiten mit einem Umfang von 100 Seiten ist der Zeitaufwand beinahe wie ein Nebenjob zu betrachten (für den man aber leider nicht bezahlt wird). Jedes Mal „Ja“ sagen, wenn deine Gang Bock auf Party hat, sorgt leider für Zeitverlust, vor allem wenn Alkohol und ein Hangover danach im Spiel sind. Daher wäre es ratsam dein Social Life etwas zurückzuschrauben. Die totale soziale Isolation á la Tom Hanks in „Cast Away“ ist jedoch auch nicht der ideale Weg. Nimm dir hin und wieder schon eine Auszeit, nicht für deine Familie oder deine Freunde, sondern für dich selbst. Beide Parteien werden sicher verstehen, wenn du dir weniger Zeit für sie nimmst und dich hoffentlich nicht auf allen Social Media-Kanälen entfernen. Apropos Social Media: Lösch alle deine Accounts. Nein Späßchen, du könntest es aber in Erwägung ziehen die Handy-Apps zumindest in den intensiven Schreib- und Recherchephasen zu löschen und sie erst dann wieder zu installieren, wenn du deine Schreibdatei schließt. Saves a lot of time.

 

5. Be shameless

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Viele Studierende haben große Hemmungen davor, sich bei Fragen oder Unklarheiten direkt an den Betreuer oder die Betreuerin zu wenden. Sie durchforsten lieber panisch Facebook-Gruppen, Uni-Foren oder suchen Rat bei ihren Studienkollegen. Du kennst die Sprechstundentermine, die Mail-Adresse und manchmal sogar die Telefonnummer, also worauf wartest du? Wirke ich ahnungslos wenn ich zu viele Fragen stelle? Ist der Betreuer oder die Betreuerin von mir genervt, wenn ich mich schon wieder melde?  Diese Gedanken gehen wahrscheinlich vielen durch den Kopf. Der Schlüssel zum Erfolg heißt absolutely shameless sein. Sollst du wirklich das vierte Mal in einer Woche anrufen? Ja! Ist die dritte E-Mail an einem Tag in Ordnung? Hell, yeah! Vergiss die Facebook-Gruppen und Uni-Foren. Die einzige Person, die nämlich alle richtigen Antworten auf deine Fragen haben wird, ist nicht, wie sonst, deine Mama, sondern dein Betreuer oder deine Betreuerin, da die Arbeit schlussendlich von ihm oder ihr benotet wird. Er/Sie wird dir genau sagen können, was passt oder was nicht passt und du kannst nach dem Gespräch beruhigt an deiner Arbeit weiterschreiben.

 

6. Wichtig, aber nicht das Wichtigste

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Schlussendlich kannst du am Ende deiner Studienzeit beweisen, dass du in den vergangenen Jahren nicht nur die Inhalte der Lehrveranstaltungen verstanden hast, sondern ebenso gelernt hast, was eigenverantwortliches Arbeiten bedeutet. Die Abschlussarbeit kann dir später auch im Berufsleben Türen öffnen, da du dich durch die intensive Recherche zu einem absoluten Experten in dem Gebiet machst. Anfangs zu viel Zeit zu vergeuden, sich dann wochenlang von der Außenwelt abzuschotten, zu wenig schlafen und dafür einen Energydrink nach dem anderen vor dem Bildschirm zu schlürfen, ist leider eine sehr beliebte Arbeitsmethode. Ein erfolgreicher Abschluss ist natürlich wichtig, deine körperliche oder mentale Gesundheit ist aber viel wichtiger. Sei nicht dein eigener Gegner, du wirst deinen Kopf und deinen gesunden Körper später nämlich noch brauchen. Chill! Mit dem richtigen Mix aus Planung, Konzentration und Motivation solltest du die Abschlussarbeit ohnehin meistern.

 

Da du eindeutig schon am Prokrastinieren bist, als Inspiration hier noch 108 Dinge, die du tun könntest, anstatt dich an deine Uni Arbeit zu setzen

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