Die meisten Menschen sind ja der Meinung, dass die Weihnachtszeit die schönste Zeit des Jahres ist. Du nicht? Dann geht’s dir wie einer kleinen Gruppe an Personen, die seit Wochen versuchen, dem Weihnachtskitsch zu entkommen. Hier ein paar Tipps:

 

Daheim bleiben

Wenn ihr alleine wohnt gibt es eigentlich keinen sichereren Ort, als die eigenen vier Wände um dem Wahnsinn zu entgehen. Keine Weihnachtsdeko, keine verrückten Weihnachtsshopper und bei dem Wetter macht man es sich ohnehin lieber mit einer heißen Tasse Tee und in die Kuscheldecke gewickelt auf der Couch bequem. Aber such‘ dir unbedingt eine gute Beschäftigung, denn …

 

Der Fernseher bleibt aus

Er ist wie eine tickende Bombe. Es ist nur eine Frage der Zeit bis du plötzlich einen Weihnachtsfilm schaust und keine Ahnung hast, wie das passieren konnte. „Buddy, der Weihnachtself“, „Tatsächlich...Liebe“, „Kevin allein Zuhaus" und „Der Grinch“ – wobei der letztere für dich vermutlich noch das kleinste Übel ist. Da lassen wir doch lieber die Finger von der Fernbedienung. Dasselbe gilt übrigens für den Radio, wenn du nicht 24/7 Mariah Carey über ihren Wunschzettel trällern hören willst. 

 

Raus aus der Stadt

Wenn ihr dank Weihnachts-fanatischer Mitbewohner daheim nicht sicher seid (oder euch langweilig wird), dann flieht am besten gleich ein bisschen weiter, als nur vor die eigene Haustür. Dort warten nur Christkindlmärkte, Weihnachtsbeleuchtung und geschmückte Auslagen auf euch. Fahrt lieber auf’s Land. Sucht euch einen besonders einsamen Waldweg und geht ein bisschen spazieren. Im Winter kommt man sowieso viel zu selten an die frische Luft. Und wenn es schneit und ihr niemanden sagen hört, dass wir dieses Jahr vielleicht doch weiße Weihnachten haben werden, gibt es extra Punkte. 

 

Ins Kino gehen 

Wenn ihr den Weg hin übersteht, ohne dass euch jemand eine Tasse Punsch unter die Nase hält, dann ab ins Kino. Aber hütet euch vor den Weihnachtsspecials. All die Weihnachtsfilme, die daheim im Fernsehen auf euch warten, lauern auch hier an der Kinokasse. Nur dass du hier für den Kitsch aus 1995 auch noch Eintritt zahlen musst. Aber im Dezember laufen tatsächlich auch gute Filme: der Horrorfilm "Der Leuchtturm", die französische Komödie "Die schönste Zeit unseres Lebens" oder die Girl-Power Tragikomödie "Hustlers" - keine Weihnachtsfilme weit und breit also.

 

Ins Kabarett gehen

Überraschenderweise gibt es fast gar keine Weihnachtsstücke diesen Dezember. Dafür aber eine ganze Menge Anti-Weihnachts-Kabaretts. Kabarettisten scheinen sich alle ohne Ausnahme einig zu sein: Weihnachten ist furchtbar. Und im Gegensatz zu normalen Menschen, die immer gleich geschockte Blicke ernten, wenn sie sich negativ über Weihnachten äußern, dürfen sie Weihnachten so richtig auseinandernehmen – und den Leuten gefällt es. Von „Was, schon wieder Weihnachten?“ über "Leise pieselt das Reh" bis hin zu "Jingle Bells Reloaded" wimmelt es in den kleinen Theatern in Wien nur so von sarkastischen Kabaretts. Und bei solchen Titeln kann man sich sicher sein einen Abend unter Gleichgesinnten zu verbringen.

 

Auf ein Konzert gehen

Ob ihr es glaubt oder nicht, aber an Heiligabend gibt es tatsächlich ein Konzert. Und zwar von "Slavko Ninic & Wiener Tschuschenkapelle" im Porgy&Bess. Ja, zugegeben, nicht unbedingt eine Band, die man auf Anhieb kennt, aber reinhören kann und sollte man allemal. Das Konzert beginnt auch erst um 22 Uhr, also kann man davor trotzdem ganz pflichtbewusst das Weihnachtsessen absitzen (und hat dann eine Ausrede warum man weg muss). Und es gibt ja auch noch andere Konzerte. Hier findest du die coolsten im Dezember. Aber egal auf welches Konzert du gehst, Hauptsache du bist genug abgelenkt, um nicht an Kitsch und Co zu denken.

 

Nichts schenken

Mal ehrlich, die schlimmsten Orte zu Weihnachten sind und bleiben Einkaufsstraßen. Draußen ist es kalt und nass, in den Geschäften kriegt man dafür Schweißausbrüche. Überall Lichterketten und Auslagen, die Besinnlichkeit vortäuschen sollen, während sich drinnen Massen an Weihnachtsshoppern um die letzten Geschenke prügeln. Das lässt man dann doch lieber sein. Aber warne deine Liebsten vielleicht vor, damit sie sich nicht für dich unter die Piranhas begeben und du dann an Weihnachten alleine mit leeren Händen dastehst. Oder warne sie nicht vor. Jammer von früh bis spät, iss alle Kekse auf und setz den Christbaum in Brand. Da sind dir echt keine Grenzen gesetzt. Dann kriegst du zwar keine Geschenke, aber wunder dich dann nicht, wenn deine Familie nächstes Jahr über Weihnachten ohne dich auf Urlaub fährt.

 

Viel Alkohol

Wenn wir uns ehrlich sind, hast du eigentlich keine Chance, Weihnachten komplett zu entkommen. Seien es Weihnachtsfeiern im Büro oder Heiligabend mit der Familie oder einfach nur ein Straßenmusikant, der Weihnachtslieder spielt – der Kitsch lauert überall. Aber einen Lichtblick gibt es doch: Die Weihnachtszeit ist die einzige Zeit, in der tagtägliches Saufen erlaubt und vollkommen normal ist. Punsch ist ja nicht wirklich Alkohol. Er hilft aber ungemein, wenn es darum geht die schlimmsten Weihnachtsbräuche zu überstehen. Und sei es auch nur, weil du dann alles verschwommen siehst. 

 

 

Wenn du dann offiziell aufgegeben hast, geht's hier zu den schönsten Christkindlmärkten in Wien. 

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