Screen an, Motivation aus. Leider platzt uns allen viel zu oft der Kragen, wenn's um Online-Seminare geht. Damit du die Krisen-Alternative zur Präsenzlehre auf der Uni aber trotzdem halbwegs mit Fassung tragen kannst, kommen hier ein paar Tipps für eine bessere Homelearning-Experience.

 

Basic-Tipp: Komm erst einmal 15 Minuten früher an

Mal ganz ehrlich: Es ist doch quasi ein Ritual, das Ankommen in deinem mehr oder weniger geliebten zweiten Zuhause: dem Unigebäude. Durch die Gänge schlendern, noch einen Kaffee gönnen, deine Mitstudierenden begrüßen und meistens auch das Jammern.
Weil das alles gerade nicht möglich ist, weil du vor und nach deinem E-Seminar eh daheim bist, braucht's eine Abwandlung. Plane dir vor deinem Seminar mindestens eine Viertelstunde ein, in der du Kaffee machst, deinen Arbeitsplatz auf Hochglanz und deine Technik zum Funktionieren bringst. Stell dich mental auf Uni ein, und gönn dir diesen Puffer von fünfzehn Minuten, der deine Freizeit vom Weiterbilden trennt.

 

Anti-Abstürz-Tipp: Beginne bloß nicht aufzuschieben

Das Aufschieben schleicht sich auch in dein Uni Home-Office erst mal auf ganz leisen Sohlen. Es beginnt damit, dass du einen Tag später zu lernen beginnst, weil die Prüfung eh ‚Open-Book‘ ist. Bei diesen Prüfungen musst du aber nicht weniger, sonder bloß anders lernen. Auf Verständnis nämlich.
Dann, und da bewegst du dich schon auf den Abgrund zu, hörst du dir die Audio-Aufzeichnung der Professorin, nicht zur Zeit des Seminars, sondern ein paar Stunden später an. Daraus werden Tage. Dann Wochen. Dann hörst du sie gar nicht mehr & ja, du siehst wohin das führt oder?
Was du dagegen tun kannst? Sei einfach konsequent. Das ist genauso schwierig wie es sich anhört. Am Besten beginnst du gleich in der Früh, das Wichtigste zu erledigen, für jedes angehörte Seminar belohnst du dich mit einem Spaziergang ins Grüne. Regelmäßige Pausen machen das Ganze schaffbarer. Und immerhin studierst du ja freiwillig, oder?

 

Konsequenz-Tipp: Frag einfach nochmal nach

Du bist eine halbe Stunde an einer E-Mail gesessen, in der du dich bei deinem Lehrenden nach Literatur für deine Seminararbeit erkundigst. Du hast jedes Satzzeichen 17 mal kontrolliert und auch die sieben verschiedenen Titel deines Lehrenden in der Anrede richtig angeordnet. Du schickst sie ab… und bekommst keine Antwort. Der gute alte Klassiker, der in Zeiten der Präsenzlehre halb so schlimm ist, weil du eh in der nächsten Einheit persönlich nochmal nachfragen kannst.
Jetzt musst du leider hartnäckig bleiben! Wir verstehen natürlich, dass auch Lehrende nur Menschen sind und die aktuelle Situation sie genauso hart trifft wie uns. Dennoch geht es für dich ums Bestehen, also auf geht’s zur zweiten Email. Das ist immerhin dein gutes Recht.

 

Herz-Tipp: Such dir Verbündete

Nichts ist erfrischender und schöner als mit Mitstudierenden in/während/nach gemeinsamen Seminaren ins Gespräch zu kommen. Dadurch können interessante Diskussionen oder sogar Freundschaften entstehen. Sich einfach gemeinsam mal über das Seminar auszulassen, ist manchmal schon genug Balsam für die Seele.
Weil du jetzt vielleicht in manchen Online-Seminaren ganz ohne vertrautes Gesicht sitzt und das nicht unbedingt die Motivation am Ball zu bleiben vergrößert, sind Verbündetet jetzt umso wichtiger! Moodle ist ein guter Ort für den ersten Schritt. Frag doch einfach mal nach ob jemand an einem Gruppenchat zum Austausch interessiert ist. Die Antworten werden nicht lange auf sich warten lassen – wer macht in Zeiten wie diesen schon gerne auf Einzelkampf? #strongertogether

 

Mental-Tipp: Schaufel Zeit frei für Gruppenarbeiten – aber begrenzt!

Gruppenarbeiten nerven eh meistens, aber Online-Gruppenarbeiten können das Fass zum Überlaufen bringen. Während man sich normalerweise Zeit und Ort ausmacht und die Gruppenarbeit darauf beschränkt, schweben nun Abgabetermine ebenso wie Ideen und To-Dos uneingegrenzt durch den virtuellen Raum.
Es kann schon praktisch sein, dass du einen spontanen Einfall auch um 2 Uhr morgens mit deinen Gruppenmitgliedern über Whatsapp teilen kannst, sei dir aber bewusst, wie wichtig auch die regelmäßige Abgrenzung von den Forschungsthemen ist.
Wenn du also deinen Beitrag geleistet hast und gerade den Filmabend mit deinen Mitbewohner*innen starten wolltest, dann kannst du die neue Nachricht im Gruppenarbeitschat auch am nächsten Tag beantworten. Ignorieren mit Verantwortung versteht sich von selbst – die Deadlines müssen ja immerhin eingehalten werden.

 

Allseits bekannter Geheimtipp: ÖH

Du hast sicher schon einmal von der Österreichischen Hochschüler*innenschaft – kurz ÖH – gehört. Im Zuge dieser Organisation setzen sich Studierende bundesweit, sowie uni- und institutsweit für deine Rechte als Studierende*r ein. Auch in Krisenzeiten wird viel bewegt und erkämpft – neben gesammelter Infos, kannst du dir auch Rat und Vorschläge zur Problemlösung von den Mitgliedern der ÖH einholen. Schau doch einfach mal online hier nach und finde mehr Infos zu deinen persönlichen Anliegen. Falls du selbst Teil der ÖH werden und Dinge bewegen willst – in einem Jahr finden wieder die Wahlen statt.

 

Safety-Tipp: Schau ganz genau wann die Abgabefrist endet

Du wirst nämlich nicht 3 mal im Seminar persönlich daran erinnert. Und bei online-Abgaben wird genau festgehalten um wie viele Minuten, Stunden und Tage du zu spät dran warst.

 

Du bist fertig mit dem Lernen und willst die Freizeit mit deinen Mitbewohner*innen verbringen? Hier gibt's die besten Tipps für Harmonie in der WG!

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