Wien ist anders. Das ist nicht nur eine beliebte Tourismus-Phrase, sondern Wien kann wirklich anders sein, wenn man an den richtigen Ecken sucht. Zwar ist ganz viel k.u.k., doch vieles ist trotzdem (oder gerade deshalb) sehr schräg. In der eigenen Stadt macht man kein Sight Seeing? Doch, nämlich wenn man Besuch bekommt. Wenn ihr mit Cousine, Opa und Goli dann alle Christkindlmärkte durchhabt, bleibt nur mehr Touri Programm. Wem die Klassiker, wie KHM zu fad sind, der wird hier vielleicht fündig. Es kann allerdings nicht schaden, vorher schon ausreichend Glühwein zu trinken.

 

Touri-Touren

Time Travel 

Habsburgergasse 10a, 1010 Wien

Kosten: Für Studenten online ab 14 €.

„Erzähl uns doch ein bisschen was über Wien!“  Was für ein Dilemma. Warum Maria Theresia beim Museumsquartier eine Statue hat und wann der Stephansdom gebaut wurde - alles schwarze Löcher im Allgemeinwissen? Wenn der Besuch auf einmal mehr über Wien wissen möchte, als wo die Stadt auf der Karte zu finden ist, ist historisches Wissen gefragt. Und das hat man vermutlich seit der Schule nicht mehr auffrisiert. Wer kein 5D Kino daheim hat, überlässt die die animierte Zeitreise lieber den Experten von Time Travel. Dort kannst du dich dann entweder lustig machen oder noch was dazulernen. Auf Wissbegierige wartet eine Habsburgershow, eine Pestgrube, ein Wiener Walzerride, ein Original Luftschutzbunker und natürlich eine Kutschenfahrt. Ein Vergnügungspark mit Grips sozusagen.

 

Madam Tussauds 

Riesenradplatz, 1020 Wien

Kosten: Online gibt es Tickets ab 17 €.

Warum Wien cooler ist als Hollywood? Naja hier kannst du Fotos mit den Stars machen, ohne dass sie davonlaufen. Zugegeben, bei dem Wiener Ableger von Madam Tussauds handelt es sich zwar nur um die Wachsversion des Lieblingsstars, aber der ist der geduldigste Fotopartner den man sich vorstellen kann. Zwar musst du dich nicht auf den roten Teppich drängen, alleine mit deinem Star bist du aber trotzdem nicht. Also schön Anstellen zum Fotos machen. Neben internationalen Filmstars bekommst du in Österreich aber auch ein paar besondere Schmankerl à la Andreas Gabalier und Co. 

 

Die Jugendstil-Toilette

Graben 22, 1010 Wien

Eine City-Tour kann schon mal anstrengend sein und bei all dem Wiener Kaffee meldet sich auch irgendwann mal die Blase. Die Pinkelpause lässt sich somit nicht mehr vermeiden. Aber wer so viel Kultur wie möglich, so schnell wie möglich, unterbringen möchte, der ist hier richtig. Warum nicht auch mit Stil aufs Klo gehen? Nämlich auf die Jugendstiltoilette. Als Besucher kann man sich wie anno 1900 fühlen, wenn man seine Bedürfnisse erledigt. Wie oft kann man schon auf Denkmalschutz pinkeln und es wird von der Stadt eindeutig so gewünscht? Besser als sich in den McDonalds zu schleichen.

 

Skurriles

Vrei Cafe 

Lindengasse 53, 1070 Wien

Der Ausflug wird langsam anstrengend. Du hast genug von Small Talk, wünscht dich auf einen anderen Planeten und willst dabei aber nicht auf deinen Cappuccino verzichten? Dann ist das Virtual Reality Café die nächste Station. Ob James Bond Verschnitt, Weltraumpirat oder Obstsalat Metzeln im Niedrigen Bit-Format- wer sich zu Höherem berufen fühlt kann hier im virtuellen Raum seinen inneren Superhelden entfesseln. Vielleicht geht es im Gespräch dann endlich mal nicht um die Arbeit, die Freizeitgestaltung oder den kranken Hund, sondern um den effektivsten Weg die Riesenwassermelone in Stücke zu hacken. Die Währung für die Spiele sind Coins, abgerechnet wird pro Minute.

 

Das Schnapsmuseum 

Wilhelmstraße 19, 1120 Wien

Für manche passiert das Sightseeing nicht vor oder nach dem Partymachen, sondern währenddessen. Im Schnapsmuseum musst du nicht heimlich aus dem Flachmann trinken, sondern kannst dir ganz ungeniert ein Stamperl nach dem anderen gönnen. Hier wird man, nur nach Voranmeldung, durch den Familien-Betrieb geführt. Der Gast ist somit König und die Verköstigung am Schluss die Krönung.

 

 

Die schirche Seite Wien

Vienna Ugly Tour 

Treffpunkt: Obere Augartenstraße, 1020 Wien

Kosten: 5 €

Wien ist kaiserlich, Wien ist imposant und Wien ist schön. Jaja, kennen wir. Im Ausland bekommen alle leuchtende Augen, sobald man erwähnt, dass man aus Wien kommt. Eine Traumdestination, Kultururlaub deluxe. Wer Wien aber wirklich gut kennenlernen will, muss auch wissen, dass es andere Seiten gibt. Warum also nicht einfach mal die hässlichen Seiten Wiens erleben? Die Vienna Ugly Tour verlässt die wohlwollenden architektonischen Pfade eines Johann Bernhard Fischer von Erlach und erläutert die Bedeutung der Medien, der Stadtplaner, der Mode, der Gentrifizierung, des Postmodernismus, der UNESCO und der gierigen Entwickler in der Entstehung von Wiens weniger hübschen Ecken. Hier wird wahrlich Aufklärungsarbeit betrieben. Unbedingt vorbeschauen. 

 

Hier gehts zu einem lustigen Prank Video, in dem Studenten ahnungslose Touristen pflanzen.

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