Ihr habt bereits alle wichtigen To-Do´s auf eurer Quarantäne Liste abgehakt? Ihr habt Lust, in einer besonderen Zeit, auf ein besonderes Hobby? Wie wäre es mit einem kleinen Poet*innen Crash Kurs und ein schönes (Oster-)Gedicht an deine Liebsten?

Wir haben für euch eine kurze und knackige Anleitung, wie ihr mit Reimen, Kreativität und einem Schuss Philosophie eure ganz persönlichen Gedichte/Texte zaubern könnt. Viel Spaß beim Experimentieren und Wörter jonglieren. Und lasst euch ja nicht aus der Ruhe bringen, denn Zeit haben wir ja während der Quarantäne allemal.

 

Wann (schreibe ich ein Gedicht am besten?)

Seid ihr eher eine Nachteule oder ein Morgenmensch? Die beste Zeit zum Schreiben ist immer individuell und kann sich auch von Zeit zu Zeit ändern! 

 

Wo (schreibe ich ein Gedicht am besten?)

Egal ob am Sofa, im Bett oder an der frischen Luft, wichtig ist vor allem: Sucht euch eine ruhige Ecke wo ihr einige Zeit lang ungestört sein könnt, euch wohlfühlt und konzentrieren könnt! 

Oft kann man sich von der Umgebung auch mehr Inspiration holen als man denkt. Vielleicht könnt ihr auch zwischenzeitlich den Ort wechseln und dort weiterschreiben? Das Überarbeiten eines Gedichts lässt sich nach einem Ortswechsel meist noch viel besser bewältigen.

 

Worüber/An wen (schreibe ich ein Gedicht überhaupt?) 

Das ist meist eine der entscheidendsten Fragen, denn sie bestimmt zum Großteil das weitere Vorgehen bzw. den Inhalt eures Gedichts.

Egal ob an die Oma oder an den besten Freund oder die beste Freundin, jeder freut sich ganz bestimmt über eine solch persönliche und kreative Geste. (Denn sind wir mal ehrlich: Wer nimmt sich in Zeiten von Whatsapp und Co. noch länger als ein paar Sekunden Zeit für einen Text? Na, ihr, jetzt!)

Das Thema bestimmt auch ganz allein ihr! Gibt es etwas, was euch schon länger im Kopf herumschwirrt? Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich 15 Minuten Schreiben am Tag positiv auf die Gesundheit auswirkt. Vielleicht auch eine gute Möglichkeit, negative Gedanken, die einen schon länger beschäftigen, loszuwerden, indem man sie auf Papier bringt.

 

Klartext: Wie schreibt man jetzt ein Gedicht?

Kommen wir nun ans Eingemachte: Ein Stück Papier oder das leere Worddokument liegt vor euch: Wie fängt man nun also an?

 

Das Brainstormen

Fangt ganz einfach damit an, eure Gedanken, Wortfetzen und Schlagwörter, die euch zu eurem gewählten Thema einfallen, aufzuschreiben. Sammelt eure Gedanken.

 

Der Aufbau eures Gedichts

Die meisten Gedichte gliedern sich in Strophen. Jede Strophe kann zum Beispiel sein eigenes Thema haben. Wichtig dabei sind Fragen wie: Bauen deine Strophen aufeinander auf? Gibt es eine Hauptstrophe, die sich immer wiederholt?

 

Reim oder kein Reim?

Die meisten Gedichte bestehen aus Reimen, aber das muss nicht immer so sein! Nämlich bei einem sogenannten „Free Verse“, welcher sich dann eher so wie ein Text, eine Geschichte liest. Wenn ihr reimen möchtet, habt ihr bestimmt schon einmal von den sogenannten Reimschemen gehört: AABB, ABAB oder ABBA. Egal wie, es bleibt die Frage: Wie komme ich jetzt auf einen Reim?

Tipp: Am besten zu einem Wort alle möglichen Reimmöglichkeiten aufschreiben und erst danach auswählen, löschen kann man nachher ja immer noch. Zum Schluss bleibt immer noch das gute alte „googlen“, und ganz ehrlich: Jeder Poet hat die Reimmaschinen dort auch schon Mal benutzt.

 

Sprachbilder

Besonders schön zu Lesen, wird euer Gedicht durch die sogenannte „Semantik“: Versucht die Gefühle am besten durch Metaphern, Symbole oder Vergleiche zu umschreiben. Zum Beispiel: “Der Himmel weint“ (für Regen) oder „Von Luft und Liebe leben“.

Somit bekommt der Leser später noch ein besseres Gefühl, von der Stimmung des Gedichts.

 

Der letzte Schliff, eures Gedichts

Nachdem ihr euer Gedicht überarbeitet habt, lest es nun auch einmal laut vor. Vielleicht kommt euch das im ersten Moment etwas komisch vor, aber es lässt euch den Rhythmus eures Gedichts besser erkennen. Somit könnt ihr euch auch vorstellen, wie eine andere Person das Gedicht lesen würde. Wenn es bei einer Stelle besonders holpert, überlegt euch doch, ob ihr es noch einmal umschreiben wollt. Vielleicht auch der Person des Vertrauens vorlesen um Feedback einzuholen.

 

Zum Schluss: “Spread it” oder “Shout it out, like no one´s hearing it”!

Tragt euer Gedicht in die Welt, schickt es der Person, für die es bestimmt ist oder behaltet euer ganz persönliches Gedicht für euch. Egal wie, Tatsache ist, ihr seid eurem/r inneren Poeten*in ein Stückchen nähergekommen und habt hoffentlich eine kreative Abwechslung zur alltäglichen Corona Routine bekommen!

 

Keine Lust selbst kreativ zu sein? Dann haben wir hier ein paar Lesetipps von coolen Wiener Autorinnen.

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Freizeit, 22.10.19