Das Jahr 2020 zwingt uns alle dazu, Dinge, die schon längst überfällig sind, wieder in unser Gedächtnis zu rufen und an uns zu arbeiten. Gerade mit dem „Black Lives Matter“ Movement rückt die Ungerechtigkeit mit der BIPOC (Black, Indegionous and People of Colour) tagtäglich behandelt werden wieder ans Tageslicht. Dies ist ein Zeitpunkt für alle, auch jene die von Rassismus weniger oder nicht betroffen sind, an ihrem Verhalten zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass unsere Gesellschaft zu einem Platz wird, an dem sich alle willkommen fühlen.

 

Hier sind 9 Tipps, die dir im Kampf gegen Alltagsrassismus helfen sollen

 

1. Familienmitglieder zurechtweisen. Du bist auf der Familienfeier und dein Onkel äußert wieder einmal eine „lustig“ gemeinte rassistische Aussage? Weis ihn darauf hin, dass das nicht in Ordnung ist, auch wenn du dich damit vielleicht zum „Buh-Mann“ machst. Veränderung beginnt schon bei so kleinen Dingen wie diesen.

2. Beteilige dich aktiv und zeig‘ Solidarität. Still sein bringt keinem was, also tu‘ was dagegen. Geh auf Demos und beteilige dich. Wenn dir das noch nicht reicht, kannst du dich zum Beispiel auch bei der NGO ZARA, die Anti-Rassismus-Arbeit in Wien macht, als Freiwillige*r melden und mithelfen.

3. Poste auf Instagram. Hört sich zuerst mal banal an, aber gerade damit erreichst du eine relativ große Anzahl an Menschen (je nachdem wie viele Follower du hast natürlich). Damit zeigst du nicht nur Solidarität, sondern bringst womöglich auch deine Mitmenschen zum Nachdenken. Dafür musst du auch gar nicht eigene Posts erstellen, das Teilen von Beiträgen anderer Accounts reicht schon. Accounts die sich mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen sind zum Beispiel wasihrnichtseht, iamchristlclear oder organeyez.co

4. Verteidige Mitmenschen. Du bist in der U-Bahn und dir fällt auf, dass jemand eine Person mit rassistischen Kommentaren beleidigt? Schau nicht weg! Steh aktiv für die betroffene Person ein und mach‘ auch allen anderen, die mit dir im Waggon sind, damit klar, dass so ein Verhalten nicht geduldet werden kann.

5. Achte auf deine Alltagssprache. Oft sind es schon die kleinen Dinge, die einen großen Unterschied machen. Wenn du über schwarze Personen oder POC (People of Colour) sprichst, dann sag‘ zum Beispiel nicht „farbig“, das ist politisch nicht korrekt und kommt noch dazu aus der Zeit des Kolonialismus. Farbig sind Buntstifte aber keine Menschen. Falls du Zweifel haben solltest, ob du dich richtig und diskriminierungsfrei ausdrückst frag‘ am besten einfach nach, keiner wird dir böse sein.

6. Schau dir Filme an. Wie ist es als schwarze Person in einer Gesellschaft zu leben, in der man in seiner eigenen Heimat teilweise nicht akzeptiert wird? Die 40 minütige Doku „Afro.Deutschland“ zum Beispiel, gibt tiefere Einblicke in dieses Thema. Du kannst sie dir sogar gratis über den Youtubeaccount der DW Deutsch ansehen.

 

7. Mach dir deine Privilegien als Weiße*r bewusst. Hast du jemals ein Problem bei der Wohnungssuche gehabt oder bist auf Grund deiner Hautfarbe schon mal von der Polizei aufgehalten worden? Wahrscheinlich nicht! Werde dir über all‘ die Dinge bewusst, bei denen du nie auf die Idee kommen würdest, dass sie überhaupt für jemand anderen ein Problem darstellen könnten. Einen ausführlichen Artikel von Peggy McIntosh, der ins Deutsch übersetzt worden ist, gibt es hier! 

8. Lies Bücher. Z.B. "Exit Racism: Rassismuskritisch denken lernen“ von Tupoka Ogette. Falls du nicht zu der Sorte Mensch gehörst, die gerne liest, gibt’s das Buch auch als Hörbuch, keine Ausreden also. Gerade am Weg auf die Arbeit oder zu deiner Verabredung ist das auf jeden Fall bessere Lektüre als immer nur durch dein Instagramfeed zu scrollen. 

9. Höre Podcasts. Tippt man auf Spotify „Rassismus“ ein, dann bekommt man zahlreiche Vorschläge für relevante Podcasts zu dem Thema – so einfach kann es sein, sich weiterzubilden. Zu empfehlen sind zum Beispiel „Feuer & Brot“, „Realitäter*innen“ oder Tupodcast.

 

Titelbild & Vorschaubild: (c) straightouttalents

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