Jelineks Interpretation der Ibiza-Affäre, ein philosophisches Bierfass, schizophrene Monologe und vieles mehr erwartet euch diesen Frühling in den großen und kleinen Theaterstätten Wiens. Also stattet den ehrwürdigen Hallen der Theateretablissements mal wieder einen Besuch ab, lasst euch in einem der roten Samtsesseln nieder und genießt Gesellschaftskritik in ihrer schönsten Form.

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Schwarzwasser

Wann: 14.3.-25.4.

Wo: Akademietheater, Lisztstraße 1, 1030 Wien

UPDATE 11.3.2020: Alle Vorstellungen bis 2.4.2020 abgesagt!

Eine Villa in Spanien, eine russische Oligarchennichte, ein österreichischer Politiker und ein „junger Gott“ – spätestens jetzt sollte jeder, der nicht in den letzten 9 Monaten Winterschlaf gehalten hat, wissen um was es hier geht: Die Ibiza- Affäre.
Jelinek verknüpft in „Schwarzwasser“ Tagespolitik mit antiken Dramen und Philosophie. So findet nicht nur das antike Drama „die Bakchen des Euripides“, in dem Dionysos in Menschengestalt die Stadt Theben entert, um seinen Göttlichkeitsanspruch massakermäßig einzulösen, sondern auch Persönlichkeiten wie Philippa Strache, Andreas Gabalier oder Elfriede Jelinek selbst (einmal in einem pinken Gorilla Kostüm) Eingang in das unterhaltsame Theaterstück. Wer die Ibiza-Affäre schon interessant fand, der wird dieses Stück noch interessanter finden.

 

Bier

Wann: 10.-21.3.

Wo: Theater Nestroyhof Hamakom, Nestroyplatz 1, 1020 Wien

Update 11.3.2020: Die Vorstellungen können wie geplant stattfinden!

Was würde ein Bierfass wohl erzählen, wenn es denn sprechen könnte? Gewöhnliche Bierfässer wahrscheinlich eher stumpfsinnige Kneipenweisheiten, die sie im Zuge ihrer Bierfassexistenz aufgeschnappt haben. Nicht so das Bierfass im Theaterstück „Bier“.
Als der Blitz in einer Kneipe einschlägt, beginnt das Bierfass in derselbigen zu reden. Den stumpfsinnigen Gästen verschlägt es die Sprache. Das Bierfass philosophiert über die Welt und die Lage der Nation, die derben Witze der Kneipenbesucher*innen machen das Bierfass allerdings traurig. Bierfass und Kneipenbesucher sind sich nicht mehr länger einig, die Trinker beschließen: Das andersdenkende Bierfass muss weg, aber wie? Eine politische Metapher mit viel Satire – und wer will denn nicht mal hören, was ein Bierfass so zu sagen hat?

 

Space Junk: Eine Science-Fiction-Theater-Miniserie

Wann: 6.3.-5.4.

Wo: Volx/Margareten, Margaretenstraße 166, 1050 Wien

Update 11.3.2020: Alle Vorstellungen bis auf Weiteres abgesagt!

Jonas Schneider inszeniert mehrerer Theaterabende in Form von Serien-Staffeln, die ins Weltall führen. Die Episoden spielen im Jahr 2053, wo Roboter, selbstfahrende Autos und künstliche Intelligenzen die Welt beherrschen. Da ein Viertel der Menschheit nicht mehr zu gebrauchen ist, übernimmt die Regierung die Ticketpreise für die Ausreise mit dem Raumschiff. Am Weg nach Utopia kommen viele Fragen auf. Klar wie der Sternenblick ist nur: Ums Überleben geht es mindestens. Die erste Staffel der Miniserie feiert im März Premiere. 

 

Reigen

Wann: bis 4.4.

Wo: TAG, Theater an der Gumpendorfer Straße, Gumpendorfer Straße 67, 1060 Wien

Update 11.3.2020: Alle Vorstellungen bis 17.3.2020 abgesagt!

Habt ihr gewusst, dass Paare, die in getrennten Betten schlafen, länger zusammenbleiben? Das ist nur eine der Weisheiten, die man aus dem Theaterstück „Reigen“ mitnehmen kann. Löste das Stück von Arthur Schnitzler, wegen seinem sexuellen Kontext, damals große Empörung aus, sind wir heute Gott sei Dank nicht mehr so verklemmt und können mit sexuellen Themen auf der Bühne umgehen. In Gesprächen, Konflikten und Annäherungsversuchen wird hinter die Fassade sexueller Begierde geblickt und die Frage gestellt: Sind wir bei aller sexueller Freiheit heute tatsächlich sexuell gelöster und zufriedener oder doch eher oversexed and underfucked?

 

HIKIKOMORI

Wann: 19.3-14.6.

Wo: TheaterArche, Münzwardeingasse 2, 1060 Wien

Update 11.3.2020: Alle Vorstellungen finden wie geplant statt!

Hikikomori ist ein Begriff, der sich auf junge Menschen bezieht, die nach Schulverweigerung oder Arbeitsunfähigkeit viele Jahre zu Hause bleiben. Es ist ein Syndrom, das in Japan jeder kennt. Derzeit haben sich circa 700.000 Japaner*innen zurückgezogen. Ein spannendes Thema, mit dem sich das Theater Arche in einer Eigenproduktion in Form eines schizophrenen Monologes auseinandersetzt.

 

Angstbeisser

Wann: bis 21.3.

Wo: Schauspielhaus Wien, Porzellangasse 19, 1090 Wien

Update 11.3.2020: Vorstellungen finden mit Einschränkungen statt! Mehr Infos hier.

Jugenddrama á la carte. Vier beste Freunde leben ihr Leben zwischen Amphetaminen, Koks, Valium, Albtraum-Tagebüchern und unmotivierten Gesprächen – man kennt es ja. Aber irgendwann werden auch unmotivierte Gespräche langweilig, auch beste Freunde uninteressant. Zwischen Erwartungsdruck, Klischees und Unschlüssigkeit trifft die Lust abzuheben auf die Furcht vor der Landung. Eines ist sicher: Hier leben vergangene Teeanger-Gefühle wieder auf.

 

Vorschaubild: (c) Horn_Schwarzwasser_Akademietheater
Header: (c) Anna_Stoecher_TAG_Reigen 

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