Wer die Natur mag und dabei nicht so gerne von der städtischen Umgebung entfernt ist, kann sich neben den Stadtwanderwegen auch für einen der 24 „rundumadum-Wege“ entscheiden. Etappe 11 führt vom Laaer Wald zwischen Feldern über Bahngleise in die Stille des Zentralfriedhofs. Der Abschnitt macht etwa 5 der insgesamt 120 Kilometer des rundumadum-Wanderweges um Wien aus. Die gesamte Route entlang der Stadtgrenze ist also kein Wochenend-Spaziergang, sondern eher ein längerfristiges Projekt. Sofern man nicht völlig untalentiert im Kartenlesen ist, sind Übersicht und Routenbeschreibung online gut verständlich.  

Die 11. Etappe überrascht mit Agrarwirtschaft mitten im 10. Bezirk und führt direkt zu gemütlichen Cafés am Rande des Zentralfriedhofs: Den Start erreicht man gut mit dem 15A-Bus und beginnt den Weg gleich bei einer süßen Haussiedlung, zu der die an jeder zweiten Türe angebrachten „Vorsicht Bissiger Hund“-Schilder irgendwie einen amüsanten Kontrast bilden. Es geht über Hügel entlang dem Vogental, wo der Böhmische Prater in all seiner Urigkeit nicht weit ist, eine lange Strecke zwischen Feldern entlang, auf denen Wein und für den Laien lediglich als Gemüse identifizierbare Pflanzengebilde angebaut werden. 

Nach lustigen kleinen Häuschen und frischer Luft, die einem von den freien Feldern entgegen weht, kreuzt man über eine Brücke die Bahn und trifft nach ungefähr einer Stunde Gehzeit bei Tor 11 des Zentralfriedhofs ein. Sollte es etwaige Verstorbene geben, die man besuchen möchte, können hier noch schnell Blumen als Mitbringsel gekauft, beziehungsweise direkt am Friedhof in der Bio-Müll-Sammlung hübsche Blumentöpfe mit vertrockneten Festtagsblumen entwendet werden. 

Der Weg führt nun zwischen Gräbern entlang, zu denen es hier viele tolle Fakten gibt, und führt schließlich zu Tor zwei, dem Haupttor, wo der schon fast kultige Friedhofsshop mit seinen Grabstein-USB-Sticks und T-Shirt-Aufschriften „Friedhöfe Wien – Hier liegen Sie richtig“ zum Konsum am Friedhofsgelände lockt.

Eingekehrt und gejausnet werden kann entweder mit Esterhazyschnitte und Lachsbrötchen zwischen älteren Damen und Herren im Café Oberlaa oder etwas rustikaler bei der Würschtlbude vor dem Eingang. 

Anschließend kann man sich in den Witwen-Express setzen (umgangssprachlich für die 71er-Straßenbahnlinie, die Zentrum mit Zentralfriedhof verbindet) und sich über seine ruhige und sehenswerte Spazier-Wanderung freuen. 

Sollte danach das Bedürfnis aufkommen, alle 24 Etappen möglichst schnell zu meistern, bieten sich im Herbst einzelne sportliche Events an, die am rundumadum-Weg entlangführen.

Alle Infos hier.

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