Die schlechte Nachricht zuerst: Der Großteil des Winters steht uns wohl noch bevor. Wenn du eine Lernpause brauchst oder einfach mal rauswillst (aber doch nicht so auf Kälte stehst), dann geh mal wieder ins Museum. Perfekt um den Kopf ein bisschen frei zu bekommen, neue Dinge zu lernen und sich einfach an den Kunstwerken erfreuen. Wien bietet dir genug Auswahl: Ob Naturphänomene, der Aufbau eines Schönheitsimperiums oder die Macht der Musik – die Themen sind vielfältig. So lässt sich auch der Winter gang gut aushalten.

 

Visions of Nature 

Kunst Haus Wien, Untere Weißgerberstraße 13, 1030 Wien

bis 18.2.2018

(siehe Headerbild)

Ein schwieriges Verhältnis, das immer wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt: der Einklang von Mensch und Natur. Der Mensch wirkt weitreichend auf die Natur ein, Veränderungen im menschlichen Zusammenleben hinterlassen ihre Spuren. Die Ausstellung geht mithilfe von 25 internationalen und österreichischen Künstlern der Frage nach, wie unsere Beziehung zur Natur aus künstlerischer Sicht gegenwärtig reflektiert wird. Kunst ist in unserer Lebenswelt immerhin allgegenwärtig und auch Natur und Kultur sind untrennbar miteinander verbunden.

 

Helena Rubinstein. Die Schönheitserfinderin 

Jüdisches Museum, Judenplatz 8, 1010 Wien

bis 6.5.2018

Foto: © Archives_Helena Rubinstein, Paris

"Es gibt keine hässlichen Frauen, es gibt nur gleichgültige", soll Helena Rubinstein einmal gesagt haben. Die Gründerin eines der größten Make-Up-Imperien der Welt, gilt als Pionierin jüdischen Unternehmertums. Sie gehörte Zeit ihres Lebens zu einer der angesehensten und vermögendsten Frauen weltweit. Rubinstein baute aus dem Nichts ein Schönheitsimperium auf, welches 100 Niederlassungen in 14 Ländern umfasste und ungefähr 30.000 Mitarbeiter beschäftigte. 1932 eröffnete sie auch einen Schönheitssalon am Kohlmarkt in Wien. Die Ausstellung zu Helena Rubinstein umfasst ungefähr 300 Exponate, die mit dem Leben Helena Rubinsteins in Verbindung stehen. Zu sehen sind Fotos, Make-Up-Utensilien, Werbeplakate, Kleidung und Möbelstücke.

 

Herausforderung Moderne: Wien und Zagreb um 1900  

Belvedere, Prinz Eugen-Straße 27, 1030 Wien

bis 4.2.2018

© Johannes Stoll, Belvedere Wien

Das Wien der Jahrhundertwende ist ein kultureller wie literarischer Mythos. Zu sehen sind Werke unter anderem von Gustav Klimt und Robert Auer, sowie von anderen Protagonisten der Wiener und Zagreber Moderne. Die Modernisierung und der Einfluss Wiens trug wesentlich zur stilistischen Zugehörigkeit der kroatischen Kunst um die Jahrhundertwende bei. Wiener Künstler und Architekten brachten die neuen Strömungen der Hauptstadt nach Zagreb und prägten somit das kulturelle Leben im heutigen Kroatien. Aber auch die österreichische Hauptstadt selbst wurde in einer Art gegenseitigen Kulturtransfers beeinflusst.

 

Ganz Wien. Eine Pop-Tour 

Wien Museum, Karlsplatz 8, 1040 Wien

bis 24.3.2018

Foto: © Wolfgang Sos

Eine unterhaltsame Zeitreise durch die Musikgeschichte in Österreich: Die Ausstellung zeigt sechs Jahrzehnte Wiener Pop-Geschichte, dargestellt anhand von Hot Spots der Musikszene. Die Tour führt zu Lokalen, Diskotheken, besetzten Häusern, Radiostationen und Studios. Die Bandbreite geht hier von dem Folkclub Atlantis und der 80er-Kultdisco U4 bis zum Studio von Kruder & Dorfmeister, wo der Wiener Downbeat der 90er-Jahre erfunden wurde. Gezeigt werden unbekanntes Archivmaterial, Videos, Flyer, Konzertfotos, Plattencover, Bühnenoutfits und Lifestyle-Accessoires, Musikinstrumente und Kurioses. Auch einflussreiche Musiker haben in der Ausstellung ihren Auftritt. Zu hören sind Wolfgang Ambros, Falco, Novaks Kapelle oder die Drahdiwaberl.

 

Israel before Israel – Fotografien von Ze’ev Aleksandrowicz 1932–1936 

Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien

bis 1.4.2018

Foto: © Ze’ev Aleksandrovicz Estate

Wie sah es in Israel vor der Staatsgründung 1948 aus? Ze’ev Aleksandrowicz, Zionist und leidenschaftlicher Fotograf aus Krakau reiste zwischen 1932 und 1935 drei Mal nach Palästina. Tel Aviv, die 1909 gegründete, erste moderne jüdische Stadt faszinierte ihn. Aleksandrowicz fotografierte europäische Immigranten wie auch Araber, Ozeandampfer und die Baustellen der gerade entstehenden Architektur der modernistischen „Weißen Stadt“. Im Jahr 1936 wählte er Tel Aviv auch als Wohnsitz für seine junge Familie. Seine Fotos wurden 1992 zufällig entdeckt. Mehr als 15 000 Negative, die die Jahre in einem Koffer verbracht hatten.

 

Europoly - The European Union Identity Trading Game 

Volkskundemuseum Wien, Laudongasse 15-19, 1080 Wien

bis 12.1.2018

Foto: © Marija Piroski, Krokodil Archive, April 2017

Diese Ausstellung ist nur mehr kurz zu sehen, aber umso faszinierender im Konzept. Im Rahmen dieses multidisziplinären Projektes werden einerseits die Position von Migranten in der EU sowie die Idee der EU hinterfragt. Die Ausstellung funktioniert in Form eines von Monopoly inspirierten sozialen Spiels. Glück bestimmt in hohem Maße den möglichen Aufstieg oder Fall der Spieler, die Teil der EU werden und eine neue europäische Identität erwerben wollen. Dabei hat die EU die Macht, Identität zu definieren. Sie bestimmt auch die Regeln des Spiels, die andere akzeptieren müssen. 

 

The Polaroid Project

Westlicht - Schauplatz für Fotografie, Westbahnstraße 40, 1070 Wien

bis 25.2.2018

Foto: © Barbara Crane, Courtesy Fotosammlung Ostlicht

Die Ausstellung zeigt das Phänomen Polaroid zum ersten Mal in seiner gesamten Breite. Künstler wie Ansel Adams und Andy Warhol haben mit ihrem Schaffen die Ästhetik einer Ära geprägt. Neben den Werken rückt „The Polaroid Project“ mit Kameramodellen, Konzepten und Prototypen auch die innovative Technik in den Mittelpunkt, die diese visuelle Revolution ermöglichte. Präsentiert werden rund 200 Polaroids von knapp 100 Fotografen, mit einem Schwerpunkt auf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 

  

Header: Visions of Nature © KUNSTHAUS Wien 2017 Foto: Eva Kelety
Vorschaubild: Israel before Israel © Ze’ev Aleksandrovicz Estate

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