Viele Proleten und etwas Dreck gibt es in Favoriten – vor allem aber gibt es ziemlich viel lebhaftes Treiben und neben den besten Falafelbuden und Sesamringen auch die sympathischsten Vietnamesen und den autonomen kulturellen Hotspot Wien’s. Entgegen dem schlechten Ruf vom 10. Bezirk, birgt das bunte Straßenleben auch eine authentische Atmosphäre, die vor allem im Sommer des Heimaturlaubs noch neugieriger macht und an dem meisten Ecken eine angenehme Pause von Innenstadt-Bobos gönnt.

Mr. Nam

Das Landsfrauen und -männer das vietnamesische Lokal so loyal frequentieren, ist schon mal eine glaubwürdige Versicherung der Qualität. Neben den vielen andere Vietnamesen in Wien hebt sich das Restaurant zwischen U1 Station Reumannplatz und Troststraße vor allem durch den ursympathischen Mr.Nam selbst hervor, der auch gerne mal was spendiert wie man munkelt! Die Preise sind nicht nur superfair und die Portionen und Auswahl riesengoß – obwohl sich der Laden nicht darauf spezialisiert, gibt es für alles auf der Karte auch eine vegan/vegetarische Alternative. Auf dem Schlemmerpfad durch die besten Pho’s und Sommerrollen in Wien sollte Mr.Nam nicht vergessen werden!

 

Groissböck

Spätestens wenn man durch die Scheiben der Konditorei in der Neilreichgasse zusieht, wie sie mehrmals täglich frisch zubereitet werden, wird man scharf auf die offiziell besten Krapfen Wiens.  Eine perfekte Alternative (oder zusätzlicher Snack) zu Tichy’s Marillenködel sind die ultimativen Sieger des Faschingskrapfen Tests. Alteingesessene Favoritenbewohner schwören auf die Vanille- und Marillenkrapfen!  Zum Beispiel nach ausgedehnten Abenteuern am nahe gelegenen Wienerberg bietet es sich an, auf dem Rückweg einen kleinen Spaziergang zum Groissböck zu machen und das Gesicht in zuckrigem Puder und weichem Teig zu vergraben.

Ernst-Kirchweger Haus

Um das antifaschistische Zentrum wurde es vor einigen Wochen nach den Angriffen der türkischen Faschistengruppen „graue Wölfe“ bei einer Frauenrechtsdemo unruhig. Dabei liegen diese Zeiten eigentlich lange zurück, nachdem die Wielandgasse 2-4 in den 90ern von österreichischen sowie ausländischen AktivistInnen besetzt wurde und nun vor Kurzem bereits seinen 30sten Geburtstag feiern konnte! Das EKH beim Keplerplatz beherbergt politisch, kulturell und sozial engagierte Gruppen und Projekte, wie z.B. Schreibwerkstätte für Frauen , Bandproberäume und eine Siebdruckwerkstätte. Außerdem finden regelmäßig Konzerte, Theater, Lesungen, Diskussionsrunden, Infoabende und manchmal sogar Zirkus statt! Die internationalen BewohnerInnen und AktivistInnen finden es wichtig, dem EKH den antifaschistischen Charakter zu geben um gegen ausländerfeindliche Tendenzen in der Gesellschaft ein Zeichen zu setzen.

Viktor Adler Markt

Den letzten Markt in Wien, auf dem Marktschreien noch die gute Manier ist, gibt es bereits seit 1877. Der Bauernmarkt mit dem lieben Kosenamen „Platzl“ lässt durch das Aufeinandertreffen von Multikulturalität und österreichischer Alteingesessenheit, die unverwechselbare Lebenskultur des 10. Bezirks entflammen! Für die bunte Stimmung, kreativen Markschreier und fantastische Pommes aus Durans Pommesfenster bequemen sich aber auch BesucherInnen aus ferneren Bezirken her. Abstauben kann man dabei zu Spottpreisen alle Möglichen arabischen und mediterranen frische, eingelegte und gekannte Produkte, die das Herz begehrt – von Montag bis Samstag ab 6Uhr in der Früh!

Gartenschank am alten Stadl

Dieses Kleinod in der hintersten Ecke von Favoriten ist ein wunderbarer Ort, um sich im Sommer ein ländliches Feeling nach Wien zu holen und. Gekocht wird nur mit regionalen Produkten, die Kräuter komme natürlich aus dem eigenen Garten und der g’schmackige Feuerfleck aus dem Steinofen. Der hübsche Gastgarten hinter Oberlaa wurde diesen Sommer schon von einigen Personen als Geheimtipp entdeckt, weshalb sich das Reservieren für nächste Ausschank-Termine auf jeden Fall empfiehlt! Auch die üppigen Frühstückbuffets finden auch nach Corona erstmals wieder ab 2. August statt. 

Wienerberg

Erst wenn man sich mal in den Kopf setzt, das Gebiet komplett zu erkunden, wird einem erst bewusst wie großflächig der Wienerberg tatsächlich ist. Egal ob einem danach ist sich am Wasserspielplatz beim Wasserturm unter Kinder auf Flößen zu mischen, in den verworrenen Wegen im Dickicht verloren zu gehen und erst Stunden später wieder die Orientierung zu finden oder auch einfach auf einer versteckten Wiese in Ruhe FKK zu sonnen... Der Wienerberg macht es möglich, deshalb wollen wir das Erholungsgebiet am Ende der 1er Tramlinie als Spezial Sommertipp für Favoriten noch mal hervorheben. Neben Nacktbadestränden und Hundespielplätzen gibt es vor allem die Möglichkeit die Hektik der Stadt zu vergessen und sich von der Ruhe der Angler anstecken zu lassen, die trotz der Angelverbote ihr Glück versuchen.

Du bist erstaunt was du alles in 1100 Wien verpasst hast? Weitere Ausflugsziele in 1100 findest du hier

Mehr zum Thema
 
 
Freizeit, 28.6.14