Visi lebt sein 10 Jahren auf der Straße, wir haben ihn in der Nähe der Gruft getroffen, um seine Geschichte zu filmen:

 

 

 

Momentan fehlt einfach die Perspektive

Als Kind wurde Visi von seinem Vater körperlich misshandelt und auch die Beziehung zur Mutter war schlecht. Irgendwann schlug er zurück und verließ sein Elternhaus. Seit mittlerweile zehn Jahren lebt er nun auf der Straße. 

Er begann eine Lehre und brach sie ab, kam wegen Körperverletzung ins Gefängnis und wieder raus auf die Straße, immer wieder machte er schreckliche Erfahrungen. Vor zwei Jahren zog er zum Arbeiten von Tirol nach Wien. Doch hier wurde er nur ausgenutzt.

Mittlerweile finanziert er sich sein Leben durch Notstandshilfe und Gelegenheitsjobs. Er arbeitet als Helfer in der Gruft, dem Wiener Betreuungszentrum für Obdachlose. Betteln kommt für ihn nicht in Frage. Höchstens nach einer Zigarette.

Visi hat einige Bekannte, zu denen er Vertrauen hat. In der Obdachlosen-Szene Wiens gibt es teilweise einen starken Zusammenhalt aber auch viele Streitigkeiten um triviale Dinge. Die Stimmung ist oft tages- oder wetterabhängig.

Hoffnung gibt Visi momentan nichts im Leben, die Perspektive fehlt. Er wartet darauf, dass irgendwann der Wille kommt, sein Leben aktiv in die Hand zu nehmen. Ein erster Schritt ist der Platz in einem betreuten Wohnheim für den er bereits eine Zusage erhalten hat.

 

Ein weiteres Video zum Thema "Obdachlos in Wien" gibt es hier.

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Kultur, 1.6.15