#metoo, #timesup, neu gewonnenes Selbstvertrauen und wieder aufgenommene Diskussionen – der Feminismus erlebt einen Aufschwung und wir sind mittendrin. Rund um den Weltfrauentag am 8. März und das Rrriot Festival präsentieren wir euch leiwande Wiener Frauen, die interessante Jobs, spannende Persönlichkeiten und etwas zu sagen haben.

 

Katharina (31)

Sie studierte Politikwissenschaft und Kunstgeschichte an der Uni Wien, sowie Critical Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien. Danach wechselte Katharina als Kuratorin, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektmanagerin in den Kulturbereich. Gemeinsam mit Therese initiierte sie 2013 das Frauennetzwerk „Sorority“ und ist Kuratorin und Geschäftsführerin des KATHE Konzeptbüros, sowie Leiterin des Rrriot und Business Riot Festivals.

 

Therese (29)

Sie schloss 2010 ihr Diplomstudium der Politikwissenschaften an der Uni Wien mit einem Staatspreis für Exzellenz ab. Von 2008 bis 2012 baute sie ein bekanntes Online Magazin als Chefredakteurin mit auf. Therese arbeitet u.a. als Kolumnistin, Redakteurin und Regisseurin zu den Themen Feminismus und Gesellschaftspolitik und ist in ihrer Freizeit als DJane tätig. Sie ist Geschäftsführerin des KATHE Konzeptbüros und Leiterin des Rrriot und Business Riot Festivals. 

 

Freundschaft durch soziales Engagement

Katharina und Therese lernten sich vor über zehn Jahren während des Studiums kennen und Feminismus war immer ein wichtiger Teil ihrer Freundschaft. Beide haben laut eigener Aussage einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und wollten sich immer aktiv für einen gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt einsetzen. Für die beiden ist es wichtig, „Frauen einerseits Mut zu machen, ihren Kampfgeist zu wecken, sie aktiv auf ihrem Karriereweg zu unterstützen, aber gleichzeitig auch laut darauf hinzuweisen, dass es vielfach Strukturen gibt, die Frauen benachteiligen.“

 

Der Weg ist das Ziel

„Gesellschaftliche Aushandlungsprozesse werden nie vollkommen abgeschlossen sein, bzw. muss die Frage, wie eine Gesellschaft fair und gleichberechtigt aufgebaut sein kann, immer neu gestellt werden. Eine Chefin allein ist kein feministischer Akt und Diskriminierung beschränkt sich nicht nur auf Geschlechterfragen.“ Katharina und Thereses gemeinsame soziale Etappenziele sind vor allem das Schließen der Einkommensschere zwischen den Geschlechtern und die faire Aufteilung von Betreuungsarbeit. 

 

Wie sehen junge Unternehmerinnen den Wunsch nach einer 30-Stunden-Woche? 

„Die Frage nach Arbeitszeit lässt sich nicht losgelöst von der Frage, wie und ob wir überhaupt arbeiten wollen, beantworten.“ 

Tiefgreifende Veränderungen, allen voran die Digitalisierung und die Weiterentwicklungsprozesse von künstlicher Intelligenz, werden Frauen generell vor große Herausforderungen stellen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen und Arbeitszeitverkürzung sind für Katharina und Therese zwei der wichtigsten Instrumente, um diesen Herausforderungen entgegenzutreten. 

 

Visionen für den Arbeitsmarkt in 10 Jahren

„Wenn man optimistisch eine Zukunftsvision für den Arbeitsmarkt skizzieren will, dann gehören sehr viele Punkte angesprochen“, meinen Katharina und Therese. „Großartig wäre es, wenn auf der einen Seite Unternehmensgründung erleichtert würde, nämlich für all diejenigen, die auch selbstständig sein wollen.“

Aus dem Nichts ein funktionales Unternehmen aufzubauen, ist sehr schwierig. Die Zahl der prekär Beschäftigten steigt, d.h. in vielen Branchen ist es mittlerweile ganz normal, von einem schlecht bezahlten, befristeten Arbeitsverhältnis ins nächste zu schlittern. Katharina und Thereses Vorstellung von einem gesunden und fairen Arbeitsmarkt, ist die der Inklusion, um junge Ideen zu fördern und klare Regeln für Erwerbsarbeit zu definieren. „Außerdem sollte dieser Arbeitsmarkt weniger mit Leistungsdiktat zu tun haben, sondern ein Klima fördern, das wertschätzend ist.“

 

Rrriot Festival

Von 1. bis 10. März findet in Wien das Rrriot Festival statt. Das Motto: Feministischer Diskurs für alle! Ein Teil davon ist die dreitägige Business Riot Konferenz (8. bis 10.3.). Sie behandelt Themen wie Einkommensschere, ungleich verteilte Betreuungspflichten und gläserne Decke. Hier geht’s aber nicht ums Jammern, sondern um Lösungen! Mit 60 Programmpunkten, über 40 Workshops, 20 Karrieregesprächen und vielen Diskussionsformaten und Beratungsangeboten teilen coole Frauen ihre Erfahrungen- und zwar mit "Females only"! Hier triffst du auf starke Frauen, lässige Arbeitgeber und viel Inspiration für deine Karriere. 

Mehr Infos zum Business Riot Festival 2018 findest du hier.

 

Header und Vorschaubild: (c) Pamela Russmann

 

Hier geht es zum Beitrag von Rebecca, IT-Consultant bei Accenture.

Mehr zum Thema
 
Kultur, 1.6.15
 
 
 
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