Der Sommer in Wien kann schon so einiges und neben Baden, Eisessen und Spritzer im Schanigarten trinken wird auch kulturell viel geboten. Bestes Beispiel dafür ist das alljährliche ImPulsTanz Festival, das von 11. Juli bis 11. August dauert. Also nicht wundern, falls in der Zeit besonders viele coole und schöne Menschen herumlaufen, das sind vermutlich Tänzerinnen und Tänzer aus New York, Paris oder London.

Das Festival soll aber nicht nur schöne Menschen nach Wien locken, sondern natürlich vor allem zeitgenössischen Tanz in die Stadt bringen. Und das gelingt dank dem bunten, internationalen Programm auch jedes Jahr aufs Neue. Damit ihr dabei aber nicht den Überblick verliert, den Workshop eurer Wahl auch nicht verpasst und bei den besten Partys dabei seid, haben wir euch einen kleinen Festival-Guide zusammengestellt:

Das gesamte, wirklich umfangreiche Programm, alle Infos und die Tickets findet ihr übrigens hier!

 

[8:tension] Young Choreographers’ Series

Foto: (c) Yoshiko Kusano / "Hate me, Tender" Teresa Vittucci

Bei der "jungen" Schiene [8:tension] des ImPulsTanz Festivals werden in zwölf Produktionen die Choreographie-Arbeiten von Nachwuchstalenten von Moskau bis São Paulo gezeigt. Die Performances sind oft ein bisschen ausgefallener als im übrigen Programm und es gibt auf alle Fälle viel Neues zu entdecken. Dabei sind heuer zum Beispiel zwei Tänzerinnen, nasa4nasa aus Kairo, die aus Mangel an Alternativen ihre Choreographie in einem Squash-Court präsentieren mussten.

Oder die Performance der Wienerin Teresa Vittucci, die sich in "Hate me, tender" mit der Rolle der Jungfrau Maria auseinandersetzt, untermalt durch die Musik von Donna Summer. Ebenfalls Teil der [8:tension] Reihe ist die Performance "SOFTLAMP.autonomies" des genderfluiden Duos Ellen Furley und Malik Nashad Sharpe, die zwar aus Montreal und New York stammen aber irgendwie auf die Musik von dem Wiener Rapper Yung Hurn gestoßen sind und ihre Choreographie zu seiner Nummer "Pillen" performen.

Alle [8:tension] Performances findet ihr hier

ImPulsTanz x Museum

Auch heuer gibt es wieder eine Symbiose aus Tanz und bildender Kunst im Zuge des ImPulsTanz Festivals. Sowohl das mumok - Museum moderner Kunst, als auch das Leopold Museum öffnen ihre Türen für Tanz-Performances, zweiteres sogar eine ganze Etage. Zu sehen und hören sein wird im Leopold Museum unter anderem die Performance "o.T. | Raw Practice" von Ian Kaler und Planningtorock. Das Stück beschäftigt sich mit dem Thema Nähe und vereint die Choreographie Ian Kalers mit den melodischen Elektro-Beats von Planningtorock. 

Außerdem gibt es im Zuge des Festivals eine Kooperation mit der Ausstellung "Pattern and Decoration" im mumok, bei der Ornamente, orientalisch anmutende Mosaike und Textilcollagen von feministisch engagierten Künstlerinnen und Künstlern zu sehen sind. Eine der Performances, die man hier nicht verpassen sollte: Das poetische Solo "My Paradoxical Knives" des iranischen Tänzers und Theatermachers Ali Moini.

Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Alle ImPulsTanz x Museum Performances hier.

 

Workshops

Das ImPulsTanz Festival ist vor über 30 Jahren als Workshop-Reihe entstanden, sie sind also eigentlich das Herzstück des Festivals. Deswegen gibt es natürlich auch heuer wieder eine Vielzahl an verschiedenen Workshops für jedes Level, denn was damals wie heute gilt: vom totalen Anfänger bis zur Primaballerina, es gibt für alle den richtigen Workshop. Einer der Kurse, den auch unerfahrene Tänzerinnen und Tänzer besuchen können ist "Extremity Agenda" von Jos McKain, der unter anderem schon mit Daft Punk gearbeitet hat. Hier werden Themen wie Intimität, Wirtschaft und Aussterben behandelt und die Dokumentation auf und Mitnahme von mobilen Geräten ist erwünscht. Klingt auf alle Fälle spannend!

Wer sein eigenes Können schon als "Intermediate" einstuft, sollte beim Workshop der französischen Kostümdesignerin Lise Lendais vorbeischauen. Bei "Costume Fever" wird die Notwendigkeit von Kostümen in der darstellenden Kunst in Frage gestellt, ihr könnt die Grundlagen der Kostümherstellung erlernen und euch mit anderen über die Ökonomie von Kostümen in Zeiten von knappem Budget austauschen.

Außerdem wird es so wie schon in vergangenen Jahren wieder die "Public Moves" Workshop-Reihe geben. Von 15. Juli bis zum 11. August gibt es im Anton-Benya-Park im 4. Bezirk täglich einen gratis Tanz-Workshop, die offen sind für alle Levels, Fähigkeiten und Altersgruppen. Mitmachen erwünscht, Voranmeldung ist keine nötig!

Infos zum täglichen Programm gibt's hier. 

Performances

Foto: (c) Marc Coudrais / "7 Pleasures" Mette Ingvartsen

Natürlich erwarten euch beim diesjährigen ImPulsTanz Festival auch ein Haufen großartiger Performances. Alle davon aufzuzählen ist natürlich nicht möglich, aber einige seien euch besonders ans Herz gelegt. Zum ersten Mal ist 2019 das weltbekannte Tanztheater Wuppertal beim ImPulsTanz Festival zu Gast. Die Kompagnie der 2009 verstorbenen, großen deutschen Choreographien Pina Bausch wird das Stück "Masurca Fogo" zeigen, das 1998 in Lissabon entstanden ist und südlichen Flair und Lebensfreude vermittelt.

Ähnlich lebensfroh und bunt geht es im Stück "Um Jeito de Corpo" des Balé de Cidade de São Paulo zu. Ein großes Ensemble aus rund 30 energetischen Tänzerinnen und Tänzern tanzt darin zu den Klängen des brasilianischen Musikers, Dichters und Liedermachers Caetano Veloso.

 Hier ein kurzer Vorgeschmack auf "Um Jeito de Corpo":


Insgesamt gleich vier verschiedene Performances der dänischen Tänzerin Mette Ingvartsen erwarten euch heuer beim Festival: "7 pleasures", "21 pornographies", "69 positions" und "to come (extended)". Sie alle beschäftigen sich mit Themen wie Sexualität, Lust und Pornographie. Viel nackte Haut ist hier garantiert.

Geschlechterfragen, oder vielmehr Geschlechterneutralität, werden in der Musik von Jam Rostron aka Planningtorock behandelt. In der beim Festival gezeigten Musical Show "Powerhouse" wird neben Rostrons Schwester als „autistic raver“ auch Jam selbst als Kind der Arbeiterklasse und die musikbegeisterte Mutter dieses überragenden Soundtalents gewürdigt. Bei der Performance mit dabei, als Choreograf und Performer, ist auch der Österreicher Ian Kaler, sowie die Fimemacherin Imogen Heath und Special Guests.

 

SOÇIAL

Foto: (c) Emilia Milewska / Elis Noa Festival Lounge 2018

Rund um die vielen Performances gibt's beim ImPulsTanz Festival wie jedes Jahr auch ein umfangreiches Rahmenprogramm voller Partys. Von 11. Juli bis 11. August könnt ihr jeden Abend bei freiem Eintritt in der ImPulsTanz Festival Lounge im Burgtheater Vestibül Party machen. Um 22 Uhr geht's los, es erwarten euch DJ-Sets, Live Konzerte, ein Fotoautomat, Liegestühle und kühle Drinks. Am 29. Juli steigt hier eine besondere Party, nämlich  "Affine im Sommer" hosted by Goodnight.at. An den Decks erwarten euch hier der 22-jährige Wandl und The Clonious, vorbeischauen lohnt sich!

Ebenfalls fixer Programmpunkt sind natürlich die Festival-Opening und Closing Party am 19. Juli und 09. August, jeweils ab 22 Uhr im Kasino am Schwarzenbergplatz. Hier benötigt ihr übrigens Tickets, im Vorverkauf kosten sie 10 Euro, an der Abendkasse 12 Euro.  

Das gesamte Programm gibt’s hier.  

 

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem ImPulsTanz Festival.

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Kultur, 25.7.18