Wie schön ist es, bei Sonnen- bzw. Mondschein durch Wien zu schlendern. Aber manchmal soll einem auch ein Schauer über den Rücken laufen. Wir haben für euch einen Stadtspaziergang im Ersten von einem Tatort zum nächsten zusammengestellt. Viel Spaß (und nur keine Angst bekommen)!

Laut Statistik Austria haben Menschen, die im ersten Bezirk wohnen, die höchste Lebenserwartung Wiens. Dennoch gab es, und gibt es noch immer, auch dort die wildesten Verbrechen. Los geht´s!

 

1. Staatsoper

Starten wir unsere kriminalistische Rundreise bei dem Wahrzeichen Wiens, der Staatsoper. 1963 wurde dort vor einer Aufführung eine elf-jährige Balletttänzerin tot in der Umkleidekabine gefunden. Todesursache: 34 Messerstiche. 3 Monate später wurde der Täter gefasst. Es handelte sich um einen 33-jährigen Mann, der schon etliche Vorstrafen hatte. Er hielt sich in den prunkvollen Hallen der Staatsoper öfter unerlaubt auf, da er Frauen beim Umziehen zusah. Nach einem Streit mit seiner Mutter baute er seine Aggressionen ab, indem er auf das kleine Mädchen einstach. Mit den Worten „Wenn ich aus der Haft herauskomme, werde ich es wieder tun!“ wurde er lebenslänglich eingesperrt.

Weiter geht’s!

 

2. Augustinerstraße 12

Das nächste Gebäude, vor dem wir Halt machen, befindet sich in der Augustinerstraße 12. Dort schlug die sogenannte Blutgräfin zu. Die Blutgräfin wurde 1988 vom Guinness Buch der Rekorde als größte Serienmörderin aller Zeiten betitelt. Um die 650 Personen sollten von ihr ermordet worden sein. Die Blutgräfin hielt sich in den Sommermonaten gerne in ihrer Stadtwohnung im ersten Bezirk auf. Die Sängerin Ilona Harczy weigerte sich, ihr eine Privatvorstellung zu geben, woraufhin sie von der Blutgräfin in deren Wohnung stundenlang gequält wurde, bis sie ihren Verletzungen erlag. Da man damals Aristokrat*innen nicht hinrichten durfte, wurde die kaltblütige Blutgräfin im Turmzimmer ihrer Burg in Ungarn bis zu ihrem Tod eingesperrt.

Wir begeben uns mit einem mulmigen Gefühl im Bauch wieder auf die Ringstraße und folgen dieser bis zu Universität.

 

3. Universität

Traurig, aber wahr – auch dort wurde schon gemordet. Der Begründer des Wiener Kreises und Philosoph Moritz Schlick wurde dort am Treppenabsatz der Philosophenstiege auf dem Weg zu einer Vorlesung im Sommersemester von einem ehemaligen Schüler erschossen. Dieser zeigte bei seiner Festnahme keinerlei Reue und wies nur darauf hin, dass die Weltanschauung des Professors nicht den seinen entspreche und er sich dadurch verunsichert fühle. Auf dieser Philosophenstiege befindet sich auch heute noch eine Inschrift, die an den Universitätsprofessor erinnert. Was lernen wir daraus? Im Sommersemester immer auf der Hut zu sein und sich nicht von den komplizierten Inhalten verschiedenster Vorlesungen in den Wahnsinn treiben lassen.

Den nächsten Stopp machen wir beim Hohen Markt.

 

4. Hoher Markt

Dort fand der wohl absurdeste Mord statt. Seit Jahren betrieb Josef Bruckner dort seinen Würstelstand, verdiente genug, um zu leben und war glücklich. 1904 eröffnete Johann Bachl einen zweiten Würstelstand am Hohen Markt, wodurch sie Bruckner in seiner Existenz bedroht fühlte. Monatelang bedrohte er seinen neuen Rivalen und attackierte ihn unter anderem mit einem Messer. Daraufhin wurde er zu zweimonatiger Freiheitsstrafe verurteilt. In ihm kam die Angst hoch, dass sein Rivale in dieser Zeit Überhand gewinnen würde, schoss diesen an und jagte auch sich selbst eine Kugel in den Kopf. Der angeschossene Bachl überlebte glücklicherweise, und auch heute noch kann man sich am Hohen Markt rund um die Uhr Würstel kaufen.

Nach dem Kauf eines Würstels beim Hohen Markt geht der Spaziergang weiter.

 

5. Bauernmarkt 22

Das nächste Verbrechen fand an der Adresse Bauernmarkt 22, wo sich das Imperialkino und das Hotel Schweizerhaus befanden, statt. 1958 wurde der Nachtportier des Hotels erschossen und beraubt. Der Täter war zu dieser Zeit als „Stephansdomkletterer“ bekannt, da er auf die höchste Spitze kletterte und drohte hinunterzuspringen, wenn er nicht 3000 Schilling bekäme. (auch eine Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu bekommen) Die Tat begründet er damit, dass er wissen wollte, wie Menschen reagieren, wenn sie mit einer Pistole bedroht werden. Er begang noch weitere Morde, zu denen er, laut eigenen Angaben, durch Kinovorführungen und Opernstücke verleitet wurde. Nach der Urteilsverkündung sagte er: „Ich bitte die Damen und Herren Geschworenen, den hohen Gerichtshof und die Allgemeinheit nur um eines: Bitte leckt mich alle am Arsch.“

Mit großen Augen wieder ab auf die Straße und hin zu unserem letzten Tatort, der Johannesgasse 19.

 

6. Johannesgasse 19

Dort wohnte der Mathematiklehrer Conrad Blank. Dieser wurde in seiner eigenen Wohnung von einem verschuldeten Schüler umgebracht, da dieser an sein Geld ran wollte. Seine Tat blieb nicht geheim, denn zwei Tage danach feierte er ein großes Fest, bei welchem er dann festgenommen wurde.

 

Wer noch nicht genug hat, kann sich in der nächsten Buchhandlung eines der unzähligen Bücher über Verbrechen in Wein zulegen und erschrocken herausfinden, wie viele Verbrechen sich in unserer schönen Stadt schon abgespielt haben.

Genug gegruselt & wieder Lust auf Schönes? Hier kommen die Kultur-Highlights des Sommers!