Food-Trends sind heute zahlreich, expandieren, erweitern, entwickeln sich stetig. Doch was macht ein Gericht erst zum Trend und vor allem: weshalb essen wir, wie wir essen? 

Wir alle lieben und tun es – natürlich, ohne Essen wäre unser Leben schlichtweg nicht denkbar und auch ziemlich fad. Doch unsere Ernährung hat sich über die Jahrhunderte hinweg sehr gewandelt und ist heute viel mehr als nur reines Mittel zum Zweck. Essen prägt seit jeher die Kultur, schafft Passion, versteht sich heute wohl mehr denn je als Kunst und bringt somit auch einen gewissen Lifestyle mit sich. Kurzum bestimmt und prägt es unseren Alltag maßgeblich. Warum aber verändert sich nicht nur, was wir essen, sondern auch unsere Art zu essen? Was beeinflusst, wie wir essen? Mit diesen und weiteren spannenden Fragen beschäftigt sich Ernährungswissenschaftlerin und Foodtrend-Expertin Hanni Rützler. In ihrem jährlichen Food-Report für das Zukunftsinstitut gibt sie Aufschluss über jenes Thema, das die Menschheit so brennend interessiert. 

Hanni Rützler (c) Nicole Heiling

 

DIY-Food & Gourmet Gardening

Die Krise hat natürlich auch beim Essen ihre Spuren hinterlassen. Gezwungenermaßen kamen viele Menschen in den Genuss, sich selbst in der Küche auszuprobieren, Rezepte zu kochen und zu backen, die sie sonst vielleicht niemals gewagt hätten, anzurühren. Was bleibt, ist eine sehr viel offenere Haltung gegenüber eigenem kulinarischem Schaffen. Man erinnere sich etwa an den großen Brotback-Boom. Ob also hausgemachte Pasta, Bananenbrot, oder sonstiges aufwändiges Backwerk, in Zukunft bleibt der DIY-Gedanke für die Küche erhalten. Das Gourmet-Gardening, also das „Garteln“ für den eigenen Bedarf, bietet hier etwa einen tollen Ansatz.

 

Ghost Kitchen

Was durch Corona stark im Boomen war, könnte sich in Zukunft noch weiter halten: Sogenannte Ghost Kitchen Konzepte setzen den Schwerpunkt in ihrem Marketing-Konzept klar im Lieferservice, anstatt Gäste vor Ort zu bewirten. So soll auch vermehrt daran getüftelt werden, wie das gelieferte Essen noch besser schmecken kann, wenn es beim Kunden ankommt. 

 

Snackifikation & Convenience 3.0

Herkömmliche Essensarten und -zeiten werden immer individueller und gehen weg vom klassischen Frühstück, Mittag- oder Abendessen. Der Trend ändert sich klar dahingehend, dass typische Essenszeiten im Alltag mehr und mehr in eine persönliche und angepasste Nahrungsaufnahme übergehen: Anstatt Gerichten mit verschiedenen Komponenten werden Snacks kombiniert und zeitübergreifend gegessen. Klassische Essenszeiten werden somit mehr und mehr hinfällig. Zudem gesellt sich der Bio-Gedanke zum Fertigessen: Gute Verpackung samt gesünderem Inhalt mit höherer Qualität sollen etwa Ziele sein. 

 

Soft Health & Liquid Evolution

Der Trend geht klar zu Obst und Gemüse, also einer vermehrt pflanzenbasierten Nahrung. Die Soft Health Bewegung sieht Essen auch als spirituelle Kraftquelle und nicht lediglich als nötige Nahrungsaufnahme. Alkoholfreie Cocktails werden zudem als gesunde Alternative den Markt aufbessern. Der Trend der uns schon bekannten „Mocktails“ wird auf ein neues Level gehoben. Die Gastro-Szene überrascht alsbald mit neuen interessanten Ideen rund um aromatisierte Mineralwässer oder vitaminreiche Getränke. Erlaubt ist, was fit macht. 

 

Biodiversity & Glokal

Auf unseren Tellern könnte die Agrobiodiversität für weitaus mehr Vielfalt sorgen. Sie mache, so der Foodreport, die Landwirtschaft resilienter und krisenfester. Schließlich sei die Relevanz der heimischen Landwirtschaft wieder am steigenden Ast. Dies könne man nutzen, um auch die Vielfalt zu erhöhen. Mit dem Neologismus aus “global“ und „lokal“ wurde ein Kofferwort geschaffen, das dem neuen Food-Gedanken Coronas entspricht. Innerhalb der letzten Monate hat sich im Konsum ein rascher Wandel vollzogen.

Regionalität wird beim Einkauf von Produkten seitdem mehr denn je als wertvolles Prädikat angesehen. Allzu lange Transportwege sollen bestmöglich vermieden werden. Immer mehr Konsument*innen unterstützen schließlich die „support your locals“ Idee. Auch der Begriff des „meet food“ spielt hierbei eine Rolle, denn es soll eine Verbindung zum Tier geschaffen werden. Sich flexitarisch, also nur selten von Fleisch – und das ausschließlich bei bester Qualität und Transparenz – zu ernähren, wird weiterhin als sehr wichtig erachtet.

 

Hier geht's zum Food Report von Hanni Rützler!

 

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