Henrike Iglesias ist ein Theaterkollektiv aus Berlin und Basel, die ihre Stücke aus feministischer Perspektive produzieren. Mit UNDER PRESSURE kommt eine Performance ins brut, bzw. zu dir nach Hause, die den omnipräsenten Leistungsdruck kritisiert, ein Phänomen, dem wir wohl alle mehr oder weniger ausgeliefert sind. Das Stück ist dabei interaktiv gestaltet, überzeugt mit unerwarteten Überraschungen - mit ganz viel Charme und feinem Humor. Wir haben dem Kollektiv ein paar Fragen zum Stück gestellt und wahnsinnig inspirierende Antworten bekommen. Überzeug dich einfach selbst! 

 

Vorstellungstermine & weitere hard facts zum Stück findest du hier!

Gewinnspiel: Auf unserer Facebook-Page verlosen wir 2x2 Tickets für die Vorstellung am 25.3. Good luck!

 

Interview mit dem Künstler*innen-Kollektiv Henrike Iglesias

1.) Warum sollte man das Stück "Under Pressure" sehen?

Um mit drei guten Gründen zu beginnen: Es macht mega Spaß! Es ist eine Show im Wettbewerbsformat bei der wir alles geben! Ihr dürft uns beurteilen!

 

2.) Was siehst du persönlich am ständigen Leistungsdruck besonders kritisch?

Leistungsdruck ist etwas, das dem Kapitalismus immanent ist. Mensch muss sich als gutes Produkt nach westlichen Kulturstandards verhalten. Mensch muss gut sein - besser als der Rest - und als Individuum hervorstechen, nicht als Teil einer kollektiven Leistung. Mensch muss schön sein. Mensch muss funktionieren, die ganze Zeit. Mensch muss konsumieren, um zu sein. Sucht euch einen Job, liebt ihn, seid die oder der Beste darin. Sei die oder der beste Kolleg*in. Lächele doch mal! Der Leistungsdruck ist überall, selbst die von uns, die die meisten Privilegien haben, fühlen ihn. 

 

3.) Verstärkt die Pandemie den Leistungsdruck auf die Gesellschaft?

Die Pandemie setzt alle Menschen unter Druck, aber einige definitiv mehr als andere. Alle erleben diese Pandemie ja sehr unterschiedlich: Manche können sich in “systemrelevanten” Berufen seit einem Jahr keine Pause leisten, andere haben ihre Jobs verloren. Einige müssen sich stark isolieren, andere können sich das nicht aussuchen. Für einige Menschen hat sich der Druck vielleicht nicht so sehr erhöht, sondern eher die Form verändert. 

Durch die Pandemie sind soziale Ungerechtigkeiten, die auch vorher schon da waren, nochmal ganz besonders deutlich ans Licht gekommen und hoffentlich kann dies als Chance für einen Neustart genutzt werden, indem Veränderungen in unserem Denken und Handeln stattfinden. 

 

4.) Welcher ist der beste Weg für Gesellschaftskritik - ist es die Kunst?

Wenn Kunst für jede Person zugänglich wäre, vielleicht. Im Moment würden wir sagen, das ist sie nicht, wenn wir bedenken, wie Kunst- und Kulturinstitutionen strukturiert sind. Derzeit kommen die Stimmen, die laut und sichtbar sind, leider fast immer aus einem ähnlichen privilegierten Hintergrund und erreichen ein ähnliches Publikum.

 

5.) Warum ist es besonders wichtig gesellschaftliche Themen/Probleme aus feministischer Perspektive zu betrachten?

Es ist enorm wichtig, soziale Fragen und Probleme aus einer intersektional feministischen Perspektive zu betrachten, also auch Mehrfachdiskriminierungen mit zu bedenken und zu reflektieren. Um die Tiefen der Ungleichheit zu verstehen, die unsere Gesellschaft und unsere Welt immer noch prägen, sollten wir die Probleme und Kämpfe derer Menschen analysieren, die aktuell Formen der Unterdrückung und der Diskriminierung erleben. Es ist auch wichtig, die Gewalt und die systematische Diskriminierung zu berücksichtigen, die während der langen Geschichte von Gewalt und Kolonialisierung tiefe Ungleichheiten geschaffen hat.

 

6.) Kann eine Online-Performance echte Emotionen transportieren?

Vielleicht wäre unsere Antwort vor der Corona-Zeit anders ausgefallen, aber heute ist sie ein klares Ja. Möglicherweise verändern wir unsere Art der Wahrnehmung durch die Unmöglichkeit, Live-Events zu veranstalten und zu besuchen. Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Live-Events und einer Online-Performance.

Vielleicht ist das größte Gefühl, das fehlt, ein gemeinsames Erlebnis als Publikum zu teilen. Die Energie, die von einem Live-Publikum ausgeht, vom Teilen eines Live-Moments in einer großen Menschenmenge, die ist einfach nicht da. Aber Performances können trotzdem bewegen und unterhalten, auch wenn sie online erlebt werden. Vor allem, wenn mensch das Gefühl hat, dass sie live, in diesem Moment, von irgendwo auf der Welt auf den Bildschirm übertragen werden.

 

Die Vorstellungstermine sind 24., 25., & 26. März - die Tickets gibt's für 9€! Alle Infos findest du hier!