Im neunerhaus Café, einer sozialen Einrichtung für Obdachlose und nicht versicherte Menschen, bereitet hinter einer modern gehaltenen schwarzen Theke der Koch Christopher Kastelan mit zwei freiwillige Helfer*innen das heutige Tagesmenü vor. Es gibt Linsensuppe mit frischem Gebäck. Die Sozialarbeiter*innen stellen Getränke bereit, vor der Tür bildet sich langsam eine Schlange von Menschen, die auf ihre erste warme Mahlzeit an diesem Tag warten. Im neunerhaus Café kümmert man sich auch während der Pandemie um die, die von der Gesellschaft außen vor gelassen werden.

 

Obdachlose Menschen trifft die Krise besonders schwer

Für obdachlose Menschen bedeutet die Pandemie nicht nur, wie für uns alle, soziale Isolation und erhöhte Vorsicht, sondern ist in vielen Fällen existenzbedrohend. Auf der Straße mangelt es an Wasser, an Möglichkeiten sich die Hände zu waschen, an Essen, an Kleidung. Aufmunternde Worte, medizinische Versorgung, warme Mahlzeiten, aber auch Informationen rund um die Corona-Krise sind in diesen Zeiten wichtiger denn je, die vielen ehrenamtlichen Helfer*innen eine großartige Unterstützung. Sie arbeiten schichtweise sieben Tage am Stück, um den Menschen, die derzeit vermehrt auf Hilfe angewiesen sind, zu zeigen, dass sie wichtig sind und auch in der Krise nicht vergessen werden.

 

Alltagsheldin Sophie

So auch Sophie aus Oberösterreich. Jeden Tag pendelt sie von Pressbaum nach Wien um in der Küche des neunerhauses Gemüse zu schnippeln, Essen zu verpacken und dem Koch unter die Arme zu greifen. Für sie ist es einfach schön, helfen zu können. Zeit hat sie ja, gut geht es ihr auch: Wieso also nicht dazu beitragen, dass es anderen Menschen ebenso gut geht. Die Dankbarkeit und Freude, die sie hier täglich erlebt, sind für sie die größte Belohnung und bringen auch in ihren Alltag in der Quarantäne Abwechslung und Farbe.

 

Das Konzept des neunerhaus Cafés

Werte wie Solidarität und Inklusion werden im neunerhaus Tag für Tag gelebt. Das neunerhaus Café, aka Grätzltreff mit „pay as you wish“-Prinzip ist für alle da: Student*innen oder Pensionist*innen sind genauso willkommen wie Obdachlose und nicht versicherte Menschen. Sozialarbeiter*innen sind rund um die Uhr vor Ort, um Beratung und Betreuung anzubieten, ohne jede Hürde oder Voraussetzungen: Denn allen, die Hilfe brauchen, soll auch geholfen werden. In dem gemütlichen Café kommen so bei Normalbetrieb ganz unterschiedliche Menschen in Kontakt. Das Konzept des neunerhauses ist mit seinem vielfältigen Angebot einzigartig in Wien und zeigt, wie wichtig ist es ist, nicht nur zu verstehen, dass alle Menschen gleich sind, sondern es auch zu leben.

 

So kannst auch du helfen

Schon kleine Dinge können unglaubliche Freude bereiten. Viele obdachlose Menschen haben nicht die Möglichkeit, sich selbst eine Maske zu nähen oder zu kaufen. Individuelle Masken für Obdachlose werden in diesen Zeiten gerne als Sachspende angenommen und verteilt. Auch Lebensmittelspenden oder kleine Geldspenden helfen, die tägliche Arbeit der Alltagsheld*innen des neunerhauses fortzusetzen. Hier geht es zur Spendenseite des neunerhauses.

 

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Freizeit, 12.4.17