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David (28) ist der Sohn des Opernsängers Herbert Lippert. Die Musikalität liegt offenbar in der Familie, denn auch er ist in der österreichischen Musikszene als Produzent und Musiker tätig. Nur bei der Musikrichtung gibt es inner-familiäre Differenzen. Während Lippert Senior klassische Arien, vom Zigeunerbaron bis zu "Wiener Blut" auf Opernbühnen singt, produziert Lippert Junior mit seinem Musiklabel und Rapper T-Ser den Song "Marijuana", der auf Youtube über eine Million Aufrufe schafft oder rappt selbst als David Emanuel am WU Campus.

David wollte eine Plattform für österreichische Musik und Künstler schaffen und gründete sein eigenes Musiklabel DVMND. Die junge Generation der HipHop-Szene orientiert sich fast ausschließlich am ausländischen Musikmarkt. DVMND soll dem entgegen steuern. Neben dem Label beteiligt er sich jetzt auch an einem Projekt von Vater Herbert Lippert. Dieser versucht mit O-MIA die Operette mit einem Relaunch ins Jahr 2017 zu holen. Was Davids Aufgabe dabei ist, was Rapper und Opern Komponisten gemeinsam haben und wieso junge Menschen in die Operette gehen sollten, erzählte er uns im Interview. 

 

David Lippert im Interview

Du hast mit dem österreichischen Rapper Nazar zusammengearbeitet. Jetzt bist du beim Operetten-Projekt O-MIA beteiligt. Was haben Nazar und Johann Strauß gemeinsam?

David: Musik ist Musik. Beide sind Komponisten und Ideenschöpfer. Ein Wiener Rapper ist immer wieder auf der Suche nach einem neuen Ideen-Kick, nach einer neuen Melodie, nach einem neuen Rhythmus, einem Text. Ich denke, das verbindet ihn mit Komponisten von damals. Die Frage, wie man noch einen Schritt weiter kommt, hat sicher auch Komponisten von früher beschäftigt. Progressivität war in der Musik schon immer ein wichtiger Bestandteil.

 

Wie bist du zu dem Projekt O-MIA gekommen?

Ich hatte mit meinem Vater schon seit meiner Kindheit Diskussionen über Musik. Schließlich hat er mich vor eine Challenge gestellt und mir angeboten, eine Operette zu modernisieren. So sollte ich ihm beweisen, was ich kann.

 

Was ist deine Aufgabe bei dem Projekt?

Ich habe verschiedene Operetten von Paul Abraham zu einem Medley zusammengeschweißt und das dann modernisiert. Ich habe versucht es so klingen zu lassen, wie wenn man es jetzt produzieren würde. Bei der Operette wird zwar klassisch gesungen, es sind aber viele neue Elemente, von R’n’B über Dance bis zu Afro Beats, drinnen. Die modernen Elemente werden mit einem Orchester kombiniert. Zusätzlich laufen während der ganzen Vorstellung Videoinstallationen durch.

 

In welcher Musik-Szene fühlst du dich zugehörig? Wie stehst du zur Klassik?

Ich bin damit aufgewachsen, daher kann ich auf jeden Fall was damit anfangen. Klassik ist einfach ein Bestandteil der Musik, so wie wir sie heute kennen. Ich kann gar nicht so leicht beantworten, wo ich mich zugehörig fühle. Ich bin kein typischer Rapper oder HipHop-Produzent, ich mache das, was mir Spaß macht. Wenn mir danach ist, dann baue ich auch mal funky Elemente ein. Ich limitiere mich da gar nicht. Ich bin Musiker und produziere gerne alle Arten von Musik. Ich setze keine Barrieren und mache wozu ich Bock hab.

 

Ist ein Opernsänger als Vater für eine HipHop-Karriere eher hinderlich?

Nein, ganz im Gegenteil sogar sehr förderlich, auch wenn es zuhause natürlich Diskussionen gab. Ich bin aber früh ausgezogen, daher ist es wohl nie zum völligen Eklat gekommen.

 

Was wurde zuhause für Musik gehört?

Meine Mutter hat in der Küche oft Radio gehört, also von Ö1 bis Ö3, aber natürlich auch Klassik-Radio. Es gab auf jeden Fall viele Klassik CDs und ich bin damit aufgewachsen.

 

Was gefällt dir an der Operette?

Wenn ich in die Operette gehe, ist es immer was Besonderes, weil es einfach ein Stück weit Kindheitserinnerung ist, die ich sehr schätze. Ich kann nicht sagen, wie es wäre, wenn ich es nicht seit meiner Kindheit kennen würde. Ich versuche aber auch immer mich inspirieren zu lassen. Als Produzent zerlegt man natürlich alles.

 

Hast du einen Lieblingskomponisten?

Ich muss ehrlich sagen: Nein. Ich hab auch keine Lieblingskünstler. Es gibt nichts, was ich nicht mag. Ich bin da sehr offen. Jede Musik darf existieren, vor allem wenn Leute Herzblut, Liebe und Arbeit reinstecken. Auch bei Kunst sehe ich das so. 

 

Warum sollen sich junge Leute O-MIA anschauen?

Weil man immer neue Dinge anschauen und erleben sollte. Vor allem, wenn man musikinteressiert ist. Die Operette zieht junge Leute halt kaum mehr an, aber ich denke man muss offen sein und auch mal was Neues ausprobieren. Genauso wie man vielleicht manchmal in den Wald gehen sollte, auch wenn man es normalerweise nicht macht. Der Natur muss man auch immer wieder eine Chance geben. Die Musik die wir heute hören, hat auch ihre Wurzeln in der Zeit und deshalb sollte man sich immer wieder mal anhören, was es früher gab. Vor allem, wenn das Ganze jetzt so neu interpretiert und spannend aufbereitet wurde. Viele entdecken vielleicht einen neuen Aspekt. Alleine das Audiovisuelle ist ein Erlebnis.

 

Was ganz Anderes: Dein Lieblingslokal in Wien?

Ich hab eigentlich keines. Aber voriges Jahr hatten wir eine Release-Party im Sneak In, das mag ich also auf jeden Fall.

 

Du bist neugierig geworden? 

Mehr Infos zu dem Operetten Projekt von O-MIA gibt es hier und hier.

 

Hier geht’s zu den Tickets!

15.8. in Gmunden:

Hier geht's zum Ticketverkauf. 

19.08. im Wiener Gasometer:

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20.08. im Wiener Gasometer:

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Der Artikel entstand in Kooperation mit O-MIA. Fotos beigestellt.

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Kultur, 30.7.17