Die Wiener Festwochen, eines der größten (Musik-)Theaterfestivals der Welt, starten bereits am 11. Mai mit ihrem Programm. Bis zum 17. Juni werden insgesamt 30 Produktionen, darunter vier Uraufführungen, gezeigt. Hipsterbeutel drehen bereits sehnsüchtig ihre Runden, die B&Bs der Stadt füllen sich mit Touris und die Messer der heimischen Kulturkritiker sind gewetzt.

Tickets sind für Studierende unter 27 Jahren übrigens um ca. 30 Prozent verbilligt. Außerdem gibt es vergünstigte Tickets um 9 Euro direkt an den Abendkassen.

 

Locations

Neben jenen altbewährten Venues wie der Halle E + G im MuseumsQuartier, dem Theater an der Wien, oder den Gösserhallen hinterm Hauptbahnhof, stellen sich dem Publikum dieses Jahr u.a. die ehemalige Sargfabrik F23 in Liesing und die Baustelle beim Parlament als neue Spielstätten vor. In den Locations erwarten die Besucher fast rund um die Uhr verschiedenste Programmpunkte, inklusive Diskussionen, Performances, Ausstellungen, Partys und vieles mehr.

 

Hyperreality

24.-26. Mai

F23, Breitenfurter Str. 176, 1230 Wien

Statt altbackener Konzerte findet mit dem „Hyperreality“ wieder ein dreitägiges „Festival im Festival“ statt, dieses Mal in der F23 in Liesing, einer ehemaligen Sargfabrik, die extra für die Festwochen adaptiert wurde. Das Mini-Musik-Festival widmet sich der Clubkultur an der Schnittstelle zwischen Performance, Pop und Bildender Kunst mit großartigen Acts wie der venezolanische Musiker, Produzent und Sänger Arca oder Pop-Diva Kelela – ziemlich leiwand, schnell noch Karten ergattern! 

 

Was kann man sich sonst noch anschauen?

Natürlich ist das Programm der Wiener Festwochen mega vollgestopft und vielseitig, deshalb haben wir hier einige Highlights aus den verschiedenen Genres für dich aufgelistet.

 

Theater

Die Orestie

Theater an der Wien, Linke Wienzeile 6, 1060 Wien, 21.-23. Mai

Die Tragödientrilogie „Die Orestie“ des griechischen Dramatikers Aischylos ist sowas wie ein Meilenstein der europäischen Theatergeschichte und lässt sich wunderbar auf unsere gegenwärtige politische Situation ummünzen. Ersan Mondtag, der 2016 zum Nachwuchs-Regisseur des Jahres gekürt wurde, inszeniert zum ersten Mal in Österreich. Herrlich schräg und makaber.

 

Die Selbstmord-Schwestern/The Virgin Suicides

Theater Akzent, Theresianumgasse 18, 1040 Wien, 1.-3. Juni

Der Roman „The Virgin Suicides“ wurde als Sensation gefeiert und 1999 von der amerikanischen Regisseurin Sofia Coppola verfilmt. Das Stück erzählt vom Freitod fünf streng behüteter Schwestern in einer nordamerikanischen Vorstadt. Sterbebegleiter der Gruppe ist der LSD-Guru Timothy Leary. Gespielt werden die jungen Frauen von ausschließlich männlichen Schauspielern, die sich hinter grotesken Puppenkostümen verbergen. Berauschend und angsteinflößend.

 

Tanz

10000 gestes

13.-16. Juni

Gösserhallen, Halle 1, Laxenburger Straße 2A, 1100 Wien

Wie in einem bewegten Gemälde im Stil von Hieronymus Bosch führen 23 Tänzerinnen und Tänzer des französischen Musée de la danse individuelle Variationen tausender Gesten aus, ohne je eine einzige zu wiederholen. Zu Klängen aus Mozarts Requiem in D-Moll formen sich Körpergebilde und erzählen uns deren Geschichten. Ur schön.

 

Musiktheater

Trojan Women

16.-18. Juni

Theater an der Wien, Linke Wienzeile 6, 1060 Wien

Das fantastische Ensemble des koreanischen Nationaltheaters zeigt mit der Inszenierung „Trojan Women“ eine Neuadaptierung einer griechischen Frauentragödie, die im traditionell koreanischen Erzählstil „Pansori“ inszeniert wurde. Die Zuschauer dürfen an klassischen koreanischen Gesängen und der Verwendung von traditioneller Musik teilhaben. Der ein oder andere wird hier Klänge wahrnehmen, die er zuvor vermutlich noch nie gehört hat. Wer auf große Gesten und die asiatische Kultur steht, findet hier sein kulturelles Happyplace.


Performance

Phobiarama

11.-15. Mai und 17.-22. Mai

MuseumsQuartier, Vorplatz, Museumsplatz 1, 1070 Wien

Mitten in den Städten Europas inszeniert der niederländische Künstler Dries Verhoeven, bekannt für provokante Projekte im öffentlichen Raum, ein gesellschaftspolitisches Theater des Angstmachens. In einer Art umgebauter Geisterbahn, konfrontieren sich die Besucher in auf Schienen bewegten Autodrom-Wagerl mit den von Medien aufgebauschten Ängsten und den realen Tiefen der eigenen Psyche.

 

Videoinstallation

The Walking Forest

31. Mai- 2. Juni

Gösserhallen, Halle 4, Laxenburger Straße 2A, 1100 Wien

Inspiriert von William Shakespeares weltberühmten Stück „Macbeth“ inszeniert die brasilianische Regisseurin Christiane Jatahy in den Wiener Gösserhallen einen Raum politischer, poetischer und gesellschaftlicher Realitäten. Das Publikum ist aktiv am Geschehen der Videoinstallation beteiligt, spaziert im Raum herum und wird somit gleich selbst ein Teil dieser düsteren Inszenierung.
 

 

Mehr Informationen zum gesamten Wiener Festwochen-Programm findest du hier.


Einleitungs- und Headerbild: Phobiarama_Dries Verhoeven_photography by Willem Popelier_landscape fullres original

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Kultur, 25.7.18